26. OKTOBER 2026 – Österreichischer Nationalfeiertag

„Der fliegende Holländer“ in der Sicht von Milo Rau. Ein furchtbarer Murks, natürlich schwer politisch angehaucht
erlin/ Deutsche Oper
Premiere: Auch ein gedoppelter Holländer kann diese Aufführung nicht retten
Der umtriebige Autor und Theatermann Milo Rau wurde für diese Neuinszenierung als Regisseur gewonnen, und scheiterte damit auf der ganzen Linie. Seine Idee, Wagners Drama um den fluchbeladenen Seefahrer mit der deutsch-israelischen Geschichte inhaltlich zu koppeln, war weder überzeugend, noch gut. In vorauseilender Vorsicht gab es schon am Eingang zum Opernhaus Taschenkontrollen.
Seine Idee, Wagners Drama um den fluchbeladenen Seefahrer mit der deutsch-israelischen Geschichte inhaltlich zu koppeln, war weder überzeugend, noch gut. In vorauseilender Vorsicht gab es schon am Eingang zum Opernhaus Taschenkontrollen.
Dem ersten und dritten Akt sind dann gesprochene Texte vorangestellt, die hier eigentlich nichts zu suchen haben. Als dann endlich die Musik beginnt, bleibt sie wegen der ständigen Reizüberflutung durch in Israel gedrehte Videos seltsam nebensächlich. Man wurde eingangs belehrt, dass der Holländer für die deutsche Schuld steht – deshalb hat man ihm eine Nazi-Uniform verpasst. Daland ist der Staatsgründer Israels – aus Respekt wird auf die Nennung des Namens Ben Gurion verzichtet. Senta ist der Staat Israel, und Erik steht für die Palästinenser. Wie schlecht diese Zuordnung funktioniert, zeigt sich im Verlauf der Handlung. Völlig unmotiviert wird Erik (der böse Palästinenser also) vor seiner zweiten Arie von Mary erschossen, muss sie dann sterbend singen. Senta erschießt sich am Ende selbst. Der Staat Israel opfert sich also für den schuldigen Deutschen?…
…Viele Szenen sind peinlich bis zum Fremdschämen, einen Höhepunkt stellt der Chor der Spinnerinnen am Beginn des zweiten Aktes dar: diese sind als israelische Mannschaft der Olympiade 1972 kostümiert, Frau Mary schwenkt eine überdimensionale Israel-Flagge. Dieser ist es wohl geschuldet, dass das Publikum an dieser Stelle auf Missfallenskundgebungen verzichtet. Geschickt kalkuliert, Herr Rau!
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Berlin
„Der Fliegende Holländer“ an der Deutschen Oper
Die Deutsche Oper gilt als eine der bedeutendsten Wagner-Bühnen. Dass dort jetzt der streitbare Theatermacher Milo Rau den Fliegenden Holländer inszeniert, ist ein Ereignis. Er will die romantische Oper als „Reise in die Tiefenschichten“ der bundesdeutschen Geschichte zeigen. Ausgehend von Wagners Antisemitismus fragt Rau nach Schuld und Erinnerung in Deutschland nach der Shoah. Hierzu führt er zwei neue Darstellende ein: den Performer Shlomi Moto Wagner, der durch seine Show „Richard Wagner the Drag Queen“ seinen eigenen Zugang gefunden hat, und die deutsch-israelische Schauspielerin Sarah von Schwarze, die sich Fragen zur historischen Verantwortung in ihrer Familie stellt.
rbb.online.de
Berlin/ Deutsche Oper
Kritik „Der fliegende Holländer“ in Berlin: Zwei Geschichten sind eine zu viel
Der Schweizer Theaterregisseur Milo Rau ist für seine politischen, bisweilen provokanten Arbeiten bekannt. Mit seiner Neuinszenierung von Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ an der Deutschen Oper Berlin arbeitet er sich an zahlreichen politischen Aspekten ab.
BR-Klassik.de.milo.rau
Zündeln beim Hochrisikospiel
Große Befürchtungen standen im Vorfeld von Milo Raus Inszenierung von Wagners „Der fliegende Holländer“. Und ja, dann ging es wirklich um den Holocaust, um Israel, um Palästina. Es ging aber vor allem … nun: nicht gut. Auf dem finstersten Höhepunkt des deutschen Wagner-Komplexes gingen das Morden und die Musik fast Hand in Hand. Noch 1944 wird am Opernhaus in Kattowitz, rund 35 Kilometer vom Vernichtungslager Auschwitz entfernt, Wagners „Ring“ aufgeführt. Die Abläufe im Lager seien zeitweise extra so getaktet worden, schreibt der Musikwissenschaftler Anno Mungen in seinem Buch „Von Bayreuth nach Auschwitz“, dass den SS-Leuten der Besuch der Vorstellungen möglich war
Nachtkritik.de.derfliegende.Holländer
Mit deutscher Schuld auf Grund gelaufen
Milo Rau will Wagners »Fliegenden Holländer« an der Deutschen Oper Berlin zu einer Abrechnung mit deutscher Schuld und Erinnerungskultur machen. Doch statt Widersprüche auszuloten, setzt er auf einfache politische Botschaften und plakative Bilder. Auch musikalisch enttäuscht der Abend.
https://backstageclassical.com/mit-deutscher-schuld-auf-grund-gelaufen/
Milo Raus „Der fliegende Holländer“ spaltet Publikum
Auf dem finstersten Höhepunkt des deutschen Wagner-Komplexes gingen das Morden und die Musik fast Hand in Hand. Noch 1944 wird am Opernhaus in Kattowitz, rund 35 Kilometer vom Vernichtungslager Auschwitz entfernt, Wagners „Ring“ aufgeführt. Die Abläufe im Lager seien zeitweise extra so getaktet worden, schreibt der Musikwissenschaftler Anno Mungen in seinem Buch „Von Bayreuth nach Auschwitz“, dass den SS-Leuten der Besuch der Vorstellungen möglich war
BZ-Berlin.de.hollaender
Wagner-Debakel an der Deutschen Oper: Milo Rau vergeigt „Der fliegende Holländer“ (Bezahlartikel)
Milo Rau lädt Wagners „Holländer“ an der Deutschen Oper Berlin mit Israel-Debatte auf – und vergisst dabei Stück, Logik und Musik. Die Kritik.
BerlinerZeitung/de
Was für ein Murks (Bezahlartikel)
Kann man Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ mit dem Olympia-Attentat von 1972 vermischen? Milo Rau versucht es an der Berliner Oper – und scheitert krachend.
SueddeutscheZeitung.de
Das ist ein Auszug aus den Kritiken über Miko Raus total verunglückte Inszenierung. Und dieser Mann ist für die Wiener Festwochen zuständig, für die er ähnlich wirre Gedanken einbringt. Von wem wurde er bestellt, wer hält ihm in Wien den Rücken frei? Gelernte Wiener wissen es.
Wiener Staatsoper am 23.10.26, „Die Entführung aus dem Serail“, Staatsoper

