Fotos: Wiener Festwochen
WIENER FESTWOCHEN / MuseumsQuartier:
CREDERE ALLE MASCHERE von Romeo Castellucci
Weltpremiere Februar 2026, Triennale Milano
Premiere bei den Wiener Festwochen: 5. Juni 2026
Gemma si firchtn!
Ich habe das Thema „Masken“ immer hoch interessant gefunden, nicht nur in Bezug auf das Theater, sondern auf das Leben. Ich bin überzeugt, dass wir Menschen unseren Gesichtern situationsbedingte Masken anlegen, instinktiv oder bewusst. Dass man also nicht immer nur „ist“, sondern auch außerhalb des Theaters „spielt“, hat mich als Theorie sehr beschäftigt.
Bietet man mir nun einen Abend, der sich „Credere alle Maschere“ nennt, also „An die Masken glauben“, wird mich das anlocken, trotz der schweren Vorbehalte, die ich nach mehreren Erfahrungen gegen die Arbeit von Romeo Castellucci hege, der ein Bruder im Geist von Milo Rau ist (schwere Vorbehalte auch hier).

Und was war das nun? Sich, um im Kreis an der Veranstaltung im MuseumsQuartier teilnehmen zu können, eine Maske auf die Nase setzen zu lassen, um danach Zeuge seltsamster Rituale zu sein, die horrorkabinettartig ablaufen.
Höhepunkt: ein elektrischer Stuhl, jemand spielt Todeskampf vor, die Atmosphäre ist so bösartig und bedrängend, dass man sich fragt, welche kranke Hirne sich so etwas ausdenken. Gemma si firchtn, ein Wiener Spruch. Dann schon lieber ins Horror-Kino, das ist ehrlicher.
Fragte man Castellucci oder Rau, was das war, werden sie Tiefes über diese „installative Performance“ schwurbeln, die „die Natur des Heiligen per se befragt“. Nebbich, sie sind einfach Sadisten, die über jene lachen, die sich alles einreden lassen.
Renate Wagner

