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Florenz
Italiens Kulturministerium fordert vier Jahre und vier Monate Haft für den österreichischen Kulturmanager sowie zehn Millionen Euro Entschädigung von Pereira
Die Staatsanwaltschaft fordert wegen wegen Veruntreuung und Unterschlagung vier Jahre und vier Monate Haft für den österreichischen Kulturmanager
DerStandard.at.story
Vor einer Woche hätte ich eine Haftstrafe für Alexander Pereira noch völlig ausgeschlossen (das habe ich auch bei Karl-Heinz Grasser geglaubt), nun aber bin ich mir nicht mehr so sicher. Dass Herr Pereira ins Gefängnis muss, glaube ich zwar immer noch nicht, aber wenn er nicht genug Geld gut und versteckt angelegt hat, ist er ruiniert! War es doch weise Voraussicht der damaligen Salzburger Festspielintendantin Rabl-Stadler, dass sie ihn förmlich davongejagt hat? Ich habe sie dafür kritisiert, aber auch ich mache Fehler. Genug sogar!
Leserin W.B. zum Thema: Mehr oder weniger „eigenwilliges“ Finanzgebahren und geschickte sowie erfolgreiche Leitung von Opernhäusern und Festivals sind zweierlei. Zürich hat er mit großen und nachhaltigem Erfolg geführt, Salzburg hat enorm profitiert. Das sollte man nicht vergessen. Was in Italien (Mailand und Florenz) los war, ist von außen nicht überblickbar…… (Zitat Ende)
Für große Aufregung hat auch der „Lohengrin“ in Barcelona gesorgt. „Häfn“ ist für die Inszenierungskünstler nicht vorgesehen, deshalb nur zügig so weiter! Klaus Billand hat sich 12 Tage Zeit gelassen und verfertigt nun neben seiner Kritik einen Exkurs
BARCELONA/Gran Teatre del Liceu: LOHENGRIN Rezension mit Exkurs – Premiere
Foto: Klaus Billand
Eine absurde “Überschreibung”
Der lange in Barcelona erwartete neue „Lohengrin“ in der Regie von Katharina Wagner war einmal mehr ein bisweilen krampfhaft wirkender Versuch, das Regisseurstheater (statt des bekannten Regietheaters“) in den Exzess zu treiben. Ihre Inszenierung war ursprünglich als Koproduktion gedacht mit Premieren im März 2020 in Barcelona und im November 2020 in Leipzig. „Die klischeehaften Schablonen von Gut und Böse werden in unserer Inszenierung in Frage gestellt“, so Katharina Wagner damals. Wegen der Corona-Pandemie wurde Barcelona abgesagt ebenso wie Leipzig wegen nicht zu realisierender Anforderungen an das Bühnenbild. So konnte Katharina Wagners Inszenierung beim Festival Wagner 2022 in Leipzig nicht gezeigt werden, und der damals künstlerische Produktionsleiter der Oper Leipzig, Patrick Bialdyga, übernahm die Inszenierung 2020 in einer gekürzten Fassung. Sie wurde in gestreckter Form auch im Festival 2022 gezeigt. Erinnerungen an die unerfreulichen Umstände bei der von Katharina Wagner zunächst verantworteten, „spannenden“, und dann kurzfristig fallen gelassenen Inszenierung einer 7,5-stündigen Kurzversion des „Ring“ in Buenos Aires 2012 wurden wach… Damals übernahm eine argentinische Regisseurin ad hoc…
Zum Bericht von Klaus Billand
Über die Sängerbesetzung und Katharina Wagners Lohengrin-Deutung haben wir bereits genug gelesen. Interessanter ist aber Billands Exkurs:
Exkurs, aber vielleicht gar nicht so „ex“
Angesichts der beiden selbst im Rahmen der Ideologie des Regisseurstheater – eigentlich Regietheater genannt, aber im Prinzip sinnfrei, da jedes Theaterstück eine Regie hat – „Lohengrin“-Inszenierungen von Wieler/Morabito/Viebrock in Salzburg und Wien einerseits und nun Katharina Wagner in Barcelona andererseits sehe ich mich veranlasst, einmal ein paar Gedanken zu solch entfremdenden, ja Werk-konterkarierenden Interpretationen dieses großen Universalwerks von Richard Wagner und anderen Opern zu thematisieren.
