31. JULI 2026 – Freitag

Benjamin Bernheim
29.7. 2026. Salzburg/Großes Festspielhaus WERTHER. Konzertante Aufführung
Tenorale Perfektion
Dieser Abend wird erwartungsgemäß der ganz große Triumph des Benjamin Bernheim: Der Pariser Edelstilist kennt keinen Makel: Sein helles, lyrisches, sehr modulationsfähiges Timbre, seine Pianokultur, seine Fähigkeit, die Stimme nach Belieben an- und abschwellen zu lassen, wurde in den letzten Jahren ergänzt um kraftvolle, aber nie forcierte Spitzentöne. Seine Interpretation des Goethe-/Massenetschen Antihelden trifft von seinem ersten Auftreten, der Eloge auf die Natur, bis zu seinen letzten Worten über die von ihm gewünschte letzte Ruhestatt immer den richtigen Ton. Anfangs verhalten, schüchtern-schwärmisch im ersten Duett mit Charlotte, das „Un autre! Son époux!“ sitzt wie ein Stachel. Seine Auftritte im zweiten Akt schon von verzweifelt-fatalen Gedanken gezeichnet („C’est moi, qu’elle pouvait aimer“), nach der Begegnung mit Charlotte sich seines Entschlusses sicherer (- geheimnisvoll „On lève le rideau“), im dritten Akt ist er dann doch ganz Startenor, wenn er die Arie – wenig überraschend – wiederholt und sich im nachfolgenden Duett mit Charlotte nicht nur zu einer Umarmung, sondern auch zu kräftig-temperamentvollen Spitzentönen hinreißen lässt, um danach mit einem aufbäumend-resigniert-entschlossenen „Charlotte a dicté mon arrêt“ sein Schicksal endgültig zu besiegeln. Der nachfolgende Freitod sensibel-sentimental, aber nicht mitleidig, am Ende verhauchend. Kurzum – eine der besten tenoralen Leistungen, die in den letzten Jahren dem Festspielpublikum, das sich mit standing ovations enthusiastisch bedankte, zu Gehör gebracht wurde.
An seiner Seite die junge französische Mezzosopranistin Adèle Charvet als Charlotte in äußerst geschmackvollen Kleidern, eine elegante Erscheinung, immer in der Rolle bleibend, nie aus dem von ihr letztlich frei gewählten Gattinendasein fallend, nur im vierten Akt sich des von ihr zerstörten vermeintlichen Glücks bewusst werdend. Auch sie eine große Stilistin, nicht mit einer großen, aber gut geführten Stimme ausgestattet, nach verhaltenem Beginn manchmal die satteren Töne missen lassend, kann sie in ihren beiden Solo-Szenen des dritten Aktes („Ces lettres“ und „Va! Laisse couler mes larmes“) mit großer Innigkeit punkten und ist durchaus zu dramatischen Ausbrüchen fähig („Mon courage m’abandonne“). Die Schlussszene gestalten beide Protagonisten mit großer Sensibilität…
Zum Bericht von Sabine Längle
Salzburger Festspiele: Kritik „Werther“ Salzburger Festspiele: Benjamin Bernheim verzaubert
Benjamin Bernheim macht Massenets „Werther“ bei den Salzburger Festspielen zum Ausnahmeerlebnis. Gemeinsam mit Alain Altinoglu und einem hochkarätigen Ensemble gelingt eine konzertante Aufführung, die den vermeintlich sentimentalen Opernklassiker als packendes Musikdrama zeigt.
BR.Klassik.de.aktuell
Sterben in Schönheit
ier konzertante bzw. semi-konzertante Opern kann man in diesem Festspielsommer erleben. Am Mittwoch (29.7.) begeisterten Alain Altinoglu am Pult von Belgiens Orchestre symphonique de la Monnaie / Symfonieorkest van de Munt und eine, gebührend aufwändigen Vokalangebot im Großen Festspielhaus mit Werther von Jules Massenet.
