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DIE MITTWOCH-PRESSE (5. MAI 2021)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: DIE MITTWOCH-PRESSE – 5. MAI 2021

München/ Bayerische Staatsoper
Montagsstück: Die Walküre/ 1. Akt
Staatsoper.de

München
Kulturstätten vor Öffnungen: Mut machen, Vorfreude wecken
Markus Söder kündigt bei stabiler Inzidenz unter 100 die Öffnung von Theatern an.
Münchner Abendzeitung

Berlin
Kultur in der Coronakrise: Die Komische Oper gibt auf
Die Saison ist beendet für die Komische Oper. Die anderen beiden Musiktheater der Hauptstadt hoffen dagegen weiter auf Spielmöglichkeiten.
Tagesspiegel.de

St. Margarethen
Zweiter Anlauf für „Turandot“ in St. Margarethen
Premiere nach Absage im Vorjahr heuer am 14. Juli, mehrere Sicherheitskonzepte ausgearbeitet.
Wiener Zeitung

DVD-Rezension: Ambitioniertes „Rheingold“ von der Oper Sofia
Die bulgarische Hauptstadt Sofia war bisher ebenso wenig wie andere Balkanstaaten für nennenswerte Auseinandersetzungen mit dem Werk Richard Wagners bekannt. Ab dem Jahr 2010 drang aber die Kunde von einem ambitionierten Ring-Projekt der Oper Sofia in die westeuropäischen Medien. Vollendet wurde diese Produktion von Wagners anspruchsvoller Tetralogie bereits 2013. Das Label Dynamic hat sich nun entschlossen, den gesamten Ring aus Sofia auf DVD zu veröffentlichen. Als erster Teil liegt nun die Rheingold-Aufführung von 2010 vor, die in ihrer sehr eigenwilligen Optik bestechend kreativ wirkt. Der Regisseur Plamen Kartaloff engagierte als Bühnen-und Kostümbildner den Maler Nikolay Panayotov, der für den kompletten Ring eine eindrucksvolle Bildwelt schuf, die stark an der Popart orientiert erscheint.
von Peter Sommeregger / Dynamic 37897
Klassik-begeistert.de

75 Jahre Chor des bayerischen Rundfunks – eine Hommage
Ich beginne mit dem mir nächstliegenden, dem 6. März 2021. Da zeigte mir der Chor des Bayerischen Rundfunks seine ganze Bandbreite. Henry Purcells Funeral Music for Queen Mary von 1695 kombiniert mit Georg Friedrich Haas in vain aus dem Jahr 2000. In der Reihe musica viva, die sich der zeitgenössischen Musik widmet. Mit Sir Simon Rattle am Pult zeigt der Chor, dass Purcell auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner emotionalen Aktualität verloren hat. Genauso wie das Stück das einen Titel trägt, der dem Chor so gar nicht entspricht. Vergebens (in vain), so mag sich die Expression des Stücks anfühlen. Wie der Chor – und das Orchester – diese Expression erzeugen, das hat mich sehr beeindruckt, wie Sie hier nachlesen können. Nachsehen können Sie diesen Konzertabend hier.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Es lebe die Unterhaltungskultur!
Der didaktische Bierernst der gegenwärtigen sogenannten Hochkultur ist ihr größter Fehler.
Wiener Zeitung.de

München
Uraufführung in München Bezahlartikel
Schubert ist wieder einmal ein Opernheld
https://www.diepresse.com/5974870/schubert-ist-wieder-einmal-ein-opernheld

Die Einsamkeit des musikalischen Genies: Premiere von Schuberts Reise nach Atzenbrugg
bachtrack

Digitale Wege für die Oper : Beam me up, Mozart!
Wie schaffen die Künste den Weg in die Zukunft, vor allem die altehrwürdige Oper? Ungewöhnliche Projekte erkunden, wie das Stammpublikum und Digital Natives sich annähern können.
Tagesspiegel.de

New York
Geschichte – Tschaikowsky in New York

Eröffnung der Carnegie Hall
Am 5. Mai des Jahres 1891 wurde in New York mit einer Konzertnacht die Carnegie-Hall eröffnet, benannt nach dem Multimillionär und Mäzen Andrew Carnegie, der den gigantischen Ziegelbau im Neo-Renaissance-Stil finanziert hatte. Und weil man sich einen Star für den Abend leisten wollte, einen exotischen noch dazu, lud man den Komponisten Peter Tschaikowsky ein, die New Yorker Philharmoniker zu dirigieren.
BR-Klassik.de

Mitten in erster abgesagter Saison: New Yorker Carnegie Hall wird 130
Neue Musikzeitung/nmz.de

Igor Levit: „Streams brauche ich nicht mehr, ich bin ihrer müde“
https://www.diepresse.com/5975212/igor-levit-streams-brauche-ich-nicht-mehr-ich-bin-ihrer-mude

Berlin
Einige machen Plus!
Die kuriose Corona-Bilanz der Berliner Bühnen
https://www.bz-berlin.de/kultur/die-kuriose-corona-bilanz-der-berliner-buehnen

Frankfurt
Oper Frankfurt: „Pur ti miro!“ – Ein Barockabend im Stream
Freitag, 7. Mai 2021, um 19.30 Uhr, über die Website der Oper (www.oper-frankfurt.de) bzw. deren Kanäle bei YouTube (www.youtube.com) und Facebook (www.facebook.com) abrufbar
https://www.theaterkompass.de/beitraege/oper-frankfurt-ein-barockabend-im-stream-55306

Buch über Sängerin
Die erste Leonore: Wilhelmine Schröder-Devrient
Deutschlandfunk.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
Metropolitan Opera Commemorates Mother’s Day With a Questionable Lineup of Family Drama
https://www.playbill.com/article/metropolitan-opera-commemorates-mothers-day-with

Royal Opera House Announces
A Free Stream Of A Special Insight To Meet The Young Dancers Of The Royal Ballet
broadwayworld.com

A Soldier’s Tale for our time: a captivating new film from the Hallé
https://operatoday.com/2021/05/a-soldiers-tale-for-our-time-a-captivating-new-film-from-the-halle/

Bachtrack top ten: a pandemic playlist of most-performed lockdown works
https://bachtrack.com/de_DE/playlist-lockdown-pandemic-playlist-classical-april-2021

Amsterdam
Vehicle of hope: David Dawson’s Metamorphosis for Dutch National Ballet
bachtrack

London
Nicola Benedetti takes on a ferocious new violin concerto
https://www.ft.com/content/a47b1103-f6bf-43f1-b240-ae1c0cc47f0e

Chicago
CSO plans to resume in-person concerts May 27 at Symphony Center
https://chicago.suntimes.com/2021/5/4/22416308/chicago-symphony-orchestra

Sarasota
Sarasota Opera Safely and Successfully Concludes 62 Season With DIDO AND AENEAS
24 performances of four fully staged productions took place for socially distanced audiences inside the historic Sarasota Opera House.
broadwayworld.com

Ballett/ Tanz

Wien
Zwei neue Erste Solisten für das Wiener Staatsballett
Hyo-Jung Kang aus Stuttgart und Alexey Popov aus München wechseln in der nächsten Spielzeit an das Haus am Ring
Der Standard.at

Ein Jahr Flaute: Was die Pandemie im Tanz anrichtet
Keine künstlerische Ausbildung dauert so lang wie die von Tänzerinnen und Tänzern. Und die Karrieren sind kurz. Fünf von ihnen erzählen, wie es ihnen im Coronajahr ergangen ist. Sie haben hart trainiert, online vorgetanzt, choreografiert – und Pullover gestrickt.
https://www.diepresse.com/5973280/ein-jahr-flaute-was-die-pandemie-im-tanz-anrichtet

Sprechtheater

Wien
Theater auf Publikumssuche
Wann öffnen die Wiener Theater wieder? Was passiert mit den Premieren der freien Szene?
Wiener Zeitung

Reichenau/NÖ
Festspiele Reichenau auch für heuer abgesagt
Grund: Bei nur 50-prozentiger Auslastung kann man das zu große Defizit nicht in Kauf nehmen.
Der Standard.at

Machtmissbrauch an Berliner Bühnen: Das System Stadttheater
Spätestens mit der Klage gegen das Gorki Theater wird heftig über Mobbing und Machtmissbrauch an staatlichen Bühnen debattiert. Die Berliner Grünen luden zur Diskussion über die Strukturen.
Tagesspiegel

Vorarlberger Landestheater zeigt vier Uraufführungen
Unter dem Motto „Wir reden über Kunst, das sieht man doch!“ hofft das Landestheater Vorarlberg auf eine ungestörte Spielzeit 2021/22. Auf dem Programm stehen vier Uraufführungen und auch Produktionen, die Pandemie-bedingt bisher nicht gezeigt werden konnten.
Salzburger Nachrichten

Geschichte

Zum 200. Todestag von Napoleon: Die Kinder der Revolution
Am 5. Mai 1821 starb Napoleon Bonaparte in Longwood House auf St. Helena.
Frankfurter Rundschau

Polemik zum 200. Todestag
War Napoléon I. nun ein Rechter oder ein Linker?
Frankfurter Rundschau

200. Todestag von Napoleon Bonaparte
Blutrausch und Aufklärung
Deutschlandfunk.de

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Unter’m Strich

Chinesische Rakete fällt unkontrolliert zurück zur Erde
Eine 20 Tonnen schwere Rakete aus China ist auf dem Weg zurück in die Erdatmosphäre. Bei dem Wiedereintritt soll es zudem Trümmerteile regnen. Nur ist noch nicht klar, wo sie genau landen werden.
Neue Zürcher Zeitung

Coronavirus weltweit: Grüner EU-Corona-Pass soll in der zweiten Juni-Hälfte verfügbar sein, EU startet Schnell-Prüfverfahren für chinesischen Impfstoff
Über 153,1 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 3,2 Millionen Infizierte sind gestorben, rund 90 Millionen genesen.
Neue Zürcher Zeitung

China hat eine klare Strategie, die EU hat keine
Die EU spielt wirtschaftlich (noch) auf Augenhöhe in der Gruppe der großen Drei mit, ist geopolitisch aber ein mickriger Zwerg. Um zu dieser Diagnose zu kommen, genügt es völlig, sich anzusehen, wie sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel neulich vom autokratischen Chef des Schwellenlandes Türkei vorführen ließen – und wie jämmerlich und hilflos die Gemeinschaft danach reagierte.
https://www.diepresse.com/5975236/china-hat-eine-klare-strategie-die-eu-hat-keine

Kommentar
Und es gibt sie doch!
Und zur Hochzeit von Nessie und Nessus kommen die Einhörner. Vielleicht kommen sie ja zu spät, die Einhörner, denn neulich wurde ich belehrt, dass Einhörner vorbei seien. Aber wissen das die Einhörner selbst auch?
https://www.wienerzeitung.at/meinung/kommentare/2102874-Und-es-gibt-sie-doch.html

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 5. MAI 2021)

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 5. MAI 2021)

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Testen? Masken?
Habt uns gern!

Es geht also wieder los mit dem Theaterleben am 19. Mai. Wirklich? Die Meldung kam, dass die Festspiele in Reichenau, die schon sehr viele Karten für diesen Sommer verkauft (aber klugerweise noch nicht kassiert) haben, jetzt plötzlich zum zweiten Mal in Serie ihre Saison absagen. Ihr Argument klingt logisch: „Wir wollen Theater erster Klasse spielen, so wie wir immer spielen, nicht mit Tests und Masken“, sagen die Loidolts, das Intendantenpaar. Man kann sich gut vorstellen, dass das im Durchschnitt nicht ganz junge Publikum, das sie anziehen, wenig Lust hat, sich permanent um Tests zu kümmern und vor allem mit den Masken ganzen Vorstellungen durchzusitzen und unter Atemnot zu leiden. Das Gejammere und die Beschwerden will man sich gar nicht vorstellen.

Außerdem können die Loidolts rechnen: Der finanzielle Schaden würde, wenn sie nur die halbe Anzahl von Karten verkaufen dürfen, etwa 1,2 Millionen Euro betragen, geben sie bekannt. Dass die Schauspieler ihre (in Reichenau bekannt üppigen) Gagen reduzieren lassen würden, und dass das Publikum, das ohnedies schon saftige Preise bezahlt, bereit wäre, noch mehr auf den Tisch zu legen, um sich mit einer Maske hinzusetzen… nein, die Loidolts sind vermutlich die klügeren.

Interessant ist die Website der Josefstadt: Da will man sich nicht länger foppen lassen, nachdem man schon frühzeitig einen Spielplan erstellt hatte, der dann nichts wert war. Die Website ist leer. „Es wurden keine Vorstellungen gefunden“, heißt es für Mai… Das nennt sich „gesundes Misstrauen“

Nicht viel Glück hatte her Kay Voges mit der Übernahme des Volkstheaters, in seiner ersten Saison ist fast nichts passiert. Er lässt noch ein paar Mal durch die „Black Box“ führen, „PHANTOMTHEATER FÜR 1 PERSON“, wie es heißt. Für Joseph Beuys gibt es eine Online-Geburtstagsparty mit Jonathan Meese am 12. Mai. Die nächsten Vorstellungen sind für Oktober 2021 (!!!) geplant…

Das Theater an der Wien hat noch „Der feurige Engel“ und „Saul“ für Bezahl-Sender und DVD hergestellt und bereitet für 26. Mai in der Kammeroper das „Tristan Experiment“ von Günther Groissböck vor. Im übrigen lässt man es für diese Spielzeit gut sein und wird am 10. Mai ab 10.00 Uhr das neue Saisonprogramm für die Spielzeit 21/22 auf der Website des Hauses präsentieren. Um 10:30 Uhr wird Intendant Roland Geyer gemeinsam mit VBW-Geschäftsführer Franz Patay im Stadtfernsehen W24 Einblicke in die neue Saison geben.

Das Burgtheater, das das große Haus sperrt, hat im Akademietheater, Kasino und Vestibül noch einen Marathon von acht Premieren bis Saisonende angekündigt, aber die Website gibt noch keine Daten an. Na, ist ja auch noch ein bisschen Zeit. Tatsächlich sind die Bundestheater jene Institutionen, die spielen können, weil ihr finanzielles Risiko vom Steuerzahler aufgefangen wird. Also haben Staatsoper und Volksoper ihre Spielpläne erstellt, letztere nimmt aber vorläufig nur „Bestellungen“ entgegen.

Was die Staatsoper betrifft… nun, da haben Opernfreunde recherchiert. Die Zahlen, die mir vorliegen (ich habe sie nicht überprüft, relato refero), besagen, dass gerade die vier „Macbeth“ mit der Nebtrebko, immerhin zweimal „Faust“ (haben die Jubelkritiken doch genützt!) und die erste „Tosca“ mit Beczala, Yoncheva und Maestri ausverkauft sind. Das Interesse an der neuen „Poppea“ ist dagegen eher gering, wie auch an der alternativ besetzten „Carmen“. Und die „Entführung“ – die will anscheinend gar niemand sehen.

Sicher sähe die Situation anders aus, wenn der Besuch dem Publikum nicht so schwer gemacht würde. Auch wenn nun die meisten Apotheken Tests anbieten (an die Selbsttests will man ja nicht so recht glauben, wenn man sich nicht selbst mit dem Smartphone filmt… und wenn man keines haben will?), ist Terminbeschaffung und Aufwand doch beträchtlich. Was den „Grünen Paß“ betrifft, so kennt sich niemand aus. Wann die Glücklichen, die geimpft sind (in Wien warten derzeit über 800.000 Menschen auf einen Termin), einfach nur den gelben Impfpass schwenken müssen, steht in den Sternen. Aber auch dann heißt es: Schnauze auf!

Wenn allerdings alles andere endlich wirklich leicht gemacht würde – dann würde man damit wahrscheinlich seufzend und grumpelnd leben. Aber derzeit scheinen doch viele Menschen angesichts der „Theater-Komplikationen“ einfach „Pfeif drauf! Habt uns doch gern!“ zu denken… Es ist die Politik, die sich etwas dazu einfallen lassen muss. Schulterzucken reicht nicht.

Renate Wagner
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MÜNCHEN/ STAATSOPER.TV: DIE WALKÜRE am 13. Mai

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Die Live-Streams der Staatsoper im Mai: Ausnahmsweise nicht am Montag, sondern am Feiertag, 13. Mai, singen Jonas Kaufmann, Lise Davidsen und Georg Zeppenfeld unter der Leitung von Asher Fisch den 1. Aufzug aus Die Walküre von Richard Wagner.

Sollten die Inzidenzwerte in München es zulassen, wird diese Vorstellung auch für Publikum im Saal geöffnet. Die Bayerische Staatsoper arbeitet momentan an einem Spielplan für die Woche ab dem 17. Mai.

Die Neuproduktion Lear, inszeniert von Christoph Marthaler und dirigiert von Jukka-Pekka Saraste, wird am 30. Mai auf STAATSOPER.TV übertragen. Die Titelpartie singt Christian Gerhaher in seinem Rollendebüt.

Spielplan / Stückinfo
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NEUE ERSTE SOLISTEN IM ENSEMBLE DES WIENER STAATSBALLETTS

Wiener Staatsballett: Hyo-Jung Kang und Alexey Popov ab der Saison 2021/22 Mitglieder der Compagnie

Im Wiener Staatsballett tanzen ab der Spielzeit 2021/22 zwei neue Erste Solisten: Aus dem Stuttgarter Ballett wechselt Hyo-Jung Kang in das von Martin Schläpfer geleitete Ensemble, aus München kommt Alexey Popov, derzeit Mitglied des Bayerischen Staatsballetts, nach Wien.

»Es ist mir ein große Freude und Ehre, dass diese beiden außergewöhnlichen Tänzer ab der Spielzeit 2021/22 zum Wiener Staatsballett stoßen werden«, so Martin Schläpfer über die beiden wichtigen Neuengagements:

Mit der Koreanerin Hyo-Jung Kang gewinnt das Wiener Staatsballett eine international renommierte Ballerina, die als Erste Solistin des Stuttgarter Balletts sich nicht nur mit den großen klassischen Frauenrollen in die Herzen der Zuschauer getanzt hat, sondern auch zahlreiche zeitgenössische Choreograph*innen zu ihren Kreationen inspirierte. Martin Schläpfer hatte Hyo-Jung Kang 2020 während seiner Arbeit mit dem Stuttgarter Ballett kennengelernt und für sie die Hauptrolle in der Uraufführung Taiyo to Tsuki geschaffen – eine Zusammenarbeit, die er als »unvergessliche Erfahrung« bezeichnet: »Hyo-Jung Kang ist eine großartige Ballerina und eine wunderbare Frau – eine Ausnahme-Erscheinung im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann es kaum erwarten, wieder für sie kreieren zu dürfen.«

»Ich bin beim Stuttgarter Ballett aufgewachsen, habe mich als Tänzerin entwickeln und entfalten können. Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich dort gelernt habe, und für die Förderung, die ich sowohl von Reid Anderson als auch von Tamas Detrich erfahren habe. Die Entscheidung fiel mir schwer, aber die Zeit ist nun reif dafür, dass ich mich einer neuen Herausforderung stelle. Die künstlerische Zusammenarbeit im Winter 2020 mit Martin Schläpfer war eine sehr besondere; ich freue mich, nun mit diesem wunderbaren Choreographen intensiver zusammen zu arbeiten«, so Hyo-Jung Kang.

Mit dem aus Moldawien stammenden Alexey Popov bereichert ein hochbegabter, an der renommierten Waganowa-Akademie des Sankt Petersburger Mariinski-Balletts ausgebildeter Tänzer die Reihe der Ersten Solisten des Wiener Staatsballetts. Martin Schläpfer charakterisiert Alexey Popov als einen »jungen, kraftvollen Danseur Noble, der die meisten großen klassischen Prinzenrollen interpretiert hat, aber spielend leicht auch in andere Stile und Techniken zu wechseln vermag und den choreographischen Schöpfungs-Prozess als absolut relevant priorisiert«.

Alexey Popov: »Ich freue mich sehr auf meine erste Saison mit dem Wiener Staatsballett, auf die Arbeit an neuen Rollen und mit dem neuen Team. Mich reizt das vielfältige Repertoire und die Art und Weise, wie Martin Schläpfer klassische und zeitgenössische Choreographien kombiniert. Und es wird für mich sehr interessant sein, an den Kreationsprozessen seiner eigenen Werke, die ich als sehr ausdrucksstark und emotional empfinde, beteiligt sein zu dürfen. Nicht zuletzt freue ich mich aber auch auf die berühmte Bühne der Wiener Staatsoper – in diese nicht verliebt zu sein, ist unmöglich. Ich kann die neue Saison kaum erwarten.«

Hyo-Jung Kang

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Hyo-Jung Kang (c) Carlos Quezada


Hyo-Jung Kang erhielt ihren ersten Ballettunterricht an der Sunwha Art Middle School in ihrer Heimatstadt Seoul und besuchte von 1998 bis 2002 die Kirov Ballet Academy in Washington D.C. Mit der Universal Ballet Company tourte sie durch Korea. Beim Prix de Lausanne 2002 gewann sie ein Stipendium, mit dem sie ihre Ausbildung an der John Cranko Schule Stuttgart fortsetzte. Es folgte ein Engagement ins Stuttgarter Ballett, zunächst 2003/04 als Elevin, ab 2004/05 im Corps de ballet. 2008/09 wurde Hyo-Jung Kang zur Halbsolistin befördert, 2010/11 zur Solistin. Nach ihrem Rollendebüt als Julia in John Crankos Romeo und Julia ernannte Ballettintendant Reid Anderson sie 2011 zur Ersten Solistin.

Hyo-Jung Kang verfügt über ein breites Repertoire im klassischen und zeitgenössischen Bereich und inspirierte zahlreiche renommierte Choreographen zu Kreationen. Sie tanzte die großen Hauptrollen John Crankos wie Tatjana und Olga in Onegin, Julia in Romeo und Julia, Odette / Odile in Schwanensee und Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung. Sie begeisterte als Giselle (Jean Coralli, Jules Perrot & Marius Petipa), Sylphide (Peter Schaufuss nach August Bournonville), Prinzessin Aurora in Dornröschen (Márcia Haydée), Kitri in Don Quijote (Maximiliano Guerra) und Manon Lescaut in Die Kameliendame (John Neumeier) ebenso wie als Sterbender Schwan (nach Michel Fokine) oder als Solistin in Siebte Sinfonie (Uwe Scholz). Weitere zentrale Rollen tanzte sie in Werken von George Balanchine, Maurice Béjart, Jorma Elo, William Forsythe, Itzik Galili, Johan Inger, Jirí Kylián, Kenneth MacMillan, Natalia Makarova, Hans van Manen, Roland Petit und Jerome Robbins.

Martin Schläpfer kreierte für sie die Hauptrolle in seiner Stuttgarter Uraufführung Taiyo to Tsuki, Christian Spuck die Rolle der Maria de Medici in …, la peau blanche, …, Kevin O’Day die Fahrende Tänzerin in Hamlet. Darüber hinaus tanzte sie u.a. in Uraufführungen von Mauro Bigonzetti, Bridget Breiner, Edward Clug, Andreas Heise, Katarzyna Kozielska, Douglas Lee, Christian Spuck, Louis Stiens und Demis Volpi.

 

Alexey Popov

Meet the dancer: Alexey Popov - YouTube
Alexej Popov. Foto: Youtube

Alexey Popov, in Chisinau, Moldawien, geboren, schloss 2010 seine Ausbildung an der Waganowa-Ballettakademie Sankt Petersburg ab. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Mariinski-Balletts, wo er weiterhin von Lehrern wie Gennady Selyutsky und Sergei W. Vikharev betreut wurde und Classes u.a. bei Igor Kolb und Leonid Sarafanov besuchte. 2014 gewann er den 1. Preis bei der Yuri Grigorovich International Ballet Competition in Sochi (World Youth Ballet International Competition). 2016 engagierte Igor Zelinsky ihn als Solisten ins Bayerische Staatsballett München, wo er 2019 zum Ersten Solisten befördert wurde.

Zu den herausragenden Partien, die Alexey Popov mit dem Mariinski-Ballett interpretierte, zählen Prinz Siegfried in Schwanensee und Prinz Désiré in Dornröschen (Konstantin M. Sergeyev nach Marius Petipa), der Nussknacker-Prinz in den Produktionen von Vasili Vainonen und Kirill Simonov, James in La Sylphide (Elsa-Marianne von Rosen nach August Bournonville), Lankedem in Le Corsaire (Piotr A. Gussew) sowie der Rosengeist in Le Spectre de la rose (Mihkail Fokine). Außerdem tanzte er in Werken von Victor Gsovsky, Harald Lander, Benjamin Millepied, Roland Petit und Alexei Ratmansky. Zu seinen Rollen beim Bayerischen Staatsballett gehören Albrecht in Giselle (Peter Wright nach Marius Petipa), Colas in La Fille mal gardée (Frederick Ashton), Lenski in Onegin, Mercutio in Romeo und Julia, Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (John Cranko) sowie Demetrius in Ein Sommernachtstraum und Drosselmeier in Der Nussknacker (John Neumeier). Er war als Solist in George Balanchines Symphony in C, Rubies und Diamonds aus Jewels zu erleben. Außerdem arbeitete Alexey Popov in München mit Christopher Wheeldon bei Alice’s Adventures in Wonderland sowie Wayne McGregor bei Kairos und Borderlands zusammen.