- Auf der Alten Oper Frankfurt, und sicher auf einer Reihe weiterer deutscher Opern- und Konzerthäuser, steht die Trias „Dem Wahren Schönen Guten“. Es ist ein klassisches Ideal, das über lange Zeit das kulturelle und künstlerische Leitbild unserer westlichen Kultur entscheidend geprägt hat. Es geht auf die alten Griechen zurück, genauer auf Sokrates, für den vor allem das Gute im Mittelpunkt stand. Gut ist für ihn, was 1. das richtige Maß hat, 2. schön ist und 3. wahr ist. Sind alle drei Aspekte im Leben vereint, ist es ein gutes Leben. Das Wahre, Schöne und Gute sind bei Sokrates also eng miteinander verknüpft. Auch wenn diese Trias über die Renaissance und Aufklärung bis in die Moderne an Intensität und Akzeptanz verloren hat, auch unter dem Einfluss der Philosophie Nietzsches, der der Auffassung war, dass das Schöne und Gute eins sei und die Hinzunahme des Wahren unstatthaft, ist sie sicher, auch wenn nur unbewusst, ein Teil der Motivation, in die Oper zu gehen. Auch wenn Nietzsche meinte: „Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen. (In Nietzsches „Wille zur Macht“).
- Angesichts dieser beiden „Lohengrin“-Interpretationen, in denen eine „Befragung der Rollenbilder“und eine „Befreiung der Figuren aus einer szenischen Schockstarre“ (Morabito) erfolgen soll, bzw. „klischeehafte Schablonen von Gut und Böse in Frage gestellt werden“ (K. Wagner) sollen, aber, de facto, das Böse in das Gute und das Gute in das Böse verkehrt wird, muss man sich wie bei einigen anderen der Regisseurstheater-Apologeten ernsthaft fragen, ob hier überhaupt noch von der einstigen, aber auch heute bei der großen Mehrzahl der Opernbesucher immer noch als relevant und wünschenswert empfundenen Suche nach dem Wahren, Schönen, Guten bei einem Opernbesuch Notiz genommen wird.
- Bei der Überlegung, wie es zu einer solchen Verkehrung des Guten in das Böse und umgekehrt gegen wie Dramaturgie des Stücks – und nebenbei, aber weiß Gott nicht nur nebenbei, total gegen die Partitur des Komponisten – was besonders bei Richard Wagner sofort dem auffällt, der das Stück auch musikalisch kennt, kommt, ist wohl auch die Autobiografie der jeweiligen Regisseure in Betracht zu ziehen. Wer da in seiner Kindheit und Jugend, vielleicht auch noch später, die Bedeutung und Relevanz für das menschliche Zusammenleben von Schönem und Gutem, durchaus in Nietzsches Fassung einerseits und der Wahrheit andererseits nicht vermittelt bekommen oder selbst erlebt hat, mag sich mit einigen Stoffen der Opernliteratur, die gerade diesem Ideal huldigen, schwer tun. Und dazu gehört ganz eindeutig Wagners „Lohengrin“.
- Es spielt aber auch die Konkurrenz unter den vermeintlich avantgardistischen Regisseuren des Regisseurstheater eine Rolle. Die Oper ist nun einmal eine museale Kunst, wie es schon Marcel Prawy ausdrückte, denn die etwa 45 großen Werke des Kanons und etwa weitere 80-100 sind einmalig und auch aus ihrer Zeit heraus zu verstehen. Es kam seit etwa 1950 kaum noch etwas Vergleichbares nach. Da sie aber alle künstlerische Universalwerke darstellen, sind sie auf vielfältige Weise, auch unter Hinzunahme aktueller und zeitgenössischer Gegebenheiten, interpretierbar, ohne sie dabei in ihrer Grundaussage verfälschen zu müssen, nur um vermeintlich aktuell und „spannend“ zu sein. Es gibt mit den neuen Technologien der Oper, und damit ist nicht eine parallele Kinoübertragung gemeint, mit Phantasie und Ehrfurcht vor dem Stück sowie der Intentionen des Komponisten etliche Formen der Interpretation bei guter Werkkenntnis und -analyse. Der kürzlich verstorbene Regisseur Hans-Peter Lehmann, Mitarbeiter Wieland Wagners in Neu-Bayreuth ab 1951 und langjähriger Intendant der Oper Hannover, sagte auf der Premierenfeier seines „Ring“ in der Hala Ludowa in Wroclaw 2006: „Der ‚Ring’ ist auf 1000 verschiedene Weisen zu inszenieren“.
