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KRAKOW/ Krakau: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Prokofjew. Premiere

07.07.2014 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

KRAKOW: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN – Premiere am 4.7.2014

Auf der Bühne der Krakauer Oper fand – zum ersten Mal in Polen – die Premiere von „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Sergej Prokofjew statt.

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Ewa Biegas, Agnieszka Czastka. Foto:  Ryszard Kornecki

Zu der Realisierung des Spektakels wurden anerkannte Künstler, unter anderen Michal Znaniecki (Regie und Kostüme) und Thomas Tokarczyk (musikalische Leitung), eingeladen.

Konnte man einen besseren Regisseur zur Ausführung des von dem Lächerlichen in dem Prolog angekündigten Werkes wählen? Ich glaube nicht. Mein erster Gedanke – ein bizarres Schauspiel, und so musste es auch einfach sein!

Eine schöne, aber sehr schwierige Musik von Prokofjew hat den Rhythmus der Aktion angesetzt, die in einem rasenden Tempo durchgeführt wurde, von allen, die wir sowohl auf, als auch hinterer der Bühne gesehen haben. Es ist gelungen, ein Komödie-Theater mit einem leichten Hauch von Ironie zu schaffen, in das auch das Publikum aufgenommen wurde, wodurch wir uns für einen Moment als die Teilnehmer eines für einen Prinzen veranstalteten Balls fühlen konnten.  Und wir konnten einen Raumgesang des gut vorbereiteten Chors der Krakauer Oper hören, der plötzlich zu unserem Nachbar im Zuschauerraum geworden ist.

„Der junge Prinz ist in eine schwere Melancholie gefallen, aus der ihn nur ein ehrliches Lächeln heilen kann“ – ich denke, dass nicht nur der Fall von Fata Morgana den Prinzen zum Lachen gebracht hat, sondern auch das Publikum, das während des Schauspiels sehr oft lacht, dank der genialen Szenographie (z.B. ein riesengroßes, in der Luft fliegendes Messer in der blutbeschmierten Küche) und der choreographischen Lösungen (z.B. junge Männer, die an der Wand geklettert haben), aber auch dank der lustigen Gestalten – sensationell in der Rolle der Köchin Przemysław Firek. Das Spektakel lacht auch Stereotypen aus – ich heirate mit einer „Schwarzen“ nicht, wodurch ich es noch mehr mag.

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Vasyl Grokholskyi, Janus Radaczak. Foto:  Ryszard Kornecki

Meine Aufmerksamkeit hat der PRINZ gefangen – Vasyl Grokholskyi,  FATA MORGANA –  Ewa Biegas und NINETTA – Iwona Socha.

Großer Applaus gebührt  auch dem Dirigenten Tomasz Tokarczyk, der das Orchester hervorragend geführt hatte, der die Hauptfigur in der Wüste mit einer Wasserflasche unterstützt, indem er ihn sie auf die Bühne wirft – ohne die Leitung des Orchesters zu unterbrechen (!), er beherrschte auch eine sehr große Gruppe von Solisten mit dem Chor, was bei den Ideen des Regisseurs, bitte glauben Sie mir – nicht einfach war. Bravo!

„Geben Sie mir etwas Wasser“, ist ein Stück des Librettos, aber dieses Spektakel ist solches Wasser in der Wüste im Repertoire der Krakauer Oper. Ich freue mich, ich konnte es mir in einer auserlesenen Gesellschaft ansehen. Vielen Dank.

 

Iwona Karpińska Wrocław

 

 

 

 

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