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Wiener Festwochen 2022: Neu-Erfindung und freudvolle Sexualität

25.02.2022 | Allgemein, Themen Kultur

Wiener Festwochen 2022: Neu-Erfindung und freudvolle Sexualität

Die zweite musikalische Hälfte der Wiener Festwochen 2019 als ein  SENSITIVE–PUZZLE mit sozialen AspektenOnline Merker

Sehr sympathisch ist er, unser Chef der Wiener Festwochen, der Brüsseler Christophe Slagmuylder. Mit sanfter Stimme führt er in die bevorstehende Veranstaltungsreihe von 13. Mai bis 18. Juni ein: „Die Suche nach Strategien des Neuerfindens ist eines der diesjährigen Leitmotive. Viele der präsentierten Werke verweisen auf eine Gesellschaft, die nicht mehr dort ist, wo sie bisher war … aber auch noch nicht an einem neuen Ort. Wir müssen altbekannte Muster hinter uns lassen und neue erfinden. Wir brauchen Veränderung.“

Somit heißt es kühn zur Eröffnung des Festivals „Last Night on Earth“ am Rathausplatz. Als eine ‚Nacht, in der wir ins All tanzen.‘ Überraschungen werden zu diesem wunderlichen Flug versprochen. Zuvor wird aber bereits am 1. April Romeo Castelluccis Version von Mozarts Requiem (Festwochen Coproduction, UA 2019 in Aix-en-Provence) als nicht-narratives Vokalstück im Museumsquartier zu sehen sein. Zu Höhepunkte unter den vierundzwanzig angebotenen Werken könnten werden: Philip Glass‘ „Einstein on the Beach„, „tumulus“ des französischen Choreografen Francois Chaignaud oder Ulla von Brandenburgs „Friede auf Erden„. Oder auch so manch anderes hier noch Unbekanntes unter den anspruchsvollen festwöchentlichen Werbeslogans wie ‘Freudvolle Sexualität und plurale Identität‘, ‚Prophezeiungen für eine gemeinsame Zukunft‘ oder auch ‚Lieder über Ende und Neuanfang‘. Um einen ordentlichen Neuanfang nach der Krise ist man jedenfalls bemüht.

Das Wiener Problem, nach wie vor: Nur ganz wenige heimische Kulturschaffende, etwa der Schönberg-Chor, sind in diese Neu-Erfindung eingebunden. Wieder überwiegen internationale Namen, welch dem heimischen Publikum kein Begriff sind. Nochmals ein Aufruf von Slagmuylder: „Ein Verschränken künstlerischer Ausdrucksformen wird angestrebt – lassen wir uns vom Noch-Nicht-Formulierten überraschen.“ Und: „Wir laden das Publikum ein, gemeinsam Neuland zu betreten.“

Info: service@festwochen.at / www.festwochen.at

Meinhard Rüdenauer

 

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