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WIEN / Volksoper: DER ZAREWITSCH. Lust auf Neues, Ungewohntes?

WIEN / Volksoper: DER ZAREWITSCH

Operette in drei Akten von Franz Lehar
Libretto von Bela Jenbach und Heinz Reichert nach dem gleichnamigen Theaterstück von Gabriela Zapolska
Spielfassung und Neufassung der Dialoge von Jürgen Bauer

Regie, Bühne und Kostüme Steef de Jong

13.04.2026 Premiere (Uraufführung 1927 in Berlin)
Bei der zweiten Vorstellung – am 6. Mai – gibt es eine Werkeinführung.
Spieldauer: 1 Stunde 45 Minuten (keine Pause)

Lust auf Neues, Ungewohntes?
Dann besuchen Sie eine Vorstellung des ZAREWITSCH in der Volksoper!

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Bühnenbild von Steef de Jong
© Volksoper, Wien

Der ZAREWITSCH aus 1927 spielt in Russland. Der ZAREWITSCH der Volksoperninszenierung von Steef de Jong aus 2026 spielt in Kussland.

Der Inhalt:

Der junge Thronfolger Aljoscha fühlt sich einsam, niemand kann seinen Panzer durchbrechen. Als er eines Tages auf jemanden trifft, der ihn in seinem Innersten berührt, verändert sich alles. Mann oder Frau – ist das wichtig?

Mittels einer Videowall über die oberen zwei Drittel der Bühne und Handzeichnungen erzählt der Regisseur die Liebesgeschichte als Märchen mit viel Platz für Phantasie.

Die 4 Protagonisten Hedwig Ritter und David Kerber, Juliette Khalil und Martin Enenkel, agieren im Outfit von Bühnenpersonal und singen allesamt hervorragend und wortdeutlich an der Rampe des unteren Bühnendrittels. Übertitel in deutscher und englischer Sprache erleichtern dem Publikum das Verstehen zusätzlich.

Die Musik von Franz Lehar ist unsterblich und beschert viele Gänsehautmomente.

Das Orchester unter der bewährten Leitung von Alfred Eschwe ist bestens disponiert. Der Chor ist in den Seitenlogen der Bühne positioniert.

Die Produktion wird von den Medien unterschiedlich aufgenommen und bewertet, mir hat sie gefallen. Gerade im Vorfeld des European Song Contest werden Geschlechterrollen vermehrt hinterfragt. Gender Ambiguity wird in den österreichischen Klassenzimmern vielfach offen diskutiert. Im Berlin der Weimarer Republik, wo der ZAREWITSCH uraufgeführt wurde, waren Transvestismus und homosoziale Bindungen zwar schon in vielen Clubs präsent, aber noch nicht in den Wohnzimmern der bürgerlichen Gesellschaft.

Das Premierenpublikum der Volksoper ist applausfreudig und besonders die jüngeren Besucherinnen und Besucher danken am Schluss mit Standing Ovations. Lotte de Beer hat wieder einmal Mut bewiesen!

Elisabeth Dietrich-Schulz

 

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