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WIEN/ Musikverein: NEUJAHRSKONZERT DER WIENER PHILHARMONIKER

WIEN/ NEUJAHRSKONZERT DER WIENER PHILHARMONIKER: KEIN „GRÖSSTES EREIGNIS“ – EHER WENIG TEMPERAMENTVOLL

Der erste Fixpunkt im Konzertprogramm des Jahres, das Neujahrskonzert bietet immer wieder höchste Qualität im Genre „Walzer & Co“. Es ist also schwer, die hohen Erwartungen immer wieder zu erfüllen, vielleicht sogar zu übertreffen. Daher ist es durchaus in Ordnung, einmal kein „größtes Ereignis“ geboten zu bekommen. Natürlich haben die Philharmoniker wie kein zweites Orchester diese Musik im Blut, natürlich bieten sie höchste Klangschönheit, natürlich ist Daniel Barenboim ein ausgezeichneter Dirigent, zumal er hier nicht in seinem ureigenen Repertoire agiert.

Aber dennoch konnte der Zuhörer dieses Konzert nur bedingt bejubeln. Die Stücke waren wenig abwechslungsreich gewählt, der Vortrag getragen, ernst, wenig spritzig, zu wenig temperamentvoll, in der Gesamtwirkung eher besänftigend als aufmunternd. Auch das Publikum im Saal schien unter diesem Eindruck zu stehen und applaudierte zwischen den Stücken nur in bescheidenem Ausmaß. Die optische Komponente gab den Ton an, die wunderbaren Tanzszenen in eindrucksvollem Rahmen, die originellen Kostüme und der wie immer einmalig schöne Blumenschmuck verfehlten ihre Wirkung auf den Zuseher nicht. Eine schöne Geste zeigte der Dirigent beim abschließenden Radetzkymarsch, indem er jedem Musiker die Hand schüttelte. Als Auftakt und Motto für ein ruhiges Jahr war das Neujahrskonzert bestens geeignet.

Johannes Marksteiner

 

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