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WIEN / Leopold Museum: PREMIERE!

Überragende Leistungsschau

07.08.2026 | Ausstellungen, KRITIKEN

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WIEN / Leopold Museum / Zweites Untergeschoß 
PREMIERE!
DIE SAMMLUNG DER OESTERREICHISCHEN NATIONALBANK
Vom 24. April 2026 bis zum 11. Oktober 2026

Überragende Leistungsschau

Wer viel Geld hat, kann sich vieles leisten. Die Frage ist nur, wofür er es ausgibt. Viele reiche Leute investieren „in Kunst“ als Spekulationsobjekt, was gut gehen kann oder auch nicht, je nachdem, wie der Markt sich bewegt. Dass Institutionen still und leise Kunst nach einem klugen Konzept sammeln und dabei durchaus auch die Unterstützung lebender Künstler denken  – das zeigt nun das Leopold Museum. Und bringt eine „Premiere“, denn noch nie hat die Österreichische Nationalbank ihre Schätze in solch bemerkenswerter Breite ausgestellt, so dass der Betrachter zu einem Parcours von hundert Jahren österreichischer Kunst eingeladen ist.

Von Renate Wagner

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Alle Fotos: Leopold Museum

Die Österreichische Nationalbank   Im Gebäude der Österreichischen Nationalbank am Alsergrund werden nicht nur Goldbarren aufbewahrt. Es gibt auch Kunst – und sie ist in den Büros, Gängen, Stiegenhäusern und Besprechungsräumen der ständige Begleiter der Menschen, die hier arbeiten. Die Nationalbank kauft seit den späten Achtziger Jahren, beraten von einem Fachgremium, Kunst – und zwar grundsätzlich österreichische, wobei man nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte und bis in die jüngste  Gegenwart kommt, was oft auch eine Unterstützung für Künstler darstellt, von denen einzelne auch mit Auftragsarbeiten bedacht wurden. Mittlerweile besitzt man rund 2300 vielfach hochrangiger Werke, die zwar immer wieder als Leihgaben in Ausstellungen gehen, aber tatsächlich sonst für ein interessiertes Publikum nicht zugänglich sind.

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Die Nationalbank und das Leopold Museum   Die Nationalbank hat auch andere künstlerische Projekte (so kauft man hochwertige Musikinstrumente, die Künstlern zur Verfügung gestellt werden), und man hat beispielsweise 1994 die Gründung der Leopold Museum-Privatstiftung unterstützt. Möglicherweise gäbe es das 2001 eröffnete Leopold Museum ohne diese Hilfe nicht. Das Leopold Museum, selbst aus einer privaten Sammlung hervor gegangen, hat seither immer wieder die Werke von Privatstiftungen und Privatmuseen als Ausstellungen nach Wien gebracht. Nun, zum eigenen 25jährigen Jubiläum, huldigt man mit 114 Werken von 79 Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung der Österreichischen Nationalbank und kann das Unternehmen rechtens „Premiere“ nennen, denn man hat das Meiste des Gebotenen noch nie gesehen.

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Ein Spaziergang durch die österreichische Kunst   Das Angebot ist breit und hochwertig, wobei viele große Namen vertreten sind. Bemerkenswert zu Beginn die Zwischenkriegszeit-Werke von Alfons Walde und Albin Egger-Lienz mit ihrem kraftvollen, aber nicht expressionistisch-extremen Blick auf die Welt – dafür stehen schon eher Kokoschkas „Zwei Mädchen“  Die großen Namen der Neuen Sachlichkeit sind hier Rudolf Wacker oder Carry Hauser, aber es gibt auch hier Künstler, die sich nicht einordnen lassen – etwa Max Oppenheimer mit seiner faszinierenden „Schachpartie“.

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Der Weg führt weiter ins Heute, von „Informel“, sprich: die Abstraktion, die keine feste Form mehr kennt, weiter: Mit dem „Rheinkreuz“ des unverkennbaren Arnulf Rainer ist man dann bei jener „Geometrie“, die in vielen großformatigen Werken den Besucher geradezu anspringt.

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Der Anteil der Frauen   Wahrscheinlich kennt man den Namen von Greta Freist vor allem im Zusammenhang mit der Biographie von Heimito von Doderer – hier ist die Wienerin, die nach Frankreich emigrierte und dort blieb, mit drei bemerkenswerten Bildern vertreten, vor allem dem Selbstporträt als Ballerina, einer der große Eye Catcher der Ausstellung. Der Anteil der Frauen am Angebot ist keinesfalls gering – Svenja Deininger, , Lisl Engels, Erika Giovanna Klien, Julia Haugeneder, Birgit Jürgenssen, Martha Jungwirth, Soli Kiani (die in Wien lebende Iranerin), Maria Lassnig, Ulrike Müller, Esther Stocker, Franziska Zach. Bei mancher mag es sich für den Betrachter um eine Erstbegegnung handeln, viele sind bekannt, alle interessant, die einstige „Frauenkunst“ des Blumenmalens ist längst gesprengt, was man an den unterschiedlichsten Zugängen betrachten kann.   
Eine Leistungsschau    Es ist eine überragende Leistungsschau österreichischer Künstler und ihrer Temperamente, die das Leopold Museum hier im Zweiten Untergeschoß bietet. Da die Nationalbank dafür bekannt ist, manche Werke als Dauerleihgaben an Museen zu geben, wüßte Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger, der die Schau zusammen mit Chiara Galbusera (in der Nationalbank als Kuratorin der Kunstsammlung und der Sammlung historischer Streichinstrumente tätig) gestaltet hat. das eine oder andere Werk das bestens in die Sammlung von Rudolf und Elisabeth Leopold passen würde…

Leopold Museum:
PREMIERE!
DIE SAMMLUNG DER OESTERREICHISCHEN NATIONALBANK
Vom 24. April 2026 bis zum 11. Oktober 2026
Im August geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr,
ab September am Dienstag geschlossen

 

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