- Man stelle sich nun einmal einen spanischen Besucher der „Lohengrin“-Premiere am Gran Teatre del Liceu in Barcelona vor, der in diesem Stagione-Theater nicht alle Stücke kennt, die er im Abo hat, auch nicht den „Lohengrin“. Er hat aber ein feines Gehör für die Musik einer Oper und ihre Bedeutung in Bezug auf das Theatralische. Was muss ein solcher Opernfreund, der zudem noch 300 Euro für einen Parkettplatz bezahlt haben mag, bei den himmlischen A-Dur-Klängen des Vorspiels denken, zu denen ein Mord auf offener Bühne geschieht und das, wo er doch weiß, dass gerade Wagner stets um die Einheit von Musik und Handlung bedacht war?! Ein Programmheft, in dem vielleicht ein Interview des Dramaturgen mit der Regisseurin zu lesen gewesen wäre, gab es nicht, nur einen Besetzungszettel. Zu einer geplanten Pressekonferenz bzw. einem Interview im Vorfeld der Premiere erschien die Regisseurin auch nicht.
- Und das bringt mich zur Frage der Einbeziehung oder zumindest zur Beachtung des Publikums. Natürlich ist Kunst, die nach dem Geschmack des Publikums gemacht wird, keine Kunst, allenfalls Kunsthandwerk. Die extremste Variante dieser Auffassung war auf grässliche Art und Weise in der Nazi-Zeit zu erleben. Aber im anderen Extrem überhaupt nicht auf die Publikums-Motivation, in die Oper zu gehen, auf dessen mögliche Kenntnis der Materie, aber auch auf seine Erwartungshaltung für einen Opernabend zumindest bis zu einem gewissen Grade einzugehen, ist ebenfalls bedenklich.
- Am Ende des Tages wird Oper und Theater überhaupt für ein Publikum gemacht, wie der Journalist für eine Leserschaft schreibt, die er oft nicht einmal kennt. Wenn kein Publikum mehr da ist und keine Leserschaft, verlieren Regisseur und Journalist ihren Job, und dann ist Feierabend! Auch mit der Oper! Wird, und da sind auch die Intendanzen gemeint, überhaupt einmal darüber nachgedacht, warum bei überzogenen Regisseurstheater-Produktionen die Reihen nach der Premiere zu signifikanten Teilen leer bleiben und auch die Abos zurückgegeben werden?! Dass den Einnahmenausfall der Steuerzahler trägt und zum größten Teil der, der gar nicht in die Oper geht, sollte nicht beruhigen. Also, das Publikum gehört viel mehr in den Fokus bei solch extremen Regie-Konzepten, was man mit Publikums-Diskussionen und dergleichen bewirken kann, wo dann Argumente und Zweifel vorgebacht sowie Fragen gestellt werden können. Ein Opernregisseur hat sich bestimmt noch nie Gedanken gemacht, ob die Akzeptanz seiner Inszenierung Auswirkung auf die finanzielle Situation des jeweiligen Hauses hat…
- Zum Schluss sei die berühmte (nicht nur) Wagner-Sängerin Anja Silja erwähnt, die in der aktuellen Ausgabe des ORPHEUS – Oper und mehr ein sehr interessantes Interview zum Regietheater gegeben hat, mit dem Titel “Dieses Regietheater hat mit Regie nichts mehr zu tun“. Sie unterstellt den heutigen Regisseuren, mit ihren Erfindungen die Jugend für die Oper zu interessieren. Das gelingt aber ganz und gar nicht, wie übrigens auch eine etwa 2018 in den USA gemachte Studie bewiesen hat. Auch postuliert Silja völlig zu Recht, dass in einer Oper Dirigent und Regisseur zusammenwirken müssen, was bekanntlich nur selten passiert. Oper sei eine Gemeinschaftsarbeit. Sogar Asmik Grigorian habe unlängst sinngemäß gesagt, dass das -Regietheater- die Oper kaputtmache. Bei wirklich interessanter Regie wäre das anders. Und das erlebe ich immer wieder auf den Bühnen in Südeuropa. Ein Lösungsansatz für diese Fehlentwicklungen sei die Ensemblepflege, wo gemeinsam die Rollen und das Werk erarbeitet werden und Dirigenten wie Regisseure auch die Entwicklung der Sänger fördern können. Siljas finales Placet: „Die Oper ins Heute zu transferieren, ist sicher nicht der richtige Weg“. Sic!
Klaus Billand
Leserin W.B. meint zur Silja-Interview:
Anja Silja: „Die Oper ins Heute zu transferieren, ist sicher nicht der richtige Weg“.
Presse zu „Martha“ In Salzburg:“Mit ihrer modernen Inszenierung lieferte Regisseurin Christiane Lutz ein Paradebeispiel dafür, wie sich klassische Stoffe erfolgreich in die Gegenwart übertragen lassen.“
Was stimmt nun? Beides! Es kommt auf Intelligenz und intensive Beschäftigung mit em Stück an!!! Zitat Ende
Leserin Dr. Elga Martinez-Weinberger äußert sich zum Thema: Ich habe übrigens einen Begriff geprägte, der Euch vielleicht gefallen wird: Pseudogenietheater. Ich glaub, da ist alles drin, was gut vernetzte Scharlatane in Opernhäusern anrichten. Nur warum fallen so viele Direktoren drauf rein? (Zitat Ende)
In eigener Sache: Wer mich wirklich kennt weiß, dass ich das Gegenteil von konservativ/rückwärtsgewandt bin. Von Scharlatanen für blöd verkaufen lass ich mich aber auch nicht gerne! Das Medium „Online-Merker“ ist konservativer als sein Chefredakteur, ich glaube aber meine Leser zu kennen. Denen gebe ich ein Sprachrohr. Ich fühle mich weder berechtigt noch befähigt, Leser zu erziehen. Deshalb ist der Online-Merker so, wie er eben ist. Kein Medium kontrolliert genauer die Quote wie wir und wenn ich merke, dass wir gegen die Lesermeinung anschreiben (abzulesen an sinkender Quote), überdenke ich meinen Standpunkt und höre sofort auf. Aber die Quote steigt, trotz starker Konkurrenz! Einige böse Mails, auch von wild um sich schlagenden Intendanten, können mich nicht einbremsen.
Innsbruck / Tiroler Landestheater: „Eugen Onegin“ – prachtvolle Ensembleleistung! – Pr. 22.3.2025
Marie Smolka. Copyright: Birgit Gufler
Ein äußerst ambitioniert singendes und agierendes Ensemble, eine unter die Haut gehende, psychologisch fein ausgearbeitete Inszenierung sowie ein glänzend aufgelegtes Orchester, all das zusammen ergab ein Opernerlebnis, das noch länger nachwirken wird.
Das TLT kann sich glücklich schätzen, sämtliche Rollen aus der hauseigenen Sängerschar besetzen zu können. Und mit Freude ist festzustellen, welche Qualitätsstimmen der hauseigene Chor beherbergt, die immer wieder solistisch zum Einsatz kommen und so manchen Solosänger in die hintere Reihe verweisen.