Hans Neuenfels hat es also doch noch geschafft, sich am Staatsopern-Spielplan zu etablieren – wenn auch „post mortem“. Seine Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ hat es inzwischen auf fast doppelt so viele Aufführungen gebracht wie seine Fassung von Giacomo Meyerbeers „Le Prophète“ im Jahre 1998: Bei der war nach fünfzehn Aufführungen wohlverdienter Schluss.
ie „Entführung“ ist auch „eingängiger“ inszeniert und lässt die Regie-(Un-)Taten des 2022 verstorbenen Regisseurs in milderem Licht erscheinen. Das von ihm in dieser Produktion „durchdeklinierte“ Konzept der Figurenverdopplung – dem singenden Personal wurde je eine Sprechrolle hinzugefügt – darf inzwischen als „prototypisch“ gelten.
Die Produktion stammt schließlich noch aus dem letzten Jahrtausend und wurde in der ersten Saison der Direktion Roščić aus Stuttgart nach Wien transferiert. Hier ist sie zu einer Art von passendem „Grabstein“ für den Altmeister mutiert, dem Bassa Selim mit seinem Mörike Gedicht als finales Anhängsel noch ein tröstendes „Memento mori“ nachschickt. Solche Ironie der Aufführungsgeschichte hat ihren Reiz, einerseits im Sinne eines Angedenkens, andererseits als Beispiel für die verqueren Routen, die die Opernregie in den letzten Jahrzehnten eingeschlagen hat. Doch im Vergleich kann sich diese „Entführung“ nach wie vor sehen lassen: Selbst wenn man sie nicht goutiert, muss man ihr zugestehen, dass sie über weite Strecke mit Köpfchen und Bühnengespür gemacht ist.
http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/aentfuer8.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.at
Berlin/ Staatsoper Unter den Linden: BAROCKTAGE 2026m stehen vor der Tür

Der Weltoperntag ist ein schöner Anlass, die Begeisterung für Oper zum Ausdruck zu bringen. Die Staatsoper Unter den Linden würdigt die Tradition der Oper in besonderer Weise: Dies zeigt sich sowohl im Repertoire als auch in Neuinszenierungen. Zum Weltoperntag freuen wir uns, Ihnen unser neues Kampagnenvideo zu präsentieren.
Die Barocktage 2026 stehen vor der Tür
Schon bald erwarten Sie die ersten Barocktage unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka. Im Interview mit Berlin Bühnen sagt sie: „Ich freue mich, wenn sich das Publikum genauso wie wir von der musikalischen und szenischen Vielfalt, der emotionalen Kraft und der verblüffenden Zeitlosigkeit dieser Werke bezaubern und bewegen lässt.“
Das Programm der Barocktage 2026 führt durch rund 150 Jahre Barockmusik vom frühen 17. bis zum mittleren 18. Jahrhundert und bringt große Stimmen, renommierte Ensembles und außergewöhnliche Opernwerke auf die Bühne der Staatsoper Unter den Linden. Den Auftakt gestaltet Rolando Villazón gemeinsam mit Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata beim Eröffnungskonzert Combattimento – Liebe, die in den Tod führt. Einer der Höhepunkte ist die Neuinszenierung von Francesco Cavallis La Calisto unter der Regie von Stefan Herheim, mit Vera-Lotte Boecker in der Titelpartie. Die Uraufführung von La Calisto war 1651 in Venedig, einer der Geburtsstätten der Kunstform Oper. Claudio Monteverdis L’incoronazione di Poppea wurde knapp 10 Jahre zuvor – auch in Venedig – zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Beide Opern können Sie im Rahmen der diesjährigen Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden erleben. Freuen Sie sich darüber hinaus mit Henry Purcells Dido & Aeneas in Sasha Waltz legendärer Produktion auf einen Publikumsliebling und Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice als halbszenisches Gastspiel aus Monaco mit der einzigartigen Cecilia Bartoli als Orfeo.
Wiener Volksoper: „CHICAGO“ – munter rein in den alten Broadway-Hit 24.10.2026 Premiere