DrehpunktKultur.at
Bayreuth: „SIEGFRIED (Ring 10010110)“ – Premiere im Festspielhaus Bayreuth, 30. 07.2026
Oper in drei Akten von Richard Wagner

Foto: Enrico Nawrath für Bayreuther Festspiele
Der KI unter der Anleitung (?) von Marcus Lobbes, Nils Corte und Roman Senkl hat es heute gefallen, Mime tatsächlich in einer Höhle wohl entsprechend dem Entwurf Josef Hoffmanns von 1876 hausen zu lassen. Aber nach wenigen Minuten (immerhin nicht Sekunden!) wechselt das Szenario schon wieder in eine kaum definierbare Kuddelmuddelmasse. Im Laufe des Abends kann man, abgesehen von weiteren, älteren, Antiquitäten, wenigstens einmal Richard Peduzzis Drachen aus dem Chéreau-Ring oder Szenarien von Erich Wonder (2004) erkennen. Sogar der von Frank Castorf verantwortete „Kommunistische Mount Rushmore“ (Aleksandar Deniç, 2013) taucht auf – unmotiviert wie seinerzeit, aber wenigstens im Rahmen des Auftrages „150 Jahre Bayreuth“. Letzteres gilt nicht für ein Foto John F. Kennedy im offenen Lincoln auf der Dealey Plaza in Dallas, TX, kurz bevor am 22. November 1963 die Schüsse fielen, eins von Martin Luther King sowie von Günter Grass und Willy Brandt – all die wurden von der KI geholt. Plötzlich taucht über dem Brünnhildenfelsen sogar eine McDonnell-Douglas F4F, wegen ihrer schwarzen Abgasfahne in Deutschland bekannt als „Luftverteidigungsdiesel“, auf.
All das kann aber nicht davon ablenken (oder lenkt doch erst recht ursächlich davon ab??), daß die Szene Mime-Siegfried im 2. Akt mit den entlarvten Mordplänen trotz der Spitzen-Protagonisten ziemlich untergeht, und auch die Begegnung des Titelhelden mit seinem Großvater nur sehr oberflächlich-pantomimisch den Verlust dessen Speers erkennen läßt. Auch die Drachentötung ist eigentlich ein Nicht-Ereignis. Der Aufstieg Siegfrieds zum Brünnhildenfelsen und die Annäherung der beiden wird ohnedies oft schon in konventioneller Szenik nicht wirklich gut gelöst – hier hängt das Finale der Oper trotz der herausragenden musikalischen Leitung erst recht durch. Und das, obwohl in dieser Phase eine Grundschwäche des Aufführungskonzeptes, nämlich die oftmalige Überlagerung der Figuren hinter der zum Publikum abschließenden Gazewand durch helle Projektionsanteile, weniger Rolle spielt (Bühne: Wolf Gutjahr). Weiterhin wenig zur Sinnstiftung oder Charakterisierung tragen Pia Maria Mackerts irgendwo zwischen Krähenküken, Reptilien und Ebenseer Fetzenzug (aber leider nur in Schwarz-Weiß!) angesiedelten Kostüme bei…
Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber
Bayreuth: „Müde liegt er, von Weges Müh’n …“ – die Bayreuther „Walküre“ erschöpft … und begeistert!
Die „Walküre“ hielt, was das „Rheingold“ versprach – in doppelter Hinsicht. Auch der erste Tag der „Ring“-Tetralogie am 28. Juli 2026 im Bayreuther Festspielhaus war eine optische Herausforderung mit glücklicherweise glanzvollen musikalischen Leistungen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de
Bayreuth
Auf den Punkt 99: Verschwörungstheoretiker, Paranoiker oder Phobiker am Werk in Bayreuth?