Peter I. Tschaikowskis meistgespielte Oper, basierend auf dem 1830 veröffentlichten Versroman von Alexander Puschkin, entstand 1877, zu einer Zeit also, als auch der Komponist mit starken Emotionswallungen und Seelenqualen zu kämpfen hatte und diese auch ungeschönt zu Papier brachte. Auch in der Handlung geht es um die Liebesirrungen und – wirrungen junger Menschen auf einem Gutshof in der russischen Provinz um 1820. Die Musik ist meisterhaft orchestriert und bietet den Gesangssolisten prachtvolle Arien und Ensembles. Tatjanas erregende Briefszene, Onegins „Entsagungsarie“ (in der er Tatjana erklärt, kein Mann für die Ehe zu sein), Lenskis von Wehmut und Todesahnung umflorte Arie vor dem unseligen Duell, Gremins Glückpreisung seiner Ehe mit Tatjana sowie die Polonaise zählen zu den Hits des allgemeinen Opernkanons. Über all diesen Perlen der Musikkunst schwebt – passend zur Werkbezeichnung „lyrische Szenen“ – ein Hauch von Melancholie und Weltschmerz…
Zum Premierenbericht von Dietmar Plattner
Gaetano Donizetti: Maria Stuarda ◊ Staatsoper Hamburg ◊ Vorstellung: 25.03.2025
«Im Belcanto geht es um grosse Gefühle»
Musikalisch gelingt die Produktion ganz ordentlich. Szenisch kann die Produktion auf Grund ihrer ideologischen Kontaminierung nicht überzeugen.
Foto © 2025/ Brinkhoff/Mögenburg
«Im Belcanto geht es um grosse Gefühle», so Karin Beier (Inszenierung) im Programmheft. In ihrer Regiearbeit ist das, überlagert vom Bestreben die Oper feministisch zu lesen, nicht zu erkennen. So wenig es Schiller in seinen Dramen um die historische Wahrheit ging, so wenig ging es dem Belcanto darum die Gefühle, die Affekte der Figuren psychologisierend zu erklären: sie sind intensivmöglichst auf der Bühne darzustellen. Wie die gezeigten Affekte historisch (und feministisch) zu bewerten sind, spielt hier schlicht keine Rolle. Zu behaupten, Donizetti habe die Geschichte für ein katholisches Publikum geschrieben, zeugt von geringer Kenntnis des Stils: Donizetti hat für eine katholische Zensur geschrieben. Die entschied nämlich über Gedeih und Verderben der Oper (und war entsprechend für die als «Buondelmonte» aufgeführte und dann in den Archiven verschwundene erste Fassung verantwortlich). Mit der durch die mittelalterliche Herrscher-Theorie der zwei Körper legitimierten Ergänzung der Figuren um je maximal fünf Doubles macht es Beier sich einfach der Schwierigkeit die Persönlichkeiten in ihrer komplexen Gefühls-Vielfalt zu zeigen, aus dem Wege. Das ist genau nicht im Sinne des Belcanto, das Gewusel auf der Bühne lenkt nur ab. Das Regietheater feiert fröhlich Urständ, wenn als Zeichen der höfischen Jagd-Gesellschaft der Kadaver eines schon längere Zeit toten und so kaum weidmännisch erlegten Rindes auf die Bühne gezerrt wird: jeder muss hineingreifen, damit er auch sicher Blut an den Händen hat. Kurz gesagt: Es ist die «Maria Stuarda» der Karin Beier. Von Donizettis «Maria Stuarda» ist weit und breit nichts zu entdecken. Amber Vandenhoeck (Bühnenbild) hat Beier einen zum Stück passenden, modern anmutenden Gefängnisraum geschaffen. Eva Dessecker orientiert die Schnitte der Kostüme…
Zum Bericht von La Marchesa d’Obigny
Das Stuttgarter Ballett trauert um Ray Barra
Ray Barra. Credit: giornale de la danza/Ken Bell
Ray Barra, ehemaliger Erster Solist des Stuttgarter Balletts, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Ray Barra war, gerade in der Anfangszeit von Crankos Schaffen in Stuttgart, einer der bedeutendsten Tänzer im Ensemble. Bis zu dem frühzeitigen Aus seiner
Bühnenkarriere schuf Cranko für ihn mehrere Rollen, wie den Romeo in Romeo und Julia, oder die gleichnamige Titelrolle in Onegin.
