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WIEN/ Staatsoper: DON QUIXOTE – Kronen und Krönchen. Ballett

20.06.2013 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

WIENER STAATSBALLETT: 19.6.2013: „DON QUIXOTE“ – Kronen und Krönchen

 Das Wiener Staatsballett präsentierte sich bestens präpariert für das Gastspiel von 5. bis 27. Juli beim heurigen sommerlichen Pariser Tanzfestival: Letzter Abend der Aufführungsserie des Ballettklassikers „Don Quixote“, ein klarer Publikumserfolg für das ganze Ensemble ( …. und wieder wurde nicht nach Solovorhängen verlangt). Die Kompanie kann sich jedenfalls den Parisern mit vollem Selbstvertrauen im Théatre de Chatelet stellen.

Im Laufe der wechselnden Besetzungen an diesen sieben „Don Quixote“-Abenden in Mai und Juni dürfen sich zwei Ballerinen eine Krone aufsetzen: Eine Krone für Maria Yakovleva, die von den Connaisseurs als die beste Kitri im Haus gelobt wird. Und eine Krone für Olga Esina als märchenhafte Königin der Dryaden. Und dazu viele Krönchen für die Ballettprinzessinnen und Prinzesschen rund um die beiden. An diesem Abend für Nina Poláková als leichtfüssige Kitri, Natascha Mair (Amor) und alle andern virtuosen und bestens trainierten Ballerinen. Bei den Herrn wirkt das Potential ebenfalls noch nicht ausgeschöpft. Als Basil debütierte etwa Robert Gabdullin: dezent elegant, schnittig, eine Spur dominanter als die von ihm umworbene Kitri.

Nach der Vorstellung wurde auch ihm eine Krone aufgesetzt: Gabdullin wurde von Ballettchef Manuel Legris in die Riege der Ersten Solotänzer befördert. Weiters perfekt: Roman Lazik als Espada, Davide Dato (Zigeuner), Christoph Wenzel (ein drolliger Sancho Pamsa). Kamil Pavelka als stocksteifer Don Quixote, wie zwangsweise von Choreograf Rudolf Nurejew vorgegeben, musste sich mit tänzerischen Leerläufen begnügen. Auf flotter Sohle eilte Dirigent Kevin Rhodes dahin, und das Opernorchester steuerte mit Brio Ludwig Minkus´ wuchernden Melodienstrauß zum bunten Spanien-Spektakel bei.

Meinhard Rüdenauer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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