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WIEN/ Volksoper: CHICAGO. Ein Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse. CRIME & SEX in der VOLKSOPER (28.10.)

WIEN / Volksoper: Chicago

Ein Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse
Buch von Fred Ebb & Bob Fosse | Musik von John Kander | Liedtexte von Fred Ebb
Nach dem Theaterstück Chicago von Maurine Dallas Watkins
Deutsch von Erika Gesell und Helmut Baumann
Regie Lotte de Beer

Premiere am 24. Oktober 2026
Bericht über die 2. Aufführung am 28.10.2026

CRIME & SEX in der VOLKSOPER

DIE MORDLADIES Roxie Hart & Velma Kelly aus CHICAGO begeistern WIEN

Die Volksoper hat tolle Musicaldarstellerinnen und Darsteller, ein unglaubliches Ballettensemble, einen gewaltigen Chor, ein großartiges Orchester (Leitung: Maayan Franco) und ein Publikum, das begeistert mitgeht. Herz, was willst du mehr? Vielleicht ist es den Herbstferien geschuldet, aber so viele junge Gesichter im Zuschauerraum sieht man sonst in Wien bei Abendvorstellungen selten. Gut so!

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Myrthes Monteiro als Velma Kelly, Ensemble © Marco Sommer/Volksoper Wien

Mit der Uraufführung am 3. Juni 1975 am Broadway in New York begann der Erfolgslauf des Musicals . Durch die Verfilmung aus dem Jahr 2002 mit Catherine Zeta-Jones und Renée Zellweger in den Hauptrollen wurde es noch populärer. Bei der 75. Oscar-Verleihung im Jahr 2003 erhielt der Film insgesamt 6 Oscars bei 13 Nominierungen!

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Bettina Mönch als Roxie Hart: © Marco Sommer, VO Wien

Der Plot ist rasch erzählt. Roxie Hart und Velma Kelly landen nach spektakulären Männermorden im Gefängnis. Sie warten dort auf ihre Prozesse. Das Urteil Mord führt üblicherweise zur Hinrichtung. Beide Mörderinnen – angeleitet von der Gefängnischefin Mama Morton und dem gerissenen Anwalt Billy Flynn – lernen im Knast schnell, dass sie möglicherweise eine gut erzählte Geschichte vor dem Todesurteil bewahren kann. Die Wahrheit wäre dann zweitrangig. Also gilt es, die Presse auf ihre Seite zu ziehen. Roxie und Velma werden erbitterte Rivalinnen um die Gunst der Reporter. Sie schaffen es, ihre Weiblichkeit als Waffe zu benutzen. Fingierte Schwangerschaften oder drohende Scheidungen überzeugen die Geschworenen: Freispruch! Die Wahrheit ist zweitrangig. Die Mörderinnen verlassen den Gerichtssaal als freie Menschen und machen auf der Bühne große Karriere.

Was ist die Moral aus der Geschichte?

Das Böse fasziniert, das Gute ist schnell uninteressant! Die Faszination für das Böse und die oft empfundene Langeweile des Guten beschäftigen Philosophie, Psychologie und Kunst seit Jahrhunderten. Das Böse bricht Tabus, überschreitet Grenzen und erzeugt dadurch Nervenkitzel und Dramaturgie.

Die Besetzung in der Volksoper ist exzellent! Myrthes Monteiro verkörpert Velma Kelly, Bettina Mönch ist als Roxie Hart zu erleben und Katia Ledoux übernimmt die Rolle der Knastdomina „Mama“ Morton. Gemeinsam mit Lionel von Lawrence als Billy Flynn, Jakob Semotan als Amos Hart und einem hochkarätigen Ensemble aus Sängerinnen und Sängern (allen voran Ursula Pfitzner als Mary Sunshine oder Katharina Gorgi als Mona), Tänzerinnen und Tänzern des Wiener Staatsballetts (Choreographie: Arielle Smith) und dem Chor der VO bringen sie die glamourösen und die dunklen Seiten von Chicago auf die Bühne. Der Conférencier wurde mit drei entzückenden Kindern besetzt, dramaturgisch nicht erklärbar, aber die drei sind eine Augenweide und haben Spaß an ihren Auftritten. Auch gut!

Die Intendantin und Regisseurin Lotte de Beer versteht ihr Handwerk. Nach einer fulminanten Show von fast drei Stunden ist auch der Schlussauftritt des gesamten Ensembles perfekt durchkomponiert! Langer Schlussapplaus!

Hingehen und unsterbliche Songs mit nach Hause nehmen: von „And All That Jazz“ über „Roxie’s Story“ bis „I Know a Girl“ zum „Hot Honey Rag“ und viele mehr!

Elisabeth Dietrich-Schulz

 

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