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JUNGES, NEUES PUBLIKUM FÜR DIE OPER

Liebe Redaktion

…ich glaube diese Frage, dieses Faktum beschäftigt die gesamte Opernwelt und hier vor allem den neuen Operndirektor der Wiener Staatsoper. Mit viel Mut und Einsatz hat er bisher, trotz Corona-Pandemie, seine, für Wien, Neuproduktionen bewußt einer neuen Aesthetitk unterworfen, eine Aesthetik, die sich vor allem dem „Digitalen Zeitalter“,(„4.0.“) der vielen optisch-technologischen (cinematographischen) Mitteln bedient , ausgerichtet in der Hoffnung, dadurch neues, vor allem junges Publikum zu gewinnen. Wünschen wir ihm dazu alles Gute dieser (Opern)Welt

Falls Zweifel aufkommen sollte, „wie“ man junges, neues Publikum gewinnt, dann rate ich das Buch

                                                                 WIR VOM STEHPLATZ

 zur Hand zu nehmen.

Hier erzählen, rückblickend ,über 70 Personen aus allen Berufs und Gesellschaftsschichten, wie es dazu kam  auf den berühmt- berüchtigten Wiener Stehplatz zu gelangen.Welche Umstände, welche Zufälle vorlagen und was  dieser Besuch bewirkte und sie dann bewog,( mit dem Opernvirus befallen,)  zum Opernfan zu werden.

Nicht  nur ein Zeitdokument, kein tiefenpsychologisches Werk,kein Ratgeber, sondern rein aus der Sicht aus unserem Alltagsgeschehen, aber gerade dadurch mit einigen Anstößen 

mit freundlichen Grüßen

Erich Seitter
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LÜBECK: Klaus Florian Vogt neuer Honorarprofessor an der MHL

Der international renommierte Sänger Klaus Florian Vogt ist neuer Honorarprofessor an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Vogt gilt als einer der erfolgreichsten Sänger seiner Generation und zählt zu den herausregenden Wagner-Tenören der Gegenwart. Durch die Honorarprofessur wird Vogt regelmäßig zu Gast in Lübeck sein, um seine Erfahrungen an Gesangsstudierende der MHL weiterzugeben.

MHL-Präsident Prof. Rico Gubler wird Klaus Florian Vogt zum Auftakt des Streaming-Konzerts »Nachtigall«, das am Freitag, 7. Mai um 19.30 Uhr im Rahmen des Brahms-Festivals ausgestrahlt wird, zum Honorarprofessor ernennen: »Klaus Florian Vogt ist an allen großen Häusern der Welt in bedeutenden Rollen zu erleben, herausgehoben seien die Partien des Lohengrin oder des Paul in »Die tote Stadt« von Korngold. Aufgrund seiner Erfahrungen ist er eine wertvolle Bereicherung für unsere Hochschule und für die internationale Ausstrahlung unserer Gesangsabteilung.«

Klaus Florian Vogt ist nicht nur gefragter Gast an allen großen Opernhäusern, sondern auch bei vielen internationalen Festivals. Zu seinem Repertoire gehören Partien wie Lohengrin, Tannhäuser, Parsifal, Stolzing und Siegmund, aber auch Rollen wie Florestan (»Fidelio«) und Prinz (»Rusalka«). Seit 2007 singt Vogt bei den Bayreuther Festspielen, 2019 war er auch bei den Salzburger Osterfestspielen zu erleben. Auch als Konzert- und Liedsänger hat Vogt sich einen Namen gemacht. Er arbeitet mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen, unter anderem mit Daniel Barenboim, Andris Nelsons, Christian Thielemann und Simone Young. 2019 verbuchte er in der Hamburger Elbphilharmonie mit Schuberts Liederzyklus »Die schöne Müllerin« in einer kammermusikalischen Fassung einen großen Erfolg. 2019 verlieh ihm der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den Ehrentitel »Hamburger Kammersänger«.

Der aus Norddeutschland stammende Tenor begann seine musikalische Karriere als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. 1994 nahm er parallel ein Gesangsstudium an der MHL bei Prof. Günter Binge auf. Mit der Lübecker Honorarprofessur schlägt er nun auch eine pädagogische Laufbahn ein. »Die Ernennung zum Honorarprofessor in Lübeck ist eine große Ehre«, sagt Klaus Florian Vogt. »Mit der Musikhochschule Lübeck bin ich emotional eng verbunden, denn hier hat meine Gesangskarriere ihren Anfang genommen. Dass sich mein künstlerischer Schwerpunkt einmal ganz auf den Gesang verlegen würde, konnte ich damals natürlich noch nicht ahnen. Durch die Honorarprofessur kehre ich nun zur Hochschule zurück und freue mich sehr, den Faden wieder aufzunehmen und mit den von mir geleiteten Meisterkursen dem Institut etwas zurückgeben zu können. Das ist für mich eine neue, spannende Aufgabe. Besonders freue ich mich auf den Austausch mit den Studierenden.«
 
Honorarprofessuren können an Personen verliehen werden, die hauptberuflich außerhalb der Hochschule tätig sind und nur zeitweise dort lehren. Es ist das sechste Mal, dass die MHL eine Honorarprofessur vergibt. Weitere MHL-Honorarprofessuren erhielten Bernd Weikl (1988), Siegfried Palm (1994, † 2005), Kurt und Renate Hofmann (1998), Lynn Harrell (2004, † 2020) und Ton Koopman (2016).

Die Überreichung der Ehrenurkunde an Klaus Florian Vogt wird im MHL-Streaming am Freitag, 7. Mai um 19.30 Uhr unter www.mh-luebeck.de übertragen.

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ST. MARGARETHEN: Oper im Steinbruch: TURANDOT feiert im Juli Premiere

Mit Giacomo Puccinis „Turandot“ kommt asiatisches Flair in den Steinbruch. 

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Karl Wessely, Daniel Serafin. Foto: Esterhazy/ Andreas Tischler

Was lange währt, wird endlich gut: Nachdem sich im vergangenen Jahr die Geschäftsleitung der Arenaria dazu entschlossen hat covidbedingt die Produktion in die heurige Spielsaison zu verlegen, findet die Premiere von Giacomo Puccinis Operndrama „Turandot“ am 14. Juli statt.  Giacomo Puccinis „Turandot“ gilt als Klassiker der italienischen Oper. Mit „Keiner schlafe – Nessun dorma!“ schuf der italienische Komponist eine der beliebtesten Arien der gesamten Opernliteratur. 

„Mein internationales Team und ich freuen uns schon auf eine fulminante Operninszenierung und einen sicheren Kulturgenuss im heurigen Sommer. Die Mitwirkenden sind bereits bestens durch die laufenden Vorbereitungen eingespielt und haben mittels Videokonferenz an der gemeinsamen Umsetzung gearbeitet. Unser Gesundheits- und Sicherheitskonzept ist im Einklang mit geltenden rechtlichen Bestimmungen, aktuellen medizinischen Erkenntnissen und den 2020 gewonnenen Lehren konzipiert worden“, so Daniel Serafin, Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch. 

LEADING TEAM UNVERÄNDERT
Glücklicherweise ist es gelungen, das Leading Team, bestehend aus dem amerikanischen Regisseur Thaddeus Strassberger und dem ebenfalls aus den USA stammenden Bühnenbildner Paul Tate dePoo für die diesjährige Spielsaison wieder zu gewinnen. Ebenso mit dabei sind die opulenten Kostüme des Italieners Giuseppe Palella
Erfreulicherweise konnte auch das hochkarätige Starensemble für 2021 wieder verpflichtet werden. Mit dem Dirigenten Giuseppe Finzi steht ein wahrer Spezialist für die farbenprächtigen Partituren Giacomo Puccinis erstmals am Pult der Oper im Steinbruch. Unter seiner Leitung wird ein Ensemble aus internationalen Spitzensängerinnen und -sängern sowie  vielversprechenden   Nachwuchstalenten Puccinis letzte Oper zu akustischem Hochgenuss bringen: Nach ihrem sensationellen Erfolg als Tosca 2015 kehrt die österreichische Sopranistin Martina Serafin nun als Turandot in den Steinbruch St. Margarethen zurück. Alternierend werden zudem die polnisch-amerikanische Sopranistin Ewa Płonka , die dabei ihr Österreich-Debüt feiert, und Courtney Mills in die Rolle der geheimnisvollen Prinzessin schlüpfen. Auch die Partie des Prinzen Calaf teilt sich Andrea Shin mit Leonardo Caimi – zwei international renommierte Puccini-Tenöre, die diese schwierige Partie schon an den großen Opernhäusern verkörpert haben. Die getreue Dienerin Liù wird unter anderem von Donata D’Annunzio Lombardi, einer der gefragtesten Puccini-Sopranistinnen der internationalen Szene gegeben. In weiteren Rollen sind zudem Nachwuchsstars wie Angelo Pollak oder Leo An zu erleben.

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Daniel Serafin. Foto: Esterhazy/ Andreas Tischler

Karten für die Vorstellungen erhalten Sie im Ticketbüro pan.event unter             
T +43 2682 65065 oder per E-Mail: tickets@panevent.at

Alle Informationen sowie die aktuellen COVID-Sicherheitsregeln für den Besuch der Oper im Steinbruch sind unter www.operimsteinbruch.at zu finden. 

TERMINE & INFORMATIONEN                    
Premiere: 14. Juli 2021    
weitere Termine:     
15., 16., 23., 24., 29. und 30. Juli 2021   
1., 5., 6., 7., 12., 13., 19., 20., und 21. August 2021    
Beginn Juli: 20.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr 
Beginn August: 20.00 Uhr, Einlass ab 18.00 Uhr     
Dauer: ca. 2,45 Std. inklusive Pause     
Preise: € 43 bis € 146

TICKETBESTELLUNGEN
Ticketbüro pan.event
T: +43 2682 65065
E: tickets@panevent.at
www.operimsteinbruch.at

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Theater Altenburg Gera auf Open-Air-Saison vorbereitet

sommertheater 2020 vor der bühne am park gera (foto ronny ristok) 6554
So war es 2020. Foto: Ronny Ristok

In Anbetracht der aktuellen Regelungen des Infektionsschutzgesetzes, wodurch Öffnungsmöglichkeiten für Theater von lokalen Inzidenzwerten abhängig gemacht werden, muss der öffentliche Spielbetrieb des Theaters Altenburg Gera vorerst weiter ruhen. Erst wenn die Inzidenzwerte in Altenburg bzw. Gera fünf Tage lang unter 100 liegen, wären zwei Tage später wieder Veranstaltungen mit Publikum möglich. Wann das eintritt, ist derzeit nicht absehbar, sodass im Moment kein Zeitpunkt für eine Öffnung der Theater genannt werden kann.

Um auf künftige Öffnungsmöglichkeiten auch kurzfristig reagieren zu können, hat man am Theater Altenburg Gera einen vielfältigen Spielplan vorbereitet. Ab Pfingsten wäre es theoretisch möglich, in einer Freiluftspielstätte auf dem Platz vor der Bühne am Park Gera und im Theaterzelt Altenburg Konzerte, Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Puppentheater für Publikum anzubieten. In Gera soll neben dem Theater ähnlich wie schon 2020 eine Open-Air-Bühne und eine Publikumsbestuhlung auf der weitläufigen Terrasse des ehemaligen Theaterrestaurants aufgebaut werden. Das Theaterzelt Altenburg soll durch die Öffnung der seitlichen Zeltwände zu einer Außenspielstätte umfunktioniert werden. So könnte die dortige Einrichtung genutzt und eine effektive Lüftung ermöglicht werden.

Außerdem bereitet sich das Theater Altenburg Gera auch darauf vor, an der Bockwindmühle Lumpzig das Freilichtspektakel „Krabat“ als Mystery-Musical uraufzuführen. Eine Serie von ca. 20 Vorstellungen von Anfang Juli bis Anfang August wäre seitens des Theaters machbar, wenn es dann die entsprechenden Rahmenbedingungen erlauben. Alle fünf Sparten bereiten Programme vor, die unter Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen gespielt werden können und auch für das Publikum sind Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgesehen, die auf den guten Erfahrungen des letzten Jahres basieren.

Der genaue Spielplan wird veröffentlicht, sobald die Wiederaufnahme des Spielbetriebs verlässlich absehbar ist. Dann werden auch die Theaterkassen wieder geöffnet und der Kartenverkauf gestartet

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DIE DIENSTAG-Presse (4. MAI 2021)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: DIE DIENSTAG-PRESSE – 4. MAI 2021

München
Bachlers Kampfansage an die Labels und Hilfe für unsere Chöre
Nun also auch die Bayerische Staatsoper: Intendant Nikolaus Bachler kündigte an, dass sein Haus ein eigenes Klassik-Label gründen wird.
https://crescendo.de/klassikwoche18-2021-bsorec-rbb-bayreuth-1000083240/

Berlin
Opern-Intendent Barrie Kosky: „Ein Abenteuer, bei dem die Reise zählt“
Die Komische Oper Berlin macht beim Digitalprojekt „Spielräume!“ mit. Intendant Barrie Kosky über Computerspiele und seine Sehnsucht nach Stimmengewirr im Foyer.
Tagesspiegel.de

München/ Gärtnerplatztheater:
„Schuberts Reise nach Atzenbrugg“
Theater live/ Stream-Vergleich: „Vom Himmelhochjauchzen zur lauwarmen Dusche!“
https://onlinemerker.com/muenchen-gaertnerplatztheater-schuberts-reise-nach-atzenbrugg-von-johanna-doderer-peter-turrini-premiere/

Kunst kommt von Leiden
Ein musikalischer Trip ins Innere eines verzweifelten Genies: Am Gärtnerplatztheater hat die Oper „Schuberts Reise nach Atzenbrugg“ Premiere. Zu sehen ist sie als Live-Stream, doch ein paar Zuschauer dürfen physisch dabei sein – und staunen
https://www.sueddeutsche.de/mu…ommt-von-leiden-1.5281488

Zwitterpartie: „Schuberts Reise nach Atzenbrugg“ am Gärtnerplatztheater
Münchner Merkur

Wien
Wie viel Theater verträgt die Oper? Bezahlartikel
„Faust“ in der Staatsoper: Stark regielastig, musikalisch großartig.
https://www.nachrichten.at/kultur/wie-viel-theater-vertraegt-die-oper;art16,3392819

Linz
Im Glanz eines Meisterinterpreten
Wiener Klassik, Bruno Weil und das Bruckner Orchester im Netz
https://volksblatt.at/im-glanz-eines-meisterinterpreten/

Oberösterreich
Elf Aufführungen bei den Stiftskonzerten

Die Oberösterreichischen Stiftskonzerte präsentieren in ihrer heurigen 48. Saison zwischen 29. Mai und 25. Juli elf Konzerte in den barocken Prunkräumen der Stifte St. Florian, Kremsmünster und Lambach.
https://ooe.orf.at/stories/3102126/

„Die Leute sind so hungrig auf Kultur“
Jan Vogler will in der Pandemie nicht verzagen. Der Cellist und Festivalmacher macht sich lieber Gedanken über die Zukunft der Klassik.
Tagesspiegel.de

Brüssel
Albtraumhaft und psychotisch
Die Regisseurin Andrea Breth hat Benjamin Brittens Rätseloper „The Turn of the Screw“ für Brüssel inszeniert: Sogar der Stream fasziniert dank ihrer Personenführung.
Sueddeutsche Zeitung

Charles Ives: Sinfonien Nr. 1–4 / Gustavo Dudamel
Neue Musikzeitung/nmz.de

Österreich sammelt (sich) vor dem Stephansdom
Ex-Life Ball-Organisator Gery Keszler plant eine Fernsehshow rund um den Stephansdom. Sie soll Hoffnung geben – und Geld für jene einspielen, die von der Viruspandemie besonders hart getroffen wurden.
https://www.diepresse.com/5974713/osterreich-sammelt-sich-vor-dem-stephansdom

