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ZÜRICH/ „Theater Stok“/ Kurzopernfestival: „LA SERVA PADRONA“ von Giovanni Pergolesi. Neuproduktion In Kooperation mit der Kammeroper Zürich. Premiere

Giovanni Pergolesi: La serva Padrona • Kurzopern-Festival 2026 im Theater Stok, Zürich • Premiere: 21.05.2026

Neuproduktion In Kooperation mit der Kammeroper Zürich

Die Abschaffung der Heiratsstrafe als Chance für die Bezahlung weiblich konnotierter Arbeit

Vom prallen Leben der freien Schweizer Opernszene kündet das Kurzopern-Festival 2026 im Theater Stok in Zürich. Eröffnet wird das reichhaltige Festival mit Pergolesis «La serva Padrona».

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Foto ©  www.kurzopern.ch

Kathrin Elmiger (Regie) legt Pergolesis Meisterwerk als Geschichte einer Diskussionsveranstaltung zur Abschaffung der Heiratsstrafe, der in der Schweiz noch bis 2032 möglichen steuerlichen Schlechterstellung verheirateter Doppelverdiener-Paare gegenüber Konkubinatspaaren, an. So wird aus einer Podiumsdiskussion dreier älterer Herren am Ende die Diskussion eines Ehepaares mit Gästen aus dem Publikum. Dazwischen erzählt Pergolesis Intermezzo, wie Serpina Uberto dazu bringt sie zu heiraten und sie so letztlich für ihre «weiblich konnotierte Arbeit» zu entschädigen (den Begriff ersetzt Serpina in der Ankündigung selbst durch «Hausarbeit»). Damit gelingt es Elmiger wunderbar die Geschichte in die Gegenwart zu bringen und Unterhaltung mit Niveau zu bieten. Die Partien der Solisten wurden mit bekannten Stücken aus der Opern-Literatur «angereichert», so «Ah, non credea mirarti» für Serpina oder «La calunnia è un venticello» («Verleumdungsarie») für Uberto.

Die beiden Instrumentalisten begleiten spritzig und virtuos: Annkatrin Isaacs (musikalische Leitung) am Klavier und Ronny Spiegel auf der Violine.

Die drei Solisten überzeugen mit überbordender Spielfreude und entsprechender Bühnenpräsenz. Anna Gitschthaler gibt die Serpina mit strahlendem, wunderbar farbreichem Sopran und grossem, sympathischem Selbstbewusstsein. Der Mann, der sich von ihr nicht überzeugen lässt, muss erst erfunden werden. In «Ah, non credea mirarti» aus Bellinis «La Sonnambula» begeistert sie mit kristallklarer Stimme und tiefen Emotionen. Erich Bieri kann als Uberto, den man einfach sympathisch finden muss, den Argumenten Serpinas aus verständlichen Gründen nicht lange widerstehen. Bieri gibt den Junggesellen mit agilem, herrlich kernigem Bassbariton. Marcel Zehnder ergänzt die Besetzung in der stummen Rollen des hier fast omnipräsenten Dieners Vespone.

Perfekte, herrlich spritzige Unterhaltung !

Programm des Kurzopern-Festival 2026 im Theater Stok: https://kurzopern.ch/events/list/

Weitere Aufführungen: 22.05.2026, 19.30 und 31.05.2026, 17.00.

21.05.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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