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ZÜRICH/ Opernhaus: CAVALLERIA RUSTICANA / PAGLIACCI . 2. Vorstellung. So muss Oper sein!

Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana / Ruggiero Leoncavallo: Pagliacci • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 21.01.2022

(2. Vorstellung • Wiederaufnahme am 18.01.2022)

So muss Oper sein!

cav
Foto © Toni Suter

Luigi Perego hat für Grisacha Asagaroffs Inszenierung des Verismo-Abends ein Einheitsbühnenbild aus grauem Tuffstein geschaffen, das für sich genommen trist wirkt, er aber liebevoll mit Leben und Farbe füllt. Die halbkreisförmige Konstruktion mit Säulen und Galerie ist in der Cavalleria der Dorfplatz mit Wirtshaus und Kirche, im Pagliacci ebenfalls Dorfplatz und natürlich Theaterbühne. Die Lichtgestaltung von Hans-Rudolf Kunz und die Einblendungen auf dem Hintergrund tragen ganz wesentlich zur Stimmung bei. Trotz aller Details bietet die Bühne den Beteiligten den Raum ihre Figuren intensiv darzustellen. Und das tun sie auch.

Der Chor der Oper Zürich, der Zusatzchor der Oper Zürich und Kinderchor der Oper Zürich schöpfen aus dem Vollen und bezaubern mit intensivem, sattem Klang und sichtbar grosser Spielfreude. Der Statistenverein am Opernhaus Zürich ist mit viel Leidenschaft am Werk.

Elīna Garanča als Santuzza ist schlicht ein Ereignis. Kann man eine solche Künstlerin in dieser Form live erleben, kann man nur dankbar sein. Marcelo Álvarez ist in Topform. Den Turridu gestaltet er szenisch eher zurückhaltend und läuft dann als Canio zu grosser Form auf. George Petean ist der Tradition entsprechend als Alfio und als Tonio besetzt. Bis auf ein Vibrato im Forte-Bereich befindet er sich mit den anderen Solisten auf Augenhöhe. Svetlina Stoyanova gibt ein trotz aller Zurückhaltung attraktive Lola. Ekaterina Bakanova als Nedda lässt in jedem Moment, besonders im intensiv vorgetragenen Vogellied, erkennen, wie sie sich in der Ehe mit Canio fühlt. Irène Friedli als Lucia, Andrew Owens als Beppe, Xiaomeng Zhang als Silvio, Uwe Kosser und Utku Kuzuluk als Zwei Bauern ergänzen das Ensemble.

Die Philharmonia Zürich befindet sich weiter in grossartiger Form unter musiziert mit gleichermassen unerhörter Akuratesse wie Schwung und Leidenschaft. Ganz wesentlich zum Gelingen des Abends trägt die musikalische Leitung von Paolo Carignani bei, der alle Beteiligten mit intensiver Motorik anfeuert und durch den Abend trägt.

So muss Oper sein!

Weitere Aufführungen: 23.01.2022, 26.01.2022. und 30.01.2022.

23.01.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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