Stellen Sie sich vor, ein Vater erzählt Ihnen vom Schicksal seiner Tochter. Ihre Liebe ist unendlich groß, so wie ihre Treue. Allein, sie verliebt sich einfach immer in die falschen Männer. Das ist tragisch und endet tödlich. Vermutlich müssen Sie angesichts dieser Geschichte (also Wagners Version der berühmten Seemanns-Sage) erstmal um Fassung ringen – und werden sich fragen: Wie finde ich jetzt tröstende Worte für den trauernden Vater. Nicht so der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der – so muss man sich das vermutlich vorstellen – macht dem Vater erstmal Vorwürfe. So in etwa auf dieser Tonspur: „Daland, was jammerst Du geldgeiler Sack? Ich weiß genau, Du hattest doch damals eine Affäre mit der Mutter des Holländers – das hat die Dorfgemeinschaft nicht gut aufgenommen, die Frau hat sich erhängt. Da ist es doch kein Wunder, dass der Junge jetzt auf Rache sinnt und das voll durchzieht.“
Von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de
Bayreuth wagt sich mit KI auf neues Terrain – wo führt es hin?
Im Zentrum des diesjährigen Jubiläums-Spielplans steht ein „Ring“-Experiment der besonderen Art: „Rheingold“, „Walküre“ & Co mit Künstlicher Intelligenz
DerStandard.at.story.bayreuth.wagt.KI
„Walküre“ in Bayreuth: Sind das Ritter? Salzstreuer? Handschellen? (Bezahlartikel)
Gewöhnung und langsamere Bilder helfen dem Bayreuther Ring-Besucher in der „Walküre“. Aber echtes Hirnschmalz anstatt KI wäre wohl doch (noch) besser.
DiePresse.com.walkuere
Die Geheimnisse des Prompts
Wagner zum zweiten: Musikalisch hatte ja schon das vorabendliche „Rheingold“ keinen Zweifel an der Qualität des von Marcus Lobbes „kuratierten“ Jubiläums-„Rings“ gelassen. Und mit Zaubermusik geht es auch bei der „Walküre“ weiter. Die große Frage lautet vielmehr: Wie steigerungsfähig ist die KI?
nachtkritik.de.bayreutherFestspiele
Bayreuth/ Der fliegende Holländer: „Wann alle Toten auferstehn, dann werde ich in Nichts vergehn!“ – Ein bewährter „Holländer“ erfrischt in Bayreuth
Was für eine Erholung auf dem Bayreuther Hügel nach zwei ermüdenden „Ring“-Tagen mit einer nach wie vor stimmigen Inszenierung und großartiger Regie! „Der fliegende Holländer“ in der Interpretation von Dmitri Tcherniakov überzeugte am 29. Juli 2026 auch in seinem sechsten Jahr durch in jeder Hinsicht künstlerisch reife Leistungen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik.begeistert.de
Kritik „Holländer“ in Bayreuth: Psychologie statt Meeresrauschen
Statt romantischen Meeresrauschens öffnet sich ein hermetischer Raum psychologischer Versuchsanordnungen. Das ist die aktuelle Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ bei den Bayreuther Festspielen 2026.
BR-Klassik.de.aktuelles
Endlich echte Oper: „Der fliegende Holländer“ in Bayreuth
Nach fünf Jahren funktioniert Dmitri Tcherniakovs Bayreuther „Holländer“ noch immer. Auch weil es zwei außergewöhnliche Neubesetzungen gibt. Es ist Tag sechs der Festspiele, da passiert etwas Verrücktes. Eine vollwertige Inszenierung und ein Bayreuth-würdiges Stück, beides gab es in dieser Combo heuer noch nicht – obwohl es der Normalfall sein sollte. Regisseur Dmitri Tcherniakov brachte seinen „Fliegenden Holländer“ 2021 heraus, ein Rache-Thriller. Der erzählt nicht nur von Senta, sondern vom Titelhelden, der als kleiner Junge beobachtet, wie seine Mutter von Dorfvorsteher Daland missbraucht wird – und sich erhängt. Ein Trauma, der Erwachsene sinnt auf Vergeltung.