Ray Barra begann seine tänzerische Ausbildung in seinem Geburtsort San Francisco und setzte sie am American Ballet Theatre in New York und in Kopenhagen fort. Als Solist tanzte er zunächst beim San Francisco Ballet, von 1953-1959 dann beim American Ballet Theatre und von 1959-1966 als Erster Solist beim Stuttgarter Ballett. Hier arbeitete er mit vielen großen Choreographen und tanzte an der Seite vieler berühmter Partnerinnen wie Marcia Haydée, Lynn Seymour, Violette Verdy, Carla Fracci und Birgit Keil. Er war weltweit in einer Vielzahl von Hauptrollen zu sehen, von denen mehrere John Cranko eigens für ihn kreiert hatte, so etwa Romeo, Onegin sowie die Prinzen in Schwanensee und in Der Feuervogel…
Mehr darüber in den „Infos des Tages“
Linz: „Manfred“ – Konzert im Brucknerhaus Linz, Großer Saal, 28. 03.2025
Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner
Rote Couch: Christoph Cech, Norbert Trawöger. Foto: Petra und Helmut Huber
Wie es sehr guter Brauch bei BOL-Abokonzerten ist, wurde 45 Minuten vor Beginn des 3. Abends in dieser Saison wieder zur „Roten Couch“ gerufen: diesmal interviewte der künstlerische Direktor Norbert Trawöger den Uraufführungskomponisten des Abends, Christoph Cech. Dieser wird, als Jahrgang 1960, im Sommer von seiner Professur für Jazzmusik, Komposition und Dirigierenan der Anton Bruckner Universität emeritieren. Sein Werk „Bruckner (Über die Mathematik des Brausens)“, hat er zwischen 24. September 2024 und dem Neujahrstag 2025 geschrieben – und das bei stattlichen 30 Minuten Dauer und ähnlich großer Orchestrierung wie das zweite Werk des Abends! Bruckner-Zitate kommen darin nicht vor, Körperhygiene ebensowenig; Cech ging es vielmehr darum, sich musikalisch der an sich schwer fasslichen Persönlichkeit und dem bruchhaften Kompositionsstil des Ansfeldners anzunähern, und natürlich dem Brausen seiner gewaltigen Orchesterwerke (und von Engelsflügeln?), in denen wohl immer Bruckners musikalische Herkunft von der Orgel durchschimmert. Cechs jazzige Seite findet sich gar nicht in diesem Stück, denn: „beim Crossover sind schon viele Scheußlichkeiten entstanden„…
Zum Bericht von Petra und Helmut Huber
Die Hubers sind heute in Linz beim „Schlauen Füchslein“ im Einsatz
DAS LIED VOM RAND DER WELT oder DER „ZIGEUNERBARON“. Uraufführung
Musiktheater nach der Operette von Johann Strauss in einer Neufassung der Musicbanda Franui
Libretto von Roland Schimmelpfennig
Museumsquartier, Halle E
Bericht über die Aufführung am 27.03.2025 aus der Aufführungsserie 25.03, 27.03.,30.03.,01.04. und 03.04.2025, 19:00-21:55
Werkeinführung jeweils um 18:15 im Foyer
(c) Liliya Namisnyk
Zum Bericht von Elisabeth Dietrich-Schulz
Sehen Sie, das ist das, was ich „In eigener Sache“ zum Ausdruck bringen wollte. Ich brauche keine Erziehung des Regisseurs“. Und was Herr Geyer für gutes Steuergeld mit dem Strauss-Jahr aufführt, geht auf keine Kuh-Haut!
HERBSTTAGE BLINDENMARKT: 36. Herbsttage Blindenmarkt: Vorverkauf startet
Martin Mairinger als „Bumerli“, DER SCHOKOLADENSOLDAT, Herbsttage 2025. Credit: Lukas Johann
Intendant Michael Garschall präsentiert 2025 Oscar Straus‘ Schokoladensoldat“ – Max Müller gastiert zum vierten Mal in „Blima“ mit einem neuen Programm.
Ein Gustostückerl präsentiert Intendant Michael Garschall 2025 im Rahmen der 36. Auflage der Herbsttage Blindenmarkt: Vom 3. bis 26. Oktober 2025 stehen Oscar Straus und sein „Schokoladensoldat“ auf dem Programm. Bei der alljährlichen Matinee am 19. Oktober 2025 wird Publikumsliebling Max Müller wieder sein Publikum begeistern. Sowohl für die Operettenaufführungen als auch für die Matinee startet am 4. April 2025 der Kartenvorverkauf.
