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ZÜRICH/ Opernhaus: HIPPOLYTE ET ARICIE von Jean-Philippe Rameau

15.06.2019 | Allgemein, Oper

Jean-Philippe Rameau: Hippolyte et Aricie, Opernhaus Zürich, Vorstellungen: 07. und 14.06.2019

 (6. und 7. Vorstellung seit der Premiere am 12.05.2019)

Abenteuer Rameau

 Die letzte Vorstellung der Produktion in der laufenden Saison fand am Frauenstreiktag statt, und so war manches anders als sonst. Nicht die Verkehrsbehinderungen, seit den Schülerdemos ist das ja leider Alltag. Für einmal waren an Garderobe und Einlass nur Herren im Dienst. Die Damen hatten nicht komplett frei, denn ohne sie wäre der Betrieb ja nicht möglich. Sie führten Aufsicht und unterhielten sich mit den Gästen (https://www.facebook.com/283650360236/posts/10161685948150237?s=100000089791421&v=e&sfns=mo).

Bildergebnis für zürich hippolyte et aricie
Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf

Die Inszenierung der holländischen Regisseurin  Jetske Mijnssen, seien es die grossen Linien wie auch die liebevoll ausgearbeiteten kleinen Details, überzeugt auch bei den Folgebesuchen voll und ganz. Und Folgebesuche lohnen sich allemal, denn viele musikalische Details gehen für den im französischen Barock nicht geübten Hörer beim ersten Kontakt unter. Bühnenbild (Ben Baur) und Kostüme (Gideon Davey) sind und bleiben in der Beleuchtung von Franck Evin ein ästhetischer Hochgenuss.

Das Orchestra La Scintilla spielt unter  Emmanuelle Haïm in grossartiger Form und lässt Rameaus Erstlingswerk aufs Wunderbarste erklingen.

In den tragenden Rollen begeistern Cyrille Dubois als Hippolyte, Stéphanie d’Oustrac als Phèdre und Edwin Crossley-Mercer als Thésée. Mit phasenweise scharfer Stimme und, obwohl sie aus Südfrankreich stammt, oft schwierig verständlich, vermag Mélissa Petit als Aricie das Niveau nicht ganz zu halten. Das hervorragende Ensemble ergänzten Wenwei Zhang als Neptune und Pluton, Hamida Kristoffersen als Diane., Aurélia Legay als Œnone und Alexander Kiechle, Spencer Lang, Nicholas Scott Alexander als Parzen. Gemma Ní Bhriain war „Une Prêtresse de Diane“, „Une Matelote“ und „Une Chasseresse“ und Timm de Jong (07.06 )/Piotr Lempa (14.06) „Un chasseur“. Davidson Hegglin Farias tanzte den Perithous.

Bleibt zu hoffen, dass diese in Vielem mustergültige Produktion wiederaufgenommen wird!

Keine weiteren Aufführungen.

29.03.2019, Jan Krobot/Zürich

 

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