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NEUNKIRCHEN/ NÖ: VERDI – WAGNER , 30 JAHRE AMICI DEL BELCANTO

STADTPFARRKIRCHE  NEUNKIRCHEN-  „VERDI – WAGNER-  30 Jahre „AMICI DEL BELCANTO“ – 15. 11. 2013

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Michael Tanzler, Gustavo Porta, Dimitra Theodossiou, Duccio dal Monte. Foto: Herta Haider

 Das war das letzte Konzert im Rahmen der 30 Jahrfeier des Vereins mit dem stets um beste Ideen bemühten Präsidenten Michael Tanzler, der unermüdlich immer neue Sänger bringt und auch sich gerne vom „null acht fünfzehn“ „Programm-Trampelpfad“ entfernt.

 Die Sänger sind international bekannt und an allen großen Häusern im ersten Fach zu hören. Für mich war „die“ Sensation der Violinist Michal Hudak. Er ist Konzertmeister des Orchesters der Oper von Banska Bistrica, und eben meisterlich war sein Solo im Vorspiel und Terzett und Finale aus „I Lombardi“ mit den Solisten Dimitra Theodossiou, Gustavo Porta und Duccio dal Monte. Dieses Terzett war überhaupt der absolute Höhepunkt des Konzertes,  das keine Schwachstelle hatte.

 Weiters bestach der Tenor Gustavo Porta mit überaus wortdeutlichen Winterstürmen, wunderbar auf Linie gesungen, nach denen sich so manch deutsprachiger Kollege orientieren könnte. Im „Forza del destino“ Teil hörte man die sehr gefühlvoll schön mit viel Piano vorgetragene Arie des Alvaro. Und bei den „Lombardi“ durfte die berühmte „La mia letizia infondere“ natürlich nicht fehlen. Auch diese wieder im Stile Verdis perfekt vorgetragen. Duccio das Monte ist ein in Bass aus Italien, mit einer Wienerin verheiratet und hat sein musikalisches Hauptziel bei Wagner gefunden. Ausgezeichnet die Szene des Gurnemanz, auch er mit brillanter Diktion, das Gebet des Heinrich aus „Lohengrin“ musste aus orchestertechnischen Gründen aus dem Programm genommen werden und wurde von einem anderen Jahresregenten ersetzt., von Pietro Mascagni, dessen 150er im Rummel um die beiden „200er“ doch leider sehr unterging. Gespielt wurde das berühmte „Intermezzo sinfonico“ aus „Cavalleria rusticana“. Weiters hörte man Duccio dal Monte noch als „Pater Guardian“ in der großen Szene mit „Leonora“ in „Forza del destino“ und als Pagano in den „Lombardi“.

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Es gibt auch ein Leben nach einem Konzert: Gustava Porta, Dimitria Theodossiou, Duccio dal Monte. Foto: Herta Haider

Die „Silberne Lyra“ der Amici, eine besondere Auszeichnung für Belcantosänger ging diesmal an Dimitra Theodossiou, die an diesen Abend als Leonora in den „Forza del destino“ Szenen mit Duccio dal Monte brillieren konnte und als Griselda in „Lombardi“ mit Gebet aus dem 1. Akt und der Cabaletta aus dem 4. Akt voll überzeugte. Eine sehr vielseitige Künstlerin die gerne, so wie die beiden Herren natürlich auch, wieder kommen wird.

Das bemühte Orchester „Klangbogen“ wurde routiniert von Erwin Stoll geleitet.         

Die Kirche war zum Bersten voll, das ist hoffentlich auch morgen am Sonntag der Fall.

Elena Habermann

 

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