Informationen und Karten:
Online-Tickets (zum Originalpreis) für alle Operettenaufführungen und die Matinee mit Max Müller am 19. Oktober 2025 sowie weitere Informationen: www.herbsttage.at, Tel. 07473/666 80, karten@herbsttage.at
Kartenbüro: Gemeindeamt Blindenmarkt, Hauptstraße 17, 2. Stock (Aufzug), Freitag 10.00 – 12.00 Uhr
WIEN / Theater der Jugend im Renaissancetheater: MYTHOS: RAGNARÖK von Ed Gamester
ach Sagen der nordischen Mythologie
Premiere: 28. März 2025
Die Wikinger-Wrestling-Show
Die Überlieferung erzählt uns, dass die Wikinger gnadenlose und lebensgefährliche Kämpfer waren. Aber waren sie auch Wrestler? Nun, Ed Gamster ist zwar ein Theatermann, aber gleichzeitig Stuntman und professioneller Wrestler, und ihm schien die brutale Kunst der totalen Körperlichkeit die harte nordische Götterwelt am ehesten widerzuspiegeln – zumal, wenn man das Projekt mit einem hohen Grad an Humor angeht.
Mythos: Ragnarök“ ist eine Show, mit der er in ganz England erfolgreich herumreiste. Ein Mitarbeiter des Theaters der Jugend sah die Produktion beim Edinburgh Festival uns hat sie nach Wien geholt. Wobei man hier dem Publikum erstmals einen Abend in englischer Sprache (allerdings mit deutschen Übertiteln) bietet. Der krude Mix der Show besteht aus nordischer Göttergeschichte, wobei die bekanntesten Figuren auftauchen, aus magischen Szenen mit viel Rauch, Lichtspielen, dröhnender Musik – und aus überbordenden Wrestling-Szenen, wo die „Darsteller“, alle überzeugende Profils in der Kunst des Ringens,des den Gegner Hin- und Herschleuderns und krachend auf den Boden Dreschens… Das ist geradezu erschreckend karacho-realistisch, wird aber mit so leichter Hand, mit so viel Humor exekutiert, dass sich Unterhaltung nie wirklich in Entsetzen übersetzt. Das Publikum führte sich innerhalb kürzester Zeit auf, als sei man am Heumarkt, und johlte und bejubelte die kunstvoll choreographierte Prügelei – je schlimmer, desto lieber.
Und die Geschichte? Nun Ragnarök bedeutet ja bekanntlich Götterdämmerung, und wer Richard Wagners „Ring“ kennt, findet dort Odin als Wotan, Loki als Loge, Thor als Donner usw. Besonders klar wird die brachiale Götter-Familiengeschichte auf der Bühne nicht, aber man ist ja in keinem Uni-Seminar, sondern im Theater…
Aktuelles aus „Neue Zürcher Zeitung“
Ausgerechnet Elise Stefanik: Das Weisse Haus opfert die Trump-Vertraute aus Angst vor einem Machtverlust: Die 40 Jahre alte republikanische Abgeordnete wird nun überraschend doch nicht Uno-Botschafterin. Präsident Donald Trump zieht die Nomination zurück. Der Grund: Die Republikaner fürchten um ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus.
Jetzt lesen
Die Grönland-Reise von Vance ist eine unnötige Machtdemonstration: Amerika sollte in der Arktis mit Grönland kooperieren. Mit dem diplomatischen Zweihänder erreicht Washington aber das Gegenteil. Das nützt Russland und China.
Jetzt lesen
Die türkischen Studenten kennen nur das Leben unter Erdogan. Nun begehren sie gegen den Präsidenten auf: Seit der Verhaftung des populären Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem Imamoglu, gehen in der Türkei Hunderttausende auf die Strasse. Die treibende Kraft der Proteste sind Studenten. Doch ihre Unzufriedenheit reicht viel tiefer. Eine Reportage.
Jetzt lesen
Vom Hundeschlittenrennen zum «Sicherheitsbriefing»: Wie die Grönland-Reise von Usha Vance politisch wurde: Geplant war eine Kulturreise der Second Lady. Nun kommt auch der Ehemann und Vizepräsident J. D. Vance mit, um einen US-Militärstützpunkt zu besuchen. Wie kam es dazu?