MuenchnerMerkur.de.hollaender
Bayreuth: In diesem „Holländer“ kann man sich erholen (Bezahlartikel)
Kontrovers? Neben dem KI-„Ring“ wirkt Tcherniakovs „Holländer“-Inszenierung wie brave Tradition.
https://www.diepresse.com/39898674/bayreuth-in-diesem-hollaender-kann-man-sich-erholen
„Der fliegende Holländer“: Jubel für einen Opernabend mit echter Regie (Bezahlartikel)
Ein Sängerfest bei den Bayreuther Festspielen zum 150-Jahr-Jubiläum. Und Erleichterung im Publikum.
https://kurier.at/kultur/der-fliegende-hollaender-bayreuther-festspiele/403178958
Salzburg: Abschiedsmusik – Ex-Intendant Hinterhäuser spielt in Salzburg die „Winterreise“
Audio von Jörn Florian Fuchs (5.54 Minuten
deutschlandfunk.de.abschiedsmusik
Salzburg
Salzburg: Hinterhäusers Festspiele haben mit Glanz begonnen
„Carmen“ ist sensationell, „Faust“ höchst anregend gelungen. Der skandalös abgesetzte Intendant wird in der Stadt gefeiert. Auf die Provinzpolitik kommen Kosten in Millionenhöhe zu.
https://www.news.at/menschen/salzburg-festspiele-hinterhaeuser-kritik-2026
Markus Hinterhäuser in Salzburg: Erst die Ovationen, dann die Kunst (Bezahlartikel)
Lange wurde gerätselt, ob der Ex-Intendant der Salzburger Festspiele auftreten wird. Markus Hinterhäuser tat es und faszinierte zusammen mit Matthias Goerne mit der „Winterreise“.
Kurier.at.markus.hinterhäuser
Rückkehr von Markus Hinterhäuser: Ein Festspiel für den Ex-Intendanten (Bezahlartikel)
„Winterreise“ statt „Schwanengesang“: Für seinen ersten Auftritt seit dem Zerwürfnis mit dem Kuratorium wurde Markus Hinterhäuser im Duo mit Matthias Goerne gefeiert.
SalzburgerFestspiele.at
Markus Hinterhäusers Pianisten-Comeback in Salzburg: Die Wut des Wanderers
Der kaltgestellte Intendant meldete sich als Pianist einer umjubelten „Winterreise“ zurück. Gemurmel, Geraune, Gehüstel im Saal. Die Spannung war am Mittwochabend mit Händen zu greifen. Würde Markus Hinterhäuser wirklich auftreten, trotz all der Querelen im Vorfeld? Momente später war es eine Tatsache: Flankiert von Bariton Matthias Goerne, schritt Hinterhäuser unter heftigem Beifall auf die Bühne des Großen Saals im Salzburger Mozarteum. Und die Euphorie war gerade erst im Erwachen. Jubelrufe gellten durch die Luft, Menschen schnellten von ihren Sitzen hoch, feierten Hinterhäuser, als wäre er der zurückgekehrte verlorene Sohn.
DerStandard.at.stpry.wutdeswanderers
Der Wurm sticht im System
Die aberwitzige Situation drängte sich wohl bei einigen Liedzeilen ins Bewusstsein – Was soll ich länger weilen, daß man mich trieb hinaus. Das hatte aber keine Chance, der überragenden künstlerischen Leistung von Hinterhäuser/Goerne die Show zu stehlen. Es war eine der souveränsten und intensivsten Winterreisen ever.
DrehpunktKultur.at
Festspielfonds muss Gesamtkosten der Hinterhäuser-Trennung offenlegen
Laut einem aktuellem Urteil des Landesverwaltungsgerichts Salzburg überwiegt das „Öffentliche Informationsinteresse“
DerStandard.at.story
27.7.2026 – Verleihung des „Goldenen Johann Strauss 2026“ an Helga Papouschek im Marchfelderhof – Deutsch-Wagram. Johann Strauss-Gesellschaft Wien.

Ankunft im Marchfelderhof. Foto: Conny de Beauclair
Der Goldene Johann Strauss 2026 wurde an die Wiener Star-Soubrette Helga Papouschek verliehen!
Die Johann Strauss-Gesellschaft Wien lud in den geschichtsträchtigen und traditionsreichen Marchfelderhof in Deutsch-Wagram zur feierlichen Verleihung des Goldenen Johann Strauss an die beliebte Schauspielerin und Star-Soubrette der Wiener Volksoper Helga Papouschek.
Der Goldene Johann Strauss wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Pflege der Musik von Johann Strauss besondere Verdienste erworben haben.