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
Classical And Opera Streams You Absolutely Need To See This Week: May 3 – 9
https://www.ludwig-van.com/toronto/2021/05/03/critics-picks-classical-opera-streams

Russell Thomas, Roberto Alagna, Christine Goerke, John Holiday, Ghena Dimitrova, Ildebrando d’Arcangelo
Headline Top 10 Operas to Stream This Week
operawire.com

Mailand
Teatro alla Scala Announces L’Italiana in Algeri’ with Maxim Mironov & Cecilia Molinari
https://operawire.com/teatro-alla-scala-announces-litaliana-in-algeri-with-maxim-mironov

Verona
Eleonora Buratto Joins “Aida’ Gala At Arena di Verona
https://operawire.com/eleonora-buratto-joins-aida-gala-at-arena-di-verona/

New York
The New York Philharmonic Mourns and Rebuilds
https://www.newyorker.com/magazine/2021/05/10/the-new-york-philharmonic-mourns-and-rebuilds

Recordings
Chaya Czernowin: Heart Chamber (Deutsche Oper Berlin)
Opera takes on love with a score inspired by light dancing on a spiderweb.
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/chaya-czernowin-heart-chamber-deutsche-oper-berlin/

Music from Proust’s Salons: a delectable array of French salon music
Duo Steven Isserlis and Connie Shih draw inspiration from the French writer’s favourite composers
https://www.ft.com/content/396be7d7-81d1-4ec2-89eb-da15921fe0f1

Rock/ Pop

Liverpool
5.000 Zuschauer ohne Abstand und Masken bei Konzert in Liverpool
Konzert ist Teil eines Pilotprojekts für Corona-Lockerungen.
Kurier.at

Sprechtheater

Österreich
Bundestheater und Freie Theaterszene verstärken Zusammenarbeit
Schnittstelle für freie Künstler soll implementiert werden.
Wiener Zeitung

Geschichte

Wer hat die Antike „weiß“ gemacht?
Wie die „roten“ Griechen und Römer zu Vertretern der „White Supremacy“ wurden: Rekonstruktion eines Kulturkampfes.
https://www.diepresse.com/5974314/wer-hat-die-antike-bdquoweissldquo-gemacht

TV/ Film

Österreich

Kinos vor Öffnung: „Man rennt uns die Türen ein“
Auch die Kinos dürfen ab 19. Mai wieder öffnen. Viele sind jedoch noch unschlüssig, ob sich das Aufsperren wirklich lohnt. Die Gründe für die Skepsis sind zahlreich.
Wiener Zeitung

ORF
„Im Zentrum“: Wenn der Taxler von der „Plandemie“ erzählt
Beim ORF-Talk „Im Zentrum“ war diesmal ein Mann zu Gast, der einst Verfechter von Verschwörungstheorien war und mittlerweile ausgestiegen ist.
Kurier.at

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Unter’m Strich

Österreich
Nationalrat wertet Corona-Geimpfte auf
https://www.krone.at/2404751

Gelber Impfpass aus Papier dient als Eintrittsberechtigung
Die erste Impfung, die mindestens 21 Tage zurück muss, ist ausreichend für einen Eintritt. Digitaler Impfpass soll Anfang Juni kommen.
Kurier.at

Ab dem Wochenende
Deutschland streicht Corona-Regeln für Geimpfte
In Deutschland geht es plötzlich ganz schnell. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung will die Bundesregierung schon ab dem Wochenende die Kontakt- und Ausgangssperren für Geimpfte und Covid-19-Genesene aufheben. Darauf hätten sich die beiden Regierungsparteien der Großen Koalition aus CDU und SPD am Montag geeinigt.
https://www.krone.at/2405011

Österreich/ Handel
Nach 116 Schließtagen: „Keule wird kommen“
Auch in Ostösterreich dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Nach den vielen Lockdown-Tagen hoffen die Händler auf den Aufschwung.
Wiener Zeitung

Münchner Oktoberfest wieder abgesagt
Wiesn fällt erneut Pandemie zum Opfer
https://www.salzburg24.at/news/welt/muenchner-oktoberfest-2021-abgesagt-103284394

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden
Drei Kinder und 27 Jahre Ehe: Bill und Melinda Gates werden sich scheiden lassen, kündigen sie auf Twitter an. Das wirft Fragen nach der Zukunft der gemeinsamen Stiftung auf.
Frankfurter Allgemeine

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 4. MAI 2021)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 4. MAI 2021)

Wiener Staatsoper: Kartenverkauf bis Saisonende hat begonnen, Kiosk vor der Volksoper derzeit noch geschlossen

Wiener Staatsoper 1938-1945.
Copyright: Archiv Wiener Staatsoper

Seit gestern  ist die Vorverkaufskassa in der Staatsoper geöffnet. Karten für Vorstellungen vom 19.5. bis zum Saisonende können gekauft werden.

Wer allerdings gewohnt war, seine Kartenkäufe beim Kiosk vor der Volksoper zu tätigen, wurde enttäuscht, denn dieser war fest verschlossen und es gab auch keinen Hinweis, ob und wann wieder geöffnet wird. Bitte vorher anrufen, das kann heute bereits anders sein!

B.Z.
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ZÜRICH: STREAMING-REIHE «SOUVENIRS»: HÄNDELS «SEMELE» MIT CECILIA BARTOLI
AB FREITAG 7. MAI


Copyright: Oper Zürich/ Suzanne Schwiertz

Mit Georg Friedrich Händels zwischen Oper und Oratorium changierendem Werk «Semele» geht die Streaming-Reihe «Souvenirs» zu Ende. Die Geschichte um die Königstochter Semele handelt von erotischen Verwicklungen zwischen Göttern und Menschen. Die sinnliche, vielschichtige und psychologisch ausgefeilte Figur ist eine Paraderolle für Cecilia Bartoli. Regisseur Robert Carsen gelang eine bildmächtige, vor Fantasie überbordende, witzig-satirische Inszenierung. Die unverhohlenen Anspielungen im Libretto auf die damalige Mätressenwirtschaft am Hof verknüpft Carsen genüsslich mit dem britischen Königshaus der jüngeren Zeit. Cecilia Bartoli gestaltet eine Semele voller Lust und Sinnlichkeit, selbstironisch und am Ende schmerzlich berührend. Nach vielen gemeinsamen Projekten verstehen sich das Orchestra «La Scintilla» und Dirigent William Christie, der die Aufführung vom Cembalo aus leitet, beinahe blind.


Copyright: Oper Zürich/ Suzanne Schwiertz

Die Aufzeichnung aus dem Jahr 2007 ist von Freitag, 7. Mai, 18 Uhr bis Sonntag, 09. Mai, 24 Uhr als Video on Demand auf der Website des Opernhauses kostenfrei abrufbar.

Das Video on Demand und weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.opernhaus.ch/digital/corona-spielplan/semele/

«SEMELE»
Georg Friedrich Händel
Regie: Robert Carsen
Dirigent: William Christie
Mit (u.a.): Cecilia Bartoli, Orchestra «La Scintilla»
Aufgezeichnet im Opernhaus Zürich 2007
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Komische Oper Berlin: Kein regulärer Spielbetrieb bis Sommer, Ausblick auf 2021/22 am 21. Juni

Die Komische Oper Berlin wird aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens und der bis Ende Juni gültigen Regelungen der so genannten »Notbremse«im Infektionsschutzgesetz ihren regulären Spielbetrieb in der laufenden Spielzeit nicht wieder aufnehmen. Die Saison am Haus hätte nach letztem Stand am 1. Juli geendet. Ausnahmen bilden voraussichtlich zwei Vorstellungen der Neuproduktion Der »Zigeunerbaron: Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hält die Komische Oper Berlin an den Plänen fest, die Premiere sowie eine erste Folgevorstellung im Rahmen des Berliner Pilotprojektes »Perspektive Kultur« durchzuführen, voraussichtlich Ende Juni. Die Termine werden bekannt gegeben, sobald absehbar ist, dass die Lage weitere Planungsschritte zulässt. Weiterhin wird ein Sinfoniekonzert am 18. Juni als Stream realisiert.

Die Proben am Haus laufen bis auf weiteres weiter. Aktuell geprobt werden Neuproduktionen und Wiederaufnahmen für die Spielzeit 2021/2022, die am 29. August mit der Premiere von Œdipe eröffnet wird. Das vollständige Programm für die nächste Saison wird am 21. Juni u. a. Medienvertreter*innen bekannt gegeben und am 22. Juni (11 Uhr) auf der Website allgemein veröffentlicht.

