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WIEN/ Staatsoper/Staatsballett: : „MATINEE BALLETTAKADEMIE“. –  sehr talentierter Ballettnachwuchs

31.5.2026: „MATINEE BALLETTAKADEMIE“. –  sehr talentierter Ballettnachwuchs

Einmal pro Spielzeit präsentieren die Studierenden der Ballettakademie der Wiener Staatsoper gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern der Jugendkompanie ihr Können auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Erstmals unter der neuen Direktion von Patrick Armand stehend, wurde mit dieser Matinee an das hohe Niveau angeschlossen, dass von Vorgängerin Christiana Stefanou übergeben worden war.

1771 von Kaiserin Maria Theresia gegründet, zählt diese Wiener Ballettausbildungsstätte zu den ältesten weltweit. Begonnen hat damals alles als „Theatral-Tanzschule“, geleitet von Jean Georges Noverre. Über die Jahrhunderte hin gab es eine stete qualitätsvolle Weiterentwicklung. Nach der Umbenennung 1918 in Ballettschule der Wiener Staatsoper firmiert diese traditionsreiche Ballettinstitution seit 2013 als Ballettakademie der Wiener Staatsoper und bietet – wie auch viele andere international renommierte und erfolgreiche Ballettschulen – neben einer umfassenden Ballettausbildung parallel dazu die in der heutigen Zeit immens wichtige profunde Schullaufbahn mit Maturaabschluss.    

Wie bei einer „triple bill“-Vorstellung wurden die drei Piecen gezeigt, ohne dass es einleitende Begrüßungsworte gegeben hat – die sehr professionellen Auftritte der jungen und sehr ambitionierten Balletttalente sprachen für sich.

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Die jungen Balletttalente präsentieren sich (© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor)

Zunächst demonstrierten die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 8. Klassen in einem flotten Reigen von Strauss-Melodien (Johann Strauss Vater, Johann Strauss Sohn und Josef  Strauss) Ausschnitte aus ihrer täglichen Unterrichtsarbeit im klassischen Ballett, die in diesem nahtlos aneinander schließenden Ablauf einen interessanten Einblick in die Entwicklungsarbeit während der achtjährigen Ausbildungszeit gegeben haben. Präzision, Musikalität und Technik sowie Freude am Tanz dominierten diesen halbstündigen Part. Die Choreografien zu diesem  Potpourri stammten von Patrick Armand, Arantxa Argüelles, Caterina Mantovani, Zsolt Tibor Elek, Alice Necsea und Ana Jojic-Begovic.

Fortgesetzt wurde mit „Double Evil“ von Jorma Elo, ursprünglich für das San Francisco Ballet kreiert und hier hervorragend getanzt von der Jugendkompanie. Dieses Stück zu Kompositionen von Philipp Glass (Concerto Fantasy for two Timpanists and Orchestra, 1. & 3. Satz) und Vladimir Martynov (Come In! Für Violine und Streichorchester) ist in sich dreigeteilt, weil zwischen dem pulsierenden Einstieg und dem ebensolchen Finale ein ruhigerer, elegischer Teil liegt. Diese mit viel Power zu tanzenden dynamischen Parts mit dem schönen, fast romantischen Mittelstück wurden in einer spannenden Bewegungssprache gezeigt, in der in die klassischen Schritte zeitgenössische Elemente integriert waren. Adaptiert und einstudiert von Nancy Euverink, überzeugten hier Yoonsuh Regina Young, Oriel Milton, Sophie Elisabeth Schippani, Nanoka Shimada, Pier Abadie, Charlie Keffert, Sébastien Urban Vidal und Andria Potskhishvili. (Kostüme: Jorma Elo, Lichtdesign: Jorma Elo und Robert Eisenstein) 

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Sophie Elisabeth Schippani und Andria Potskhishvili in „Double Evil“ (© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor)

 Nach der Pause rundeten Divertissements aus dem 3.Akt von „Coppélia“ das Programm ab. Choreografisch trugen hier Maina Gielgud, Patrick Armand, Arantxa Argüelles, Alice Necsea und Lucian Necsea nach Arthur Saint-Léon zum harmonischen tänzerischen Gesamtbild bei. Die Kostüme nach den Pariser Originalentwürfen in der Adaptierung von Pierre Lacotte wurden von Michel Bonvaux realisiert und von Katrin Böge eingerichtet; um das Licht kümmerte sich wie auch im ersten und zweiten Stück Robert Eisenstein). In den Ensembleszenen wurde mit viel Stil und Esprit getanzt, in den Soloparts überzeugten Mitglieder der Jugendkompanie: Elisa Murg reüssierte als anmutige, technisch souveräne Swanilda mit feiner Fußarbeit auf Spitze, Charlie Keffert gefiel als Franz mit seinen schönen Sprüngen und Pirouetten und einem guten Partnering. Beide empfehlen sich mit diesem sehr gelungenen Auftritt wohl für ein Engagement im Wiener Staatsballett, ebenso wie die beiden anderen Tänzerinnen mit Solopart: ausnehmend gut gefallen haben auch Ailey Osaki (Die Morgenröte), ebenfalls aus der Jugendkompanie sowie Uta Yamazaki (Die Nacht) aus der 8.Klasse.

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Feine ausgereifte Leistung: Elisa Murg (Swanilda) und Charlie Keffert (Franz) (© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor)

Wenn in dieser Matinee vielleicht Zeitgenössisches aus den Ausbildungsklassen keinen Platz gefunden hat, so haben die Pädagoginnen und Pädagogen ihre Schützlinge im klassischen Ballett bestens vorbereit. Das begeisterte Publikum belohnte die jungen Künstlerinnen und Künstler mit viel Zwischendurch-Applaus und vor allem am Ende der Aufführung mit lang anhaltendem Beifall für das edel getanzte dargebotene Programm.

Ira Werbowsky

 

 

 

 

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