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WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: ONEGIN ist o.k. und U 27 hilft mit

Staatsoper / Staatsballett: „ONEGIN“ ist o.k. und U27 hilft mit (23.1.23)

Sicher zu grob geschätzt: Vielleicht so ein Drittel des Opernhauses ist an diesem Abends mit Jugendlichen besetzt gewesen. U27 hat dies bewirkt: Die schwer beworbene Billigkarten-Aktion der Wiener Staatsoper ist hilfreich gewesen! Tut den Jungen gut, vermeidet frei gebliebene Plätze. U27 = Opernkarten à 20 Euro / Ballettkarten à 15 Euro für interessierte junge Menschen unter 27 Jahren. Und auch, noch günstiger wie an diesem Abend, bloß um 10 Euro.

Mit „Onegin“ in der viel gelobten Choreographie von John Cranko aus dem Jahr 1965 ist ein sehr schönes Stück, ein ungemein poetisches, zu sehen gewesen. Auch wenn eine steirische Zeitung dem Ensemble unter Schläpfer nach dessen „Dornröschen“-Premiere ein ‚das Staatsballett im Sinkflug‘  bescheinigt hatte – „Onegin“, nun schon lang gepflegt im Haus, jetzt die 62. Aufführung hier, kann sich sehen lassen. Auch wenn das Orchester unter Dirigent Robert Reimer bloß eher derberes Repertoire-Musizieren zu bieten vermochte, nicht zu der gebotenen sensitiven Interpretation der berührenden Tschaikowski-Melodien hingezogen wurde. So wie an manchen Ballettabenden zu erleben: Die Tänzer führen ihre Parts fein korrekt aus, beherrschen die einstudierten Schritte, doch im Ausdruck vermögen sich Tanz und Musik nicht zu verbinden.    

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Brendan Saye. Foto: Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett  

O.K. ist jedenfalls das Debüt von Brendan Saye in der Titelrolle ausgefallen. Der in dieser Saison von Schläpfer vom National Ballet of Canada als Erster Solotänzer nach Wien geholte groß gewachsene Kanadier zählt nicht mehr zu den U27, kann sich aber als seriöser, überlegter, um die hier geforderte komplexe Ausstrahlung bemühter Darsteller des Onegin beweisen. Hyo-Jung Kang als Tatjana, ebenfalls als Ersatz für abgesprungene frühere SolotänzerInnen engagiert, ist eine jugendhaft wirkende, dezent gewinnende Sympathie ausstrahlende Tatjana ohne Allüren. Und der ganzen Kompanie ist zu bescheinigen – getanzt auf ordentlichem Niveau. Also, Jungs, U27, kümmert euch …. genügend Plätze bleiben oft in der Staatsoper frei.

Meinhard Rüdenauer

 

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