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WIEN/ Staatsoper: AIDA – Damentag

15.03.2013 | KRITIKEN, Oper

WIENER STAATSOPER:  „AIDA“ am 14.3.2013

Donnerstag ist Damentag. Von den Haus- und Rollendebuts in dieser Wiederaufnahme der fast 30 Jahre alten Inszenierung waren eindeutig die beiden Damen, die erstmals in diesem Haus sangen überlegen. Insbesondere Kristin Lewis, die als Aida begeistern konnte. Eine schöne, sicher geführte Stimme, die wunderbare Piani gestalten kann. Aber auch Olga Borodina, die nun endlich zu ihrem Hausdebut kam, konnte vor allem mit ihrer ungemein breiten, pastosen Tiefe beeindrucken. Die Gerichtsszene geriet zu einem Höhepunkt der Aufführung. Warum Markus Marquardt der Amonasro anvertraut wurde, ist nicht ganz zu verstehen. Mit Ausnahme des „Dei Faraoni tu sei la schiava!“ verschenkt er so ziemlich alles. Als Radames sprang Jorge de Leon ein. Der junge Mann profiliert sich zur Zeit in halb Europa als Einspringer in allen möglichen Partien. Mit dieser Partie scheint er sich aber doch ein wenig zu überschätzen. Er versucht die Stimme größer zu machen, als sie ist und dieser Druck geht dann oft auf Kosten der Linie. Mit den vielen B’s der Partie hat er allerdings keine Schwierigkeiten und im Schlussduett zeigt er, dass es auch anders ginge. Von den Herren am besten schnitt Dan Paul Dumitrescu ab, der einen schön phrasierten Ramphis sang. Jinxu Xiahou war ein schönstimmiger Bote und Janusz Monarcha ein routinierter König. Die Priesterin von Elisabetta Marin klang durch den Verstärker irgendwie blechern.

Am Pult sorgte Pinchas Steinberg für eine sängerfreundliche Begleitung, aber wo es nötig ist, gab er auch „dem Affen richtig Zucker“.

Die zwei Jahre im Depot haben die Produktion weder schlechter, noch besser gemacht, aber im Verdi-Jahr ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass ein Opernhaus eine Aida im Repertoire hat.

 Wolfgang Habermann

 

 

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