Copyright: Marco Sommer/ Volksoper
Die Vereinigten Bühnen Wien wie die Volksoper oder die Seebühne in Mörbisch versorgen ihr Publikum heute lieber mit flotten alten Musicals als mit der noch älteren heimischen Operette. Ein Zeichen der Zeit. Auch ein Bekenntnis dafür, das es dieser ’Stadt der Musik’ in diesen Jahren an musikalischem Charakter und Persönlichkeiten mangelt. Wie der Vernunft zum vorsorglichen Aufbau der eigenen jungen Menschen. Immerhin: Für den so intensiv beworbenen Gastbetrieb steht Geld breit. „Chicago“ heißt es nun in der Volksoper. Ein Superstück aus dem Jahr 1975, am New Yorker Broadway in der Inszenierung von Musical-Magier Bob Fosse zum großen Erfolg geführt. Und im Theater an der Wien erlebte „Chicago“ zwei Einstudierungen, 1979 und 1998.
Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer
Wien
„Er ist in mein Messer gelaufen“: Bei „Chicago“ in der Volksoper hopsen Kinder über Leichen (Bezahlartikel)
Was tut man nicht alles, um als Mörderin an gute Schlagzeilen zu geraten. Die grausame Tat? Alles nur ein Witz im Musical „Chicago“. Unterhaltsam bedrückend. An der Wiener Volksoper mit ganz viel Körpereinsatz.
DiePresse.com.chicago
Wien/ Volksoper
„Chicago“: Die Volksoper legt den Kern des Klassikers frei
Man stelle sich vor, an der Staatsoper wäre noch nie der „Figaro“ zu hören gewesen. Ebenso absurd erscheint es, dass der Musicalklassiker „Chicago“ bis dato noch nie auf der Bühne der Volksoper zu sehen war – bis Samstagabend. Hausherrin Lotte de Beer macht mit ihrer Interpretation des Stücks die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte aber mit einem echten Paukenschlag wett. Angesichts dieser Version des Hitstücks kann sich der Broadway warm anziehen.
SalzburgerNachrichtenKultur
München
„Siegfried“ in München. Fünf herausragende Siegfried-Darsteller
Rund vier Monate liegt die „Walküren“-Premiere der aktuellen „Ring“-Neuproduktion an der Bayerischen Staatsoper zurück. Schon geht’s zu Beginn der neuen Saison 2026/27 mit „Siegfried“ weiter. Neugierde weckt vor allem der Tenor Benjamin Bruns, der sein Rollendebüt als Siegfried gibt: in einer der längsten und anspruchsvollsten Tenorrollen
BR-Klassik.de.siegfried
Der aktuelle Münchner „Siegfried ist Benjamin Bruns. Ob er sich unter die großen Siegfried-Darsteller einordnen kann?
Wien/MusikTheater an der Wien: Der fliegende Holländer- Wenn Sie ihn miterleben wollen, sollten Sie sich beeilen!
SENTA: eine faszinierende Operndeutung von Philipp Stölzl!

Amber Braid als Senta © Matthias Baus
Der Plot
Nur alle sieben Jahre darf der Holländer mit seinem Schiff anlanden und eine Frau freien, die ihm treu bis zum Tod bleibt und ihn so von seinem Fluch erlöst. Senta, die Tochter von Kapitän Daland, kennt seit Kindertagen die Legende vom Fliegenden Holländer und ist von der Idee besessen, ihn zu erlösen.
Zum Bericht von Elisabeth Dietrich Schulz
Freiburg: Werther und Charlotte jagen einander in einer unerbittlichen Verfolgungsjagd
Gute Zeiten, schlechte Zeiten…So überschreibt das Theater Freiburg die neue „Werther“ Inszenierung.
Ich habe die Serie nie gesehen, aber anscheinend sieht ihr Drehbuch auch viele gute Zeiten vor. Johann Wolfgang von Goethe hatte andere Pläne für Charlotte und Werther. Und das Theater Freiburg schließt sich mit einer kammerspielartigen Inszenierung an.
Von Kathrin Beyer
Klassik-begeistert.de
Basel: Leonard Bernstein: West Side Story • Theater Basel • Premiere: 23.10.2026
Eine Produktion der Komischen Oper Berlin
Ein tief bewegender Abend
Barrie Koskys Inszenierung der Mutter aller Musicals hat 2013 an der Komischen in Berlin ihre Premiere gefeiert und kommt nun ans Theater Basel. Die Produktion überzeugt weitestgehend.