Jetzt lesen
Die Europäer sind im Kriegsfieber und vergessen die Innenpolitik: Die Probleme mit der Migration gehen nicht von alleine weg. Die Polen verschärfen ihre Asylpolitik. In Europa aber fehlt eine ernsthafte Initiative, um das dysfunktionale Asylsystem zu beheben. Im Eifer der Aufrüstung geht das unliebsame Thema unter. Das könnte sich rächen.
Jetzt lesen
Macron und Starmer senden ein Signal: Sie wollen eine Militärmission in die Ukraine schicken: Die «Koalition der Willigen» kommt nur mühsam voran. Beim Thema Friedenstruppen stellt sich Deutschland quer. Dafür preschen Paris und London vor: Sie wollen Militärvertreter nach Kiew entsenden, um einen möglichen Friedenseinsatz vorzubereiten.
Jetzt lesen
Polen setzt das Asylrecht aus. Die Grenze zu Weissrussland soll für Migranten unüberwindbar werden: Polen nimmt an der weissrussischen Grenze vorläufig keine Asylanträge mehr entgegen. Die EU deckt dieses umstrittene Vorgehen – im Interesse der Sicherheit.
Jetzt lesen
Nordkorea stellt erstes Aufklärungsflugzeug vor – Geheimdienste vermuten russische Hilfe: Der Diktator Kim Jong Un hilft Russland im Krieg gegen die Ukraine mit immer mehr Munition, Artillerie und Soldaten. Russland revanchiert sich mit Waffentechnik.
Jetzt lesen
Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“
Wien/ Rudolfsheim/Fünfhaus
Lugner-Schwiegersohn will jetzt Bezirksvorsteher werden
Wien-Wahl: Leo Lugner kandidiert jetzt als Bezirksvorsteher im 15. Bezirk. Lugner ist selbst auch in der Lugner City tätig und vertritt nun erstmals die FPÖ im 15. Wiener Gemeindebezirk – Rudolfsheim-Fünfhaus. Sein Vorhaben begründet er unter anderem so: „Ich kandidiere, weil es einen dringenden Kurswechsel braucht. Ich will wieder Politik mit Hausverstand machen – für die Menschen, nicht gegen sie.“
oe24.at
Wien/ Straßenumfrage
„Mörderbahn“ – So (un)sicher fühlen sich Wiener in U6
Es ist nicht gerade die beliebteste U-Bahn Linie der Stadt. Die U6 befördert täglich tausende Wiener, viele davon fühlen sich zunehmend unsicher. ÖVP-Wien-Chef Karl Mahrer erklärte vor kurzem im ORF auf die Frage, wann er sich das letzte Mal in Wien unwohl gefühlt habe, dass dies – und anderem – bei einer Fahrt in der U-Bahnlinie U6 der Fall gewesen sei. Da ist er nicht der einzige, viele Wiener berichten von unangemessenem Verhalten der Fahrgäste, Geruchsbelästigung durch Speisen aller Art oder Verdreckung der U-Bahn-Garnituren. Es wurde sogar schon von Gewaltdelikten, Übergriffen und nächtlichen Liebesspielen in der U6 berichtet.
Heute.at
Bitte nicht übertreiben! Die „Mörderbahn“ fährt exakt unter der Redaktion des Online-Merker durch (deshalb sind die Kellerräume gepölzt/gesichert), aber Angst hatte ich in der U6 bisher nicht. Herr Mahrer übt sich in Panikmache – und unterstellt eben das einer Konkurrenzpartei! Wahlkampf eben!
Rangnick und die ÖFB-Bosse: Sie wollen ihn loswerden Bezahlartikel
Was der Präsident und sein „Vize“ dem Teamchef über die Medien ausrichten, lässt nur einen Schluss zu. „Ich kann nicht nur fordern – und auf de anderen Seite das Geld liegen lassen.“ Das Fazit des Ausscheidens aus der Nations-League)
Kurier.at
Wäre ich Herr Rangnick, wäre ich längst gegangen. Er wäre nicht lange arbeitslos! Allerdings: Zu seiner Kernkompetenz gehört der Neubau des Wiener Stadions wirklich nicht! Aber mit Leuten (Präsidenten), die nervenschwach sind, kann man auch nicht zusammenarbeiten!
Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.

