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WIEN/ Konzerthaus/ „Wien modern“: DAS LEBEN AM RANDE DER MILCHSTRASSE – Sitcom-Oper

01.11.2014 | KRITIKEN, Oper

WIEN/ Konzerthaus/ „Wien modern“: 31.10.2014   KH   „Das Leben am Rande der Milchstraße“

Im Wiener Konzerthaus wurde im Rahmen der Konzertreihe „Wien modern“ ein in jeder Hinsicht erfreulicher und gelungener Versuch gemacht, ein modernes Werk der Gattung Oper zu präsentieren. Frei von Pathos, Neuerfindung und Zeitverschiebung konnte man die ersten drei der siebenteiligen Sitcom-Oper mit großem Vergnügen erleben. Komponist Bernhard Gander schrieb die Musik, Johannes Heide und Christa Salchner das Libretto. Die Handlung spielt im Europäischen Büro der Zukunft, Leo und seine Praktikantin Imogen erleben hautnah die Mühlen der Bürokratie. Hier wird alles auf die Schaufel genommen, was man tagtäglich über die EU und die heimische Politszene zu lesen bekommt. Mit gar nicht so feiner Ironie wird der ernste Büroalltag der Lächerlichkeit preisgegeben, man kennt manches aus eigener Erfahrung. Auch musikalisch bietet diese Werk viel Interessantes, von „Publikumsbestürzