WIEN/ Staatsoper: 31.12.2025 „Die Fledermaus“, Staatsoper
Vergnüglich ist das Jahr an der Wiener Staatsoper mit der „Fledermaus“ ausgeklungen. Diana Damrau und Jonas Kaufmann gaben ihre Hausdebüts als Rosalinde und Eisenstein, am Pult feierte Markus Poschner seinen Einstand. Gemeinsam mit bewährten Ensemblekräften und einem kabarettgeeichten „Frosch“ sorgten sie für eine erfrischende Silvestervorstellung…

…Michael Niavarani hat jetzt seinen zweiten Staatsopern-Frosch-Silvester hinter sich, nachdem Peter Simonischek viele Jahre lang den leicht renitenten Gefängnisdiener im Haus am Ring quasi im „Abonnement“ abgehandelt hat. Kein Wunder, wenn Simonischek dabei im Laufe der Jahre der Esprit etwas verloren gegangen ist und die Trägheit eines subalternen Beamten sich manchmal doch etwas zu deutlich in den Vordergrund gedrängt hat. Der energiegeladene Frosch von Niawarani ist dagegen ein Alleinunterhalter. Er könnte nicht nur den dritten Akt, er könnte wahrscheinlich die ganze „Fledermaus“ im Alleingang bestreiten.
Mit den subversiv-intellektuellen Fröschen eines Helmuth Lohner (auch im Spiel von vertrakter, „doppelbödiger“ Existenz) oder eines Robert Meyer darf man Niavarani aber nicht vergleichen, der einen etwas derberen, bodenständigeren Schmäh führt. Und wenn Niavarani die Geisteszustände seiner Zeitgenossen vom „Trottel“ über den „Volltrottel“ bis zum „Koffer“ und „Fetzenschädel“ Revue passieren lässt, dann feilt sein Sprachwitz keine feine Klinge…
http://www.operinwien.at/werkverz/straussj/afleder7.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.com