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Gianni Schichi feiert Online-Premiere am STAATSTHEATER KARLSRUHE

Oper in einem Akt von Giacomo Puccini
Libretto von Giovacchino Forzano.
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

Dauer: 1h 00

12.05.2021 19:00 Uhr Livestream

Erbschleicherei leicht gemacht: Giacomo Puccinis berühmter Einakter Gianni Schichi, ursprünglich Teil seines TRITTICO, ist eine der schönsten komischen Opern aus Italien und mit ihr feiert am zwölften Mai die OPER des STAATSTHEATERS KARLSRUHE ihre erste große Online-Premiere als Livestream.

Familie Donati wurde vom verblichenen reichen Onkel enterbt. Da aber noch niemand das Testament gesehen hat, soll es kurzerhand dem Notar neu diktiert werden. Dafür schlüpft der stadtbekannte Schlaumeier Gianni Schicchi in die Rolle des altersschwachen Onkels. Aber Gianni Schicchi macht nur scheinbar gemeinsame Sache mit der geldgierigen Familie. Am Ende sind die Betrüger die Betrogenen und das Erbe landet bei denen, die es am meisten verdienen.

Am 9. Mai von 11 bis 12 Uhr findet digital die einführende Veranstaltung SONNTAG VOR DER PREMIERE statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Der Premieren-Livestream am zwölften Mai um 19 Uhr ist kostenfrei, danach liegen die Ticket Preise bei: 13,50 Euro / erm. 9,00 Euro / Support-Ticket 22,50 Euro.

MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Willig REGIE Anja Kühnhold BÜHNE Sarah Kirsch KOSTÜME UND MASKE Elisabeth Richter, Caroline Steinhage LICHT Rico Gerstner DRAMATURGIE Stephan Steinmetz

Über folgenden Link ist der Stream erreichbar: https://dringeblieben.de/videos/gianni-schicchi-oper-in-einem-akt-von-giacomo-puccini
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Absage der Schubertiade-Konzerte im Mai in Hohenems und im Juni in Schwarzenberg

Sehr geehrte Dame,
Sehr geehrter Herr,

nachdem wir bereits unsere erste diesjährige Konzertreihe absagen mußten, sehen wir nun leider auch keine Möglichkeit für eine vernünftig planbare Durchführung der Schubertiade-Konzerte vom 26. bis 31. Mai in Hohenems und vom 19. bis 27. Juni in Schwarzenberg und müssen auch diese zu unserem größten Bedauern absagen.

Die von der österreichischen Bundesregierung für die Zeit vom 19. Mai bis Anfang Juli – unter der Voraussetzung günstiger Infektionszahlen! – angeordneten Bedingungen erlauben nur eine maximale Auslastung von 50% der verfügbaren Sitzplätze. Das hat neben dem ungünstigen finanziellen Aspekt zur Folge, daß wir einen großen Teil unserer Gäste ausladen müßten.

Da 85% unserer Konzertbesucher nach Österreich reisen müssen, wären diese je nach Herkunftsland mit vielerlei Problemen konfrontiert. So kommt beispielsweise die Hälfte der Schubertiade-Gäste aus Deutschland, wo momentan in den meisten Regionen eine Ausgangssperre ab 22.00 Uhr gilt. Das bedeutet, daß nach einem Abendkonzert eine pünktliche Heimkehr in den süddeutschen Raum nicht möglich ist. Zudem müßte in vielen deutschen Bundesländern nach der Rückkehr eine mehrtägige Quarantäne angetreten werden. Bezüglich der zukünftigen Einreiseregelungen nach Österreich gibt es vorerst nur vage Angaben.

Wir hoffen zuversichtlich auf eine günstige Entwicklung der durch die Pandemie verursachten Situation im Laufe der nächsten Monate, damit wir ab August 2021 wieder in annähernd gewohnter Atmosphäre unsere Mitwirkenden und Gäste empfangen können. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen!

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Nachbauer (Geschäftsführer der Schubertiade GmbH)


Österreichische Nationalbibliothek: Liebeslyrik und Streitgedichte. Zum 100. Geburtstag von Erich Fried

Kaum ein anderer Autor war von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre auf den politischen Bühnen so präsent wie Erich Fried. Der Shoah nur knapp entkommen, widmete er sein Leben und Schreiben dem Kampf gegen Unrecht und Unterdrückung. Berühmt wurde Fried jedoch durch seine „Liebesgedichte“. Die Österreichische Nationalbibliothek widmet diesem großen Dichter aus Anlass seines 100. Geburtstags am 6. Mai ihre neue Online-Ausstellung: „Liebeslyrik und Streitgedichte“. Zu sehen sind zahlreiche Fundstücke aus dem außerordentlich umfangreichen Nachlass.

Erich Fried wurde am 6. Mai 1921 geboren und verbrachte seine Kindheit im Wien der Zwischenkriegszeit. 1938 musste er nach dem „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland nach England fliehen: Die traumatischen Erlebnisse haben sich tief in seine Biografie eingeschrieben. Fried erlangte durch Bücher wie „Liebesgedichte“ und „Es ist was es ist“ große Bekanntheit und er wurde zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Dichter seiner Zeit. Zugleich nahm er an den großen politischen Debatten teil und sorgte mit Büchern wie „und VIETNAM und“ oder „Höre, Israel“ für Aufsehen und Kontroversen. Der streitbare Autor war außerdem anerkannter Übersetzer von insgesamt 27 Stücken William Shakespeares, die auf vielen Bühnen aufgeführt wurden. Am 22. November 1988 starb Erich Fried im Alter von 67 Jahren.

Anlässlich seines 100. Geburtstags zeigt die Österreichische Nationalbibliothek von 3. Mai bis 3. August 2021 die Online-Ausstellung „Liebeslyrik und Streitgedichte“. Zahlreiche Fotos, Gedichte, Zitate aus dem Nachlass, Tondokumente und ein Ausschnitt aus dem Film „Erich Fried – Dichter im Porzellanladen“ zeichnen ein vielschichtiges Bild des politisch engagierten Dichters. In vier Abschnitten werden seine Biografie, der schriftstellerische Werdegang, die Entwicklung zum renommierten Shakespeare-Übersetzer sowie die Ursachen und Auswirkungen seines politischen Engagements porträtiert. Tagebucheinträge des Jugendlichen, Notizen zum Familien- und Künstlerleben in London oder sein Brief über die geplante Rückkehr nach Wien geben tiefe Einblicke in das Leben und Werk des Exilanten. Fried blieb in London, seine Heimkehr erfolgte über den Literaturbetrieb, insbesondere über die Gruppe 47: „Ich habe mich zum ersten Mal seit vielen Jahren zu Hause gefühlt, an einem Ort, an den ich hingehöre.“

» Pressetext & Pressebilder

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Unser Ludwig wandert ins Beethovenhaus Baden

Die Ausstellung MYTHOS LUDWIG VAN ging gestern ohne Publikum zu Ende, wertvolle Original-Exponate und die beiden UNSER LUDWIG-Statuen übersiedeln ins Beethovenhaus Baden.

Fotodownload: http://bit.ly/UnserLudwigwandert

Die Ausstellung MYTHOS LUDWIG VAN im Kaiserhaus Baden wurde aufgrund der Pandemie zwar verlängert, endete nun aber endgültig am 2. Mai. Einige Exponate, die aus dem Beethovenhaus Baden geliehen waren, übersiedeln nun wieder dorthin. Ab 4. Mai sind die Original-Haarlocke und die Totenmaske wieder im Beethovenhaus Baden zu sehen. Das restaurierte Hammerklavier wird bis Ende Juni im Kaiserhaus Baden bleiben, da am 19. Juni ein Konzert des „Trio Soldat“ mit Keiko Shichijo (Klavier), Cecilia Bernardini (Violine) und Marcus van den Munckhof (Cello) mit Musik von Eberl, Beethoven und Schubert geplant ist. Anfang Juli wird auch das Klavier wieder ins Beethovenhaus Baden übersiedeln.

Neu ins Beethovenhaus kommen der interaktive Mythomat, mit dem die Besucherinnen und Besucher ihren eigenen Beethoven kreieren können, sowie die Remix-Station.

