Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

EUTIN: DER FREISCHÜTZ FÜR KINDER

07.07.2012 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

Freischütz für Kinder“: Max bekommt seine Agathe – Premiere 7.7.2013
Von Horst Schinzel


Foto: Kerstin Ahrens

Schon seit geraumer Zwei bemühen sich die Opernhäuser, junge Menschen durch jugendgemäße Bearbeitungen populärer Opern an diese Gattung der Musik heranzuführen. Durchaus mit Erfolg. Auch in Eutin wollte man in den vergangenen Jahren nicht zurückstehen. Schon 2009 wurde eine jugendgemäße Fassung von Eutiners „Hausoper“ „Der Freischütz“ uraufgeführt. Und die ist jetzt wieder aufgenommen worden.

Chordirektorin Gabriele Pott hat Webers Meisterwerk auf sechzig Minuten eingedampft, mit Elementen des Jazz und des Pop verjüngt und das Ganze für eine Big Band von eben 17 Musikern bearbeitet. Dabei sind die wesentlichen Stränge der Handlung erhalten geblieben. Bei der Wiederaufnahme hat Intendantin Dominique Caron nicht nur die Regie übernommen, sondern auch das Stück szenisch neu bearbeitet. Das ist ihr nur bedingt gelungen. Insbesondere der Jägerchor droht von der Persiflage zur Klamotte abzusinken. Und auch sonst sind einige Umstellungen recht verwunderlich.


Foto: Kerstin Ahrens

Norbert W. Conrads als Max, Titus Witt als Kaspar, Anna Preuß als Agathe und Claus Frankl als Samiel und Eremit können nicht nur singen, sondern auch spielen. Sie tunen auf dem Gestänge der Orchsterplane herum, dass man für das teure Gewebe fürchten muss. Und gießen in der sehr ausgespielten Wolfsschlucht-Szene in einem Riesentopf Kugeln von einem Kaliber, dass man damit schwere Festungsgeschütze jener Zeit laden könnte. Weil im Etat der Inszenierung keine Brautjungfern vorgesehen sind, muss das Publikum dem Max und seiner schmollenden Agathe mit dem brautjungfer-Lied weiterhelfen.

Großartig wieder der von Gabriele Pott aufwändig einstudierte Kinder- und Jugendchor. Bei dessen Ausstattung hat sich allerdings die Bühnenbildnerin Ursula Wandaeress zum Teil arg vergriffen. Den Eremiten gibt sie geradezu zum Gespött preis. Immerhin: Beim Bühnenbild begnügt sie sich mit einigen hölzernen Tannenbäumen als Versatzstücken.

Erneut haben die Eutiner Festspiele Glück mit dem Wetter. Nicht nur, dass es trocken und windstill bleibt, die Sonne brennt regelrecht auf die leider nur spärlich besetzte Tribüne.Viel Szenenbeifall und lang anhaltender Schlußapplaus.

 

Weitere Aufführungen: 8. 22. 29. Juli, jeweils 16 Uhr, 13. Juli, 18 Uhr, 14. August, 11 Uhr.

 

 

Diese Seite drucken