Foto © Ingo Hoehn
Leonard Bernstein ist es mit seiner «West Side Story» in genialer Art und Weise gelungen in einer Synthese aller dramatischen Künste (Musik, Tanz und Schauspiel) ein Stück Weltliteratur mit Populärkultur zu verknüpfen.
Zum Bericht von Jan Krobot
Staatstheater Meiningen: FLAVIO,RE DE‘ LANGOBARDI von G.F.Händel, 23.10. Premiere

Copyright: Staatstheater Meiningen
Dies ist eine frühe Händeloper, relativ unbekannt, die er in seiner Londoner Zeit 1723 auf ein Libretto vo Nicolo Francesco Haym komponierte, der ihm auch die Texte zu den berühmten Opern C.G.Cesare, Tamerlano und Rodelinda lieferte. FLAVIO wurde 2023 sehr erfolgreich bei den Bayreuther Barockfestspielen in der Regie von Max Emanuel Cencic gespielt, und diese eigentliche Opera seria entpuppt sich als sehr ironische von Händel-Haym konzipierte Hofoper, die Liebesintrigen nach Lust und Laune des Königs und der Höflinge in Szene setzt, dabei aber auch ein tödlich endendes Duell in Kauf nimmt. Diese Erfolgs-Coproduktion wurde jetzt am Theater Meiningen wieder aufgenommen und da weitgehend mit Kräften dieses Hauses gespielt.
Zum Bericht von Friedeon Rosén
Meiningen: Der König badet
Händels selten gespielte Oper „Flavio“ lässt das Staatstheater Meiningen glänzen und wird zu Recht bejubelt. Als Georg Friedrich Händel in Londons barocker Opernwelt den Ton angab, wollte das zahlende Publikum bei Laune gehalten werden. Das musste sein, damit die Kasse klingelt und sein Opernunternehmen durchhielt. Das ging am besten mit zündender oder gefühlvoller Musik und mit Arien für die Kastraten und großen Diven, die damals die Stars der Szene waren. Bei der Uraufführung von „Flavio, Re de’ Longobardi“ 1723 standen mit den Altkastraten Gaetano Berenstadt, vor allem aber mit Senesiono und der Sopranistin Francesca Cuzzoni Interpreten auf der Bühne, deren Namen auch heute noch, nach über 300 Jahren, einen Klang haben, auch wenn es natürlich keine Aufnahmen von ihren Stimmen gibt.
Concerti.de.oper.meiningen
Filme der Woche

Filmstart. 29. Oktober 2026
DIE BLUTGRÄFIN
Österreich, Luxemburg, Deutschland / 2026
Regie: Ulrike Ottinger
Mit: sabelle Huppert, Birgit Minichmayr, Thomas Schubert,´Lars Eidinger, André Jung, Karl Markovics,Tom Neuwirth u.v.m.
Worüber zwei alte Damen kichern
Elfriede Jelinek, zu ihrem Achtziger von allen Medien pflichtschuldig gefeiert, ist nicht nur in Wien an zwei Theaters und im Kino mit dem Film „Liebhaberinnen“ präsent. Sie hat auch (gemeinsam mit der Regisseurin) das Drehbuch zu „Die Blutgräfin“ verfasst, was allerdings kein ganz frisches Werk ist. Sie und Filmemacherin und Allround-Performance-Künstlerin Ulrike Ottinger (die noch vier Jahre älter ist als die Jelinek) haben angeblich schon seit den neunziger Jahren an dem geschrieben, was sich heute als ultimativer Vampir-Trash präsentiert. Die Formel, „Was lange währt, wird endlich gut“, kann man hier allerdings guten Gewissens nicht anwenden.
Denn da kichern sich zwei alte Damen durch eine an sich äußerst hässliche Geschichte, weil sie das Morden offenbar so lustig finden. Die „Blutgräfin“ gab es wirklich, sie hieß Elisabeth Báthory, lebte von 1560 bis 1640 und bietet wohl eines der hässlichsten Beispiele in der Linie weiblicher Verbrecherinnen. Die reiche ungarische Gräfin wurde zu Lebzeiten des mannigfaltigen Mordes für schuldig gesprochen und in einem ihrer Schlösser bis zu ihrem Tod gefangen gehalten. Und wenn auch später (vor allem von ungarischer Seite) Bemühungen laut wurden, sie als Opfer Habsburgischer Ranküne darzustellen, gibt es wohl kaum Zweifel an ihrer Schuld und der ihrer Schergen, die junge Mädchen anlockten, folterten und töteten,
Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

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