Die beiden Beethoven-Statuen der Kunstaktion UNSER LUDWIG, die vom Balkon des Kaiserhauses auf den Hauptplatz der Stadt Baden blickten, haben nun auch ihren Weg ins Beethovenhaus Baden angetreten. Die Statuen entstanden aus einer Bürgeraktion in Bonn zum 250. Geburtstag des Komponisten, über 3000 wurden in einer mehrtägigen Kunstaktion auf einem öffentlichen Platz in Bonn gezeigt, um mit einem lächelnden Beethoven ein neues Beethoven-Bild in die Welt zu tragen. UNSER LUDWIG wurde vom Bildhauer Prof. Ottmar Hörl gestaltet und in Deutschland hergestellt. Anlässlich des Jubiläumsjahres wurden auch zwei Figuren von der Stadt Baden erworben. 

Die Statuen werden in Zukunft die Besucherinnen und Besucher im Beethovenhaus Baden willkommen heißen.
Beethovenhaus Baden
Rathausgasse 10, 2500 Baden, www.beethovenhaus-baden.at
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10.00 – 18.00 Uhr
Bildmaterial zum Download unter http://bit.ly/Beethovenhaus_Baden
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Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Beuys: Friedenshase. Kassel 1982. Foto von ZOA. Galerie Heinz Holtmann /Koeln.

Am 12. Mai 2021 würde Joseph Beuys 100 Jahre alt. Aus diesem Grunde finden mannigfaltige Veranstaltungen und Ausstellungen in ganz Deutschland statt.

Als langjähriger Freund und Galerist des Künstlers stellt Heinz Holtmann verschiedene Werke von ihm in seiner renommierten Kölner Galerie aus. Während seiner Zeit als Direktor des Goslar Mönchehaus Museums war Holtmann maßgeblich mit daran beteiligt, dass Beuys 1979 den Kaiserring erhielt. Er überbrachte dem Künstler auch die Nachricht, dass er der nächste Kaiserring-Träger sein würde. Auf der Webseite der Galerie lässt sich vieles Interessante dazu erfahren.

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Schloss Morsbroich zum Ausstellungsbeginn 2021. Foto: Andrea Matzker

Auch das idyllisch gelegene Schloss Morsbroich in Leverkusen bei Köln widmet Beuys eine Ausstellung. Vom 2. Mai bis zum 29. August 2021 zeigt sie auf zwei Etagen Installationen und Werke unter dem Titel „Der Katalysator. Joseph Beuys und Demokratie heute“. Im Erdgeschoss befinden sich hauptsächlich Werke des Künstlers selbst, dabei die Installationen „Eine Straßenaktion“ von 1971-1975 und „Halbzeit“ von 1984.

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Detail der am 19.10.1974 in Morsbroich beschriebenen und bemalten Tafel. Foto: Andrea Matzker

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Detail des Kunstwerks „Eine Strassenaktion von1975“. Foto: Andrea Matzker

Am 19. Oktober 1974 war Beuys selbst in Schloss Morsbroich und skizzierte dort auf zwei ebenfalls im Erdgeschoss ausgestellten Tafeln mit Schulkreide seine sogenannte „Denklandschaft“. In der ersten Etage des Schlosses sind verschiedene Werke heutiger Künstler ausgestellt, die Bezug auf Joseph Beuys nehmen. Darunter sind Videofilme, Skulpturengruppen, Installationen und andere Werke von Künstlern zu sehen, die sich an seinem basisdemokratischen Verständnis orientieren. Auch ein Film über Christoph Schlingensief und seine „Chance 2000 – Abschied von Deutschland“ dokumentiert die gleichnamige Partei, die er vor der Bundestagswahl des Jahres 1998 gründete.

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Detail der Ausstellung in Schloss Morsbroich. Foto: Andrea Matzker

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Rheingold-Eurozeichen von Alex Wissel und Jan Bonny 2018. Foto: Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Joseph Heinrich Beuys (1921 – 1986) war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Beuys setzte sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander.

Joseph Beuys zum 100. Geburtstag: „Jeder kann Künstler sein“
https://www.ndr.de/kultur/kunst/hamburg/Joseph-Beuys-zum-100-Geburtstag-Jeder-kann-Kuenstler-sein,josephbeuys102.html

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Zum Thema Kulturdenken in Österreich: SEESTADT ASPERN – gar nur ein smarter Etikettenschwindel?

Bauen und Energie - aspern Seestadt
Foto: Stadt Wien

Eng, eng, eng aneinander gereiht sind sie, die neuen schmucken Häuser in der Seestadt Aspern. Am nordöstlichem Rande von Wien, auf dem fruchtbaren Boden des beginnenden Marchfeldes als Stadtentwicklunsgprojekt hingestellt. Überwiegend sehr saubere doch zubetonierte schmale Gassen oder breitere Straßen ohne Grünschmuck, Häuser an Häuser geschachtelt. Schachtelbauten. Ja, es sind so richtige Schachtelbauten, welche hier von den Investoren der Immobilienbranche aufgereiht wurden. Und es wird im Areal mehr und mehr erweitert und emsig herumgebastelt.

Nicht wenige der Häuser haben zwar ihren eigenen, doch nicht wirklich stilvoll auftrumpfenden Charakter. Deren Problem: Alle, alle, alle wirken wie sterile Kuben, die wohl zusammengebunden, zusammengeflochten sind, aber sich gegenseitig nicht so gern schmecken wollen. Steril: Alles ist auf eine horizontale Linie ausgerichtet, einen elegant geschwungen Bogen, gelegentlich ein kleines heiteres barockes Elemente wird man wahrscheinlich vergeblich suchen. 

Die so beworbene Seestadt, ist sie ein Baujuwel? Wohl für Immobilienhaie, für bevorzugte Architekten, für einige der Stadtpolitiker. Und für die Bewohner? Wahrscheinlich, könnte sogar toll sein, wenn die Behausungen der Zugezogenen als moderne Heime ausgestattet sein sollten und alle Annehmlichkeiten bieten würden. Die Infrastruktur dürfte wohl stimmen. Doch, wohin man blickt und nach architektonischen Schönheiten Ausschau hält, in den Straßenschluchten oder rundum in das sich erweiternde, jetzt noch öde weite Bauland – die diversesten Arten von Kuben stechen ins Auge. Wohin man blickt wird gebaut, weiter und weiter gebaut. Auch wenn aktuell von einem geplanten neuen Park im zum Verbauen aufbereiteten Gelände gesprochen wird: Die synthetische Stadt wächst und wächst, ein Würfel wird neben den anderen gesetzt.

Der derzeitige übergroße Druck am Wohnungsmarkt mag solch ein Planen ohne Sensibilität und Stilgefühl einer Immobilienentwicklungsgesellschaft mit schönen werbenden Worten wohl legitimieren. Doch es scheint hier reinen Sachzwang zu geben, einen ökonomischen (auch Gier) wie politischen. Zur Zeit befinden sich die Bauarbeiten in Etappe zwei. Ab 2022 sind dann die vorgegebenen Ziele der Bau-Etappe drei: ‚Weitere Verdichtung der Bauten an der U-Bahn-Trasse und Verbesserung des Nutzungsmix.‘

Betreffend den Namen Seestadt für dieses Bauland, ist dies nicht ein smarter Etikettenschwindel? Da stimmt etwas nicht: Wo ist der See? Da ist zwar ein kleines künstliches Gewässer, bisschen grüngiftig in der Färbung (wohl nur an einem grauen Nachmittag), doch eine belebende, erfrischende, beglückende Wasserwelt? Ist nirgends zu entdecken. Ein echter Wiener würde dazu sagen ….. nur a klane Lack´n. Ist dieser ältere Jüngling, durchaus adrett wirkend, auch ein echter Wiener gewesen, der dort am späteren Abend auf der öden Böschung des nahen gegenüberliegenden Ufers gestanden ist und zaghaft in die Dämmerung hinein gerufen hat: „Undine …. ?“, „Undine …. ?“ Fragend hat es über die Wasserfläche getönt. Zu sanft, zu leise gerufen. Keine Undine hat sich gezeigt, auch kein Wassermann. Ruhe. Nach einer Pause war, schon etwas kräftiger, wohl auch mit einem Anzeichen von leichtem Unmut fragend zu hören:“ Donauweibchen …. ?“ Und nochmals: „Donauweibchen …. ?“ Nein, der verträumt nach romantischer Ästhetik suchende Schöngeist, der hat hier keine Chance.

Meinhard Rüdenauer

 

 

 

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