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Wiener Staatsoper, Rückblick 2015 / 2016

05.09.2016 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

IMG_0492 Buchcover Staatsoper 15.16

WIENER STAATSOPER
IMPRESSIONEN ZUR SPIELZEIT 2015 / 2016
Fotografiert von Michael Pöhn
Redaktion: Andreas Lang, Oliver Lang, Iris Frey, Oliver Peter Graber
Eigenverlag, 2016

Alle Jahre wieder, wenn die neue Spielzeit beginnt, bietet die Wiener Staatsoper ihren voluminösen (und im Verhältnis zum Umfang sehr preiswerten) Rückblick auf die voran gegangene Spielzeit. (Wie viele Seiten der „Riegel“ umfasst, kann man nicht sagen, da die Seitenzahlen leider fehlen – und es folglich auch kein Register gibt, was doch nützlich wäre.)

Titelstar ist  – wie auch anders – Anna Netrebko in Rot, ihre Manon Lescaut, mit der sie zu Saisonende staunen machte. Im übrigen dasselbe Prinzip wie immer, eine Chronologie der Wiener Staatsopern-Aufführungen mit einer Fülle von Theaterzetteln, so dass nicht nur die erste Besetzung einer Serie erfasst wird, sondern auch spätere und zusätzlich oft noch Besetzungsvarianten. (Dirigentenköpfe gucken neben den Zetteln herein, auch auf sie hat man nicht vergessen.)

Michael Pöhn scheint bei fast jeder Vorstellung in den Kulissen zu stehen und die Künstler zu fotografieren, und manche Bilder gehen wirklich unter die Haut – der leidende Rigoletto des Carlos Alvarez etwa, Erinnerung an eine große Leistung. Vieles ist als Foto besonders gelungen – der Don Giovanni des Adam Plachetka gleichsam in Supermann-Pose (mit wehendem roten Mantel).

So manches will das Publikum auch noch einmal im Bild sehen, etwa das Traumpaar Gheorghiu / Kaufmann in „Tosca“. Serafin / Alagna sind allerdings auch nicht schlecht. Bei Volle und Terfel als Scarpia nebeneinander, da weiß man nicht, welcher fieser ist. Und hier Nylund, dort Lindstrom – welche Blondine ist die schönere Salome?

Wer gerne vergleicht, wird es schätzen, drei Rosinas – noch dazu in quasi der gleichen Position – neben einander zu sehen, jede von eigenem Reiz. Oder die beiden Adinas, die beiden Musettas nebeneinander – Valentina Narfornita und Aida Garifullina, eine Schönheitskonkurrenz.

Und diesmal gibt es auch mehr Szenenfotos als früher, als Opernbesucher sieht man ja doch das „ganze Bild“, das ist dann eine eindrucksvolle Erinnerungsstütze.

Einwand: Dass Annika Gerhards, die zwar auch die Ida gesungen hat, aber in den Bildlegenden, wo sie am Foto eindeutig als Adele zu sehen ist, als „Ida“ bezeichnet wird – das passt dann nicht wirklich.

Keine Frage, dass bei der evidenten Vorliebe des Direktors für Ballett (was ja wahrlich nicht immer der Fall war) dieses eine gleichwertige Stellung im Repertoire und im Buch einnimmt. Was will man mehr?

Renate Wagner

 

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