Zu den bisherigen Trägerinnen und Trägern des Goldenen Johann Strauss, dieses begehrten Ehrenpreises, der in Kulturkreisen längst als der „Walzer-Oscar“ gilt, zählen internationale Persönlichkeiten wie Jonas Kaufmann, Eliette von Karajan, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Heinz Zednik oder Otto Schenk…
Mehr darüber in den „Infos des Tages“ (Marisa Altmann-Althausen)
Nordwald Kammerspiele im Schloss Sprinzenstein bei Sarleinsbach/OÖ
Ein altes Schloss ist aus dem Tiefschlaf erwacht

Mit dem Musiktheater „Helmbrecht“ begeben sich die Nordwald Kammerspiele im Schloss Sprinzenstein bei Sarleinsbach auf historische Spuren – Bericht von der bejubelten Vorstellung einer neuen Oper von Claudia Federspieler am Mittwoch, 29. Juli 2026
Sie kennen das Schloss Sprinzenstein nicht? Das ist bei der Fülle von Baudenkmälern in Österreich aus früheren Zeiten keine Bildungslücke. Derzeit ist es allerdings höchste Zeit, seine Aufmerksamkeit auf das Dorf Sarleinsbach zu lenken. Dort wird vom 24. Juli bis 8. August von heimischen Kräften mit Unterstützung umliegender Vereine auf hohem Niveau Theater gespielt. Und noch dazu unter freiem Himmel, eine großartige Sache, wenn das Wetter mitspielt, auf der ca. 600 Personen fassende Tribüne. Ich hatte Glück und genoss die dritte Vorstellung als großes Ereignis im kleinen Ort bei herrlichem Abendwetter. Die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Da öffnete sich vor den Augen eine für den Ab- und Zugang praktisch konstruierte Bühne, man dachte an ein Nestroy-Stück, und ließ „zu ebener Erde und im ersten Stock“ ein zündendes Spiel ablaufen. Drei Stunden inclusive Pause ein das Interesse fordernde Stück aus der Ritterzeit, von dem man vielleicht schon im Volksschulalter gehört hatte…
Zum Bericht von Georgina Szeless
Filme der Woche

Filmstart: 30. Juli 2026 THE INVITE
USA / 2026
Regie: Olivia Wilde
Mit: Olivia Wilde, Penelope Cruz, Seth Rogen, Edward Norton
Kniffliges Kammer-spiel
Es beginnt damit, dass ein älterer Mann eher gelangweilt in einer Konzertprobe sitzt und dann grußlos weggeht. Als dieser Joe zuhause ankommt, beginnt gleich ein Streit mit seiner Frau Angela, und dass da höchste Spannung herrscht, ist klar. Umso schlimmer, als die Gattin mitteilt, dass sie das über ihnen wohnendes Ehepaar eingeladen hat – die, die beim Sex so viel Lärm machen… (und sie selbst haben keinen mehr, Sex nämlich). Der ungehaltene Ehemann muss sich fügen und zusammen nehmen. Und dann kommen sie, die ungemein attraktive Pina und der, wie es scheint, vor allem höflich zurückhaltende Hawk.
Ein Vier-Personen-Stück, was längst eine klassische Situation ist. Edward Albee hat mit „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ und Yasmina Reza mit „Der Gott des Gemetzels“ Weltruhm erlangt. Auch diese Geschichte zweier Paare beruht auf einem Stück. Der katalanische Autor Cesc Gay hat es 2020 selbst verfilmt, eine deutsche Fassung („Die Nachbarn von nebenan“, 2023) gab es auch.
Nun hat es Olivia Wilde, Schauspielerin mit schon bewährten Regieambitionen, in die Hand genommen – sie dirigiert sich selbst als Angela, Seth Rogan als ihren Mann, Penelope Cruz und Edward Norton (lange nicht gesehen) als deren Partner mit sehr viel Witz durch Vordergründiges und Hintergründiges.
