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WIEN/ Schönborn-Park in der Josefstadt: Gedenkveranstaltung an den Komponisten Edmund Eysler. Johann Strauss-Gesellschaft Wien

12.3.2025- . Präsident Prof. Mag. Peter Widholz- Gedenkveranstaltung an den Komponisten Edmund Eysler im Schönborn-Park, 1080 Wien-Josefstadt.

In liebevollem Gedenken!!!

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Foto: von links: Bezirksvorsteher des 8. Bezirks Mag. Martin Fabisch, Oberst Mag. Bernhard Heher, Prof. Mag. Peter Widholz (Präsident der Johann Strauss-Gesellschaft Wien), Bezirksvorsteher-Stellvertreter des 13. Bezirks KommR Christian Gerzabek vor den Edmund Eysler-Denkmal im Schönborn-Park, 1080 Wien-Josefstadt. Fotocredit: Shervin Sardari/BV8

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Gardemusik Wien und Gardekapellmeister Oberst Mag. Bernhard Heher. Fotocredit: Shervin Sardari/BV8

Bei herrlichem Frühlingswetter war eine überaus beeindruckende, großartige und emotional sehr tiefgehende Gedenkveranstaltung an den berühmten Komponisten Edmund Eysler vor dessen Denkmal im Schönborn-Park im 8. Wiener Gemeindebezirk-Josefstadt eindrucksvoll zu erleben. Die Johann Strauss-Gesellschaft Wien lud zum Gedenken an ihren ehemaligen Präsidenten, dem international erfolgreichsten Vertreter der Wiener Operette in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Edmund Eysler, der am 12.März 1874 in Wien das Licht der Welt erblickte, blieb seiner geliebten Heimatstadt zeitlebens engstens verbunden. Zahlreiche Honoratioren waren zu seinem Gedenken erschienen, Heeresmusikchef und Gardekapellmeister Oberst Mag. Bernhard Heher mit der Gardemusik Wien, die das Eysler-Gedenken mit seinem Gesellenmarsch aus seiner erfolgreichsten Operette „Die gold‘ne Meisterin“ mitreißend und authentisch einleitete. Seine letzten Lebensjahrzente hatte Edmund Eysler in der Josefstadt verbracht, vor allem in der Zeltgasse. Der Bezirksvorsteher des 8. Bezirks Herr Mag. Martin Fabisch ehrte mit seiner Anwesenheit ebenso die Gedenkveranstaltung, wie auch Eysler-Urenkel Herr Univ. Prof. Dr. Paul Wagner mit seiner Familie sowie Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter des 13. Wiener Gemeindebezirks Komm.-Rat Christian Gerzabek. Auch der 13.Bezirk hat dafür gesorgt, dass dieser große Wiener Komponist nicht in Vergessenheit gerät und zwar mit der Eysler-Gasse. Unter den Ehrengästen befand sich auch Operettenstar Helga Papouschek. Der Präsident der Johann Strauss-Gesellschaft Wien, Prof. Mag. Peter Widholz, fungierte sowohl als brillanter Redner als auch hervorragender Sänger. Er betonte, dass Edmund Eysler mit Leib und Seel‘ Wiener war, so sehr, dass er überzeugt war, nirgendwo anders auf der Welt leben zu können. Am 12.März 1938, dem Tag seines 64.Geburtstags, begann der schrecklichste Abschnitt in seinem Leben. Ab dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland bis zur Befreiung Österreichs vom Naziterror im April des Jahres 1945, mußte sich Edmund Eysler, da er jüdischer Abstammung war (eig. Salomon Eisler) unter furchtbarsten Bedingungen in Wien versteckt halten. Sein Übertritt zum christlichen Glauben und die Ehe mit einer Christin hat ihn zwar die Schreckenszeit in Wien letztlich überleben lassen, aber unter unvorstellbaren, grauenvollen Umständen. Ausgerechnet in dieser Zeit, in der er in ständiger Todesangst lebte, komponierte er ein Lied mit den Worten „Ich liebe Dich unendlich, mein Wien“. Nach den Schrecken der Nazi-Diktatur fand Eysler wieder rasch zu seiner Musik zurück. In seiner Funktion als Präsident der Johann Strauss-Gesellschaft Wien, in der er bis zu seinem Tode 1949 blieb, initiierte er eine Johann Strauss Gedenkwoche. Auf Grund ihres großen Erfolgs wurde die Idee schließlich im Jahre 1951 von der Stadt Wien übernommen und es entwickelten sich daraus die Wiener Festwochen. Edmund Eysler war somit deren Pate. Das Gedenken an diesen großen österreichischen Komponisten wurde zu einem Gedenken an alle Opfer des Holocausts erweitert. Das von Widholz kurz umrissene Schicksal Edmund Eyslers war nur eines von unzähligen zur damaligen Zeit. Es soll Mahnung sein, dass es nie mehr zu einer solchen Situation kommen darf. Diese Gedenkveranstaltung soll gemeinsam mit allen, die zu ihr gekommen sind und an ihr mitgewirkt haben, ein Zeichen setzen, dass sich solche politischen Zustände nie mehr auch nur ansatzweise in unserem Land entwickeln dürfen. Damit nie mehr jemandem ein Schicksal wie Edmund Eysler widerfahren muss. Ganz in diesem Sinne erklang eine seiner frühen Kompositionen, sein Walzer „Friedensklänge“, den er mit nur 18 Jahren geschrieben und niemandem Geringeren als der späteren Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gewidmet hat. Empathisch und berührend dargebracht von der Gardemusik Wien unter der souveränen musikalischen Leitung von Oberst Mag. Bernhard Heher. Auch der BV des 8.Bezirks, Herr Mag. Martin Fabisch und Edmund Eyslers Urenkel, Herr Univ. Prof. Dr. Paul Wagner, hielten großartige Reden, in denen sie sein großes musikalisches Schaffen und seine herausragende menschliche Komponente hervorhoben, ebenso verbunden mit der eindringlichen Mahnung, dass sich eine derart schreckliche politische Situation wie in den Jahren 1938-1945 nie mehr wiederholen dürfe. Sein Urenkel betonte, dass es für seinen Urgroßvater das Schlimmste war, dass zu dieser Zeit seine Musik nicht mehr gespielt werden durfte und dass er von einem Tag auf den anderen, er war Ehrenbürger von Wien und Träger zahlreicher Auszeichnungen, eine „Persona non grata“ war, um es mit Eyslers Worten zu benennen: „Gestern umjubelt, heute verbannt“. Im Gedenkjahr 2025, 80 Jahre Zweite Republik und damit Ende des 2. Weltkriegs, der Nazi-Diktatur und des Holocausts vor 80 Jahren gedenken wir mit großer Ehrfurcht, Liebe und Respekt an einen überragenden Künstler und Menschen, dessen herrliche Musik unsterblich sein wird und an alle Opfer des Holocausts, dass sich so eine grausame Zeit nie mehr wiederholen darf! Zum Abschluß erklang Edmund Eyslers berühmtestes Lied „Küssen ist Keine Sünd“ aus seiner Operette „Bruder Straubinger“. Dessen „gewagter“ Text zeigte, dass Edmund Eysler ein Freigeist war. Hingebungsvoll, akzentuiert und elegant gesungen von Peter Widholz sowie einfühlsam begleitet von der Gardemusik Wien.

Ein würdiger Schlußpunkt für eine hochkarätige, enorm wichtige und wertvolle Gedenkveranstaltung von überaus tiefsinniger Bedeutung!!!

Marisa Altmann-Althausen

 

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