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WIEN/Staatsoper: MEISTERSIGNATUREN. Wiener Staatsballett

WIEN/ Staatsoper: „MEISTERSIGNATUREN“ am 27.5.2014/ Wiener Staatsballett

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Olga Esina, Vladimir Shishov. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 Die nicht gerade präzis zu den gebotenen Werken hinführende Überschrift „Meistersignaturen“ steht am Programmzettel dieses vierteiligen neuen Ballettabends. Drei moderne Choreographien, die bereits in der Staatsoper zu sehen gewesen sind, dazu als Novität im Haus George Balanchines Bravourstück „Allegro Brillante“. Besondere Bravour vom Ensemble war dabei schon vonnöten, da dieses flotte wie anspruchsvolle neoklassizistische Brillierstück zum ersten Satz aus Tschaikowskis wenig bekanntem, kaum gespielten 2. Klavierkonzert ohne Orchesterprobe absolviert werden musste. Dabei hatten nicht nur die Tänzer, sondern auch das Opernorchester und Pianistin Shino Takizawa unter Dirigent Vello Pähn ihre Problemchen. Wie auch Sängerin Olga Bezsmertna in Rudi van Dantzigs modernem Klassiker „Vier letzte Lieder“ (1977 zu Richard Strauss´ gleichnamigen Orchesterliedern).

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Vier letzte Lieder“. Nina Polakova, Roman Lazik, Foto: Michael Pöhn/Wiener Staatsballett

Getanzt wurde schon sehr gut. Vor allem vor der Pause, als zu Jirí Bubeníceks „Le Souffle de l´esprit“ (Atemhauch der Seele, 2007, zu einer Toncollage mit Ohrwürmern von Pachelbel, Bach, etc.) und John Neumeiers „Vaclaw“ (1979, Klaviermusik von J.S.Bach, interpretiert von Igor Zapravdin) dieser hochelegante und extrem flüssige, nun aber doch schon ziemlich manieriert wirkende Bewegungsduktus dieser an neuen Tanzschöpfungen reichen letzten Jahrzehnte demonstriert wurde. Denys Cherevycko brillierte in „Vaclaw“, Olga Esina war das Schmuckkstück in „Allegro Brillante“, ihr Partner Vladimir Shishov funkelte schon weit weniger.  Eno Peci führte den ätherisch verklärenden Todesreigen in den „Vier letzten Liedern“ an, Nina Poláková und Roman Lazik überzeugten dabei als das ausdrucksstärkste der vier Paare. Ketevan Papava konnte sich in drei Kreationen nobel präsentieren, und das Publikum nahm diese Signaturen-Mixtur durchaus positiv an. 

                                                                                                                                                                      Meinhard Rüdenauer

 

 

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