Zwei Paare, die sich nicht kennen, die nicht, wie bei Albee, unter Alkohol stehen und nicht, wie bei Yasmina Reza, ein Thema haben, über das sie streiten werden. Was tut man also? Angela möchte sich natürlich in Szene setzen, Joe windet sich, die Peinlichkeit der anfänglichen Gespräche ist evident und durchaus echt. Man redet über Essen, die Wohnung, tastet sich durch Banalitäten.
Zur Filmbesprechung von Renate Wagner
FRANKFURT: Begegnungen zwischen Oper, Banken und Bahnhofsviertel. Mehr als Rotlicht
Meine Geschichte mit dem Frankfurter Bahnhofsviertel begann im Herbst 2013. Damals fiel mir das Buch Im Frankfurter Bahnhofsviertel: 50 Highlights für Szenengänger von Ulrich Mattner in die Hände. Kurz darauf war ich zum ersten Mal im My Way in der Taunusstraße zu Gast. Seitdem kehrte ich immer wieder dorthin zurück.

Diese Bar existiert schon seit mehr als 17 Jahren (Foto: Marc Rohde)
In denselben Jahren verbrachte ich viele Abende in der Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz. Musiktheater begleitet mich schon seit meiner Jugend – Verdi gehört ebenso dazu wie Richard Wagner. Von da an gehörten Oper und Bahnhofsviertel gleichermaßen zu meinem Alltag. Frankfurt war für mich immer beides: eine Stadt der großen Bühnen und der kleinen Geschichten. Kaum irgendwo habe ich erlebt, wie Wohlstand, Hochkultur, Rotlicht und Drogenszene so unmittelbar aufeinandertreffen. Wer vom Hauptbahnhof in die Taunusstraße einbiegt, taucht in einen Stadtteil voller Gegensätze ein. Zwischen Shisha-Bars, Imbissen, Billighotels und Geldtransferläden liegen unterschiedliche Lebenswelten dicht nebeneinander.
Zum Artikel von Marc Rohde
Wissenswertes aus „Neue Zürcher Zeitung“
Sind die Kriege in der Ukraine und gegen Iran untrennbar verknüpft? In dieser Frage sind Trump und Selenski tief gespalten: Ein tödlicher Vorfall im Kaspischen Meer wirft ein Schlaglicht auf die militärische Achse Moskau–Teheran. Die Ukraine versucht die USA vergeblich davon zu überzeugen, dass Russland auch Amerikas Feind ist.
Jetzt lesen
«Meine Mission war es, Kokain in die USA zu bringen» – Treffen mit dem Logistiker von Pablo Escobar: Carlos Lehder perfektionierte den Transport von Drogen für das Medellín-Kartell. Er hat Entführungen, Flugzeugabstürze und 33 Jahre Haft in den USA überlebt. Vor kurzem ist er nach Kolumbien zurückgekehrt – aus Deutschland.
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Trumps neuer Geheimdienstkoordinator Jay Clayton steht vor einer heiklen Mission: Der Senat hat mit Jay Clayton einen Technokraten als Koordinator der amerikanischen Geheimdienste bestätigt. Doch dass er den Wahlsieg von Joe Biden im Jahr 2020 nicht klar anerkennt, sorgt bei den Demokraten für Alarmstimmung.
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Ein «echter Freund» des Kanzlers: Der Merz-Vertraute Thorsten Frei wird neuer Chef der Unionsfraktion: Nach dem Rücktritt von Jens Spahn wählen die Unionsabgeordneten Thorsten Frei mit 91,9 Prozent zu ihrem Fraktionschef im Deutschen Bundestag. Der Posten dürfte ihm besser liegen als das Kanzleramt.
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«Es ist ein gefundenes Fressen für die AfD, wenn die islamistischen Motive eines Anschlags nicht glasklar benannt werden», sagt der Grünen-Politiker Max Lucks
Der menschenrechtspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion kritisiert, dass Teile der politischen Linken die Taten von Islamisten relativierten.
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Der Riss in Polens rechter Opposition vertieft sich: Der Abweichler Morawiecki gründet eine eigene Parlamentsfraktion: Im Streit verschiedener Flügel der grössten polnischen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit ist der Bruch komplett. Die beiden Seiten gehen hart aufeinander los.
Jetzt lesen
Historische Brände in Europa: Es braucht ein Umdenken: Extreme Hitze und Trockenheit sind die neue Realität in Zeiten des Klimawandels. Waldbrände wüten in Europa. Aber wir sind nicht machtlos. Kluge Landschaftsplanung hilft jetzt mehr als abstrakte Klimapolitik.
Jetzt lesen
Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“
Österreich: Wirbel um Ex-ÖVP-Minister Strasser: Geburtstagsfeier auf Steuergeld
Die vom Innenministerium ausgerichtete Feier kostete knapp 9.000 Euro. Von den Neos und der FPÖ kommt scharfe Kritik. Ein vom Innenministerium ausgerichtetes und bezahltes Geburtstagsfest für dessen ehemaligen Hausherren und späteren EU-Parlamentarier, Ernst Strasser, sorgt für Aufregung bei FPÖ und Neos. Wie eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zeigt, über die der Standard berichtet, kostete das Fest am 29. April 2026 den Steuerzahler knappe 9.000 Euro. 77 Personen seien eingeladen gewesen, 61 gekommen.
Kurier.at.geburtstagsfeier
Ich verstehe diese Aktion nicht, muss sie auch nicht verstehen. Wenn Sie Verständnis dafür haben, sei ihnen dies unbenommen!
Wien
Ruck-Rücktritt lässt Bürgermeister Ludwig kleinlaut zurück
Nachdem Walter Ruck am Donnerstagvormittag seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, hagelt es vor allem Kritik am langen Zögern – und an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Der gibts sich auffallend zurückhaltend – und bedankt sich beim scheidenden Wirtschaftskammer-Chef für die „erfolgreiche Zusammenarbeit“.
https://www.krone.at/4237547
Rucks sang- und klangloser, sein würdeloser Abgang
Sang- und klanglos nennt man einen Abgang wie diesen: Dabei ist Walter Ruck vor allem über seine eigenen Worte in den Abgrund gestolpert – aufgezeichnete Aussprüche des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten, in denen er tiefe Einblicke in sein Denken und Verhalten gewährt.
Über Postenschachereien hat der mächtige ÖVP-Politiker unter vermeintlichen Freunden im Weinkeller geprahlt, gelästert über Parteifreunde, die Industrie, Oberösterreich … Und vor allem über Frauen. Ja, so hat man einmal gedacht und manche haben auch so geredet. Aber viele haben das auch früher nicht getan, als die Empörung darüber noch milder ausfiel.
https://www.krone.at/4238048
Wien
Eine Nachfolgerin, die brav vor Ruck salutierte
Man kann in Würde, mit erhobenem Haupt gehen – oder sich durch die Hintertür schleichen. Zweiteres hat der langjährige, gerade noch überaus mächtige Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck gewählt: Ein Abgang ohne Erklärung, außer, dass er sich ins Privatleben zurückziehe.
Seine Stellvertreterin übernimmt. Margarete Kriz-Zwittkovits, das ist jene Frau, die, wie die von „Krone“ und Profil vor nicht einmal zwei Wochen veröffentlichten Gesprächsprotokolle belegen, von Ruck zugunsten seines Sohnes „auf Befehl“ auf ihr Wiener Gemeinderatsmandat verzichtet hatte. Sie habe, sagte Ruck laut diesem Protokoll, zum Befehl „salutiert“.
https://www.krone.at/4237763
In Österreich war die Ruck-Affäre das politischen Thema der letzten vier Wochen. Nun ist er also doch gegangen, wurde der Druck wohl zu groß. Der Abgang war unspektakulärer, als erwartet wurde!
ORF-Meterologe Wadsak nennt jetzt Termin für Ende der Hitzewelle
Österreich steht vor einer „außergewöhnlich langen Hitzewelle“. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak verrät jetzt, wie lange diese genau dauert.
Heute.at.wetter
IM oktober ist die Hitzewelle garantiert vorbei. Um das vorauszusagen, brauche ich kein hochbezahlter ORF-Wetterfrosch sein!
Haben Sie einen schönen Tag – mit kühlen Getränken!
Das wünscht
A.C.

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