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WIEN / Leopold Museum: EDMUND KALB

26.05.2019 | Ausstellungen, KRITIKEN

WIEN / Leopold Museum:
EDMUND KALB
Vom 24. Mai 2019 bis zum 18. August 2019

Gesichter, Gesichter, Gesichter

Parallel zur Ausstellung über Olga Wisinger-Florian, die „obwohl eine Frau“ bei Mitwelt und Nachwelt populär war und ist, bietet das Leopold Museum einen Künstler, der vermutlich wenigen bekannt ist: Den Vorarlberger Edmund Kalb (1900–1952), der den Betrachter hundertfach anblickt. Denn das menschliche Gesicht, vordringlich sein eigenes, war das zentrale Thema dieses Mannes, dessen tragisches Schicksal besonders berührt.

Von Heiner Wesemann

Edmund Kalb    Geboren am 2. Februar 1900 in Dornbirn, war Edmund Kalb der Sohn eines Wappenmalers. Er besuchte die Akademie in München, lebte und arbeitete dann aber in seiner Heimat. Das Problem seines Lebens bestand in einer abgekapselt-esoterichen Haltung, die ihn im Zweiten Weltkrieg wegen Gehorsamsverweigerung beinahe das Leben kostete und nach dem Krieg zu zahlreichen Zusammenstößen mit der Gesellschaftsordnung führte. Mehrfach hinter Gefängnisgittern gelandet, starb er 20. Oktober 1952 in seinem Heimatort.

Das Thema, der Stil   Zweierlei hat Edmund Kalb in seinem Leben kaum je gewechselt: sein Thema, nämlich das menschliche Gesicht. Und den Stil, nämlich Graphik, Bleistift, Kaltnadel, überwiegend Kohlezeichnungen. Die Kuratoren Rudolf und Kathleen Sagmeister, die schon die vom Kunsthaus Bregenz und der Stadt Dornbirn gestaltete Monographie verantwortet haben, haben für das Leopold Museum nun den „Freigeist und Nichtangepassten“, wie sie ihn nennen, ins Visier genommen und 125 Exponate zusammen getragen, 91 graphische Arbeiten, dazu Fotos und Dokumentarisches.

Die großen Porträtisten   Kalb, der in seinem Leben rund 700 Selbstbildnisse und etwa 400 Porträts anderer geschaffen hat (ein paar Aktzeichnungen sind auch zu sehen), fand zu Lebzeiten kaum Anerkennung. Das ist nun bei Leopold anders: Seine Gesichter, die geradezu experimentell in vielen Stilen ausgeführt sind, treten hier im Museum, wie es heißt, in den Dialog mit den großen Porträts von Schiele, Gerstl, Kokoschka.

Leopold Museum: EDMUND KALB
Von 24. Mai .2019 bis 18. August 2019
Täglich außer Dienstag: 10 bis 18 Uhr, Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Juni, Juli, August: täglich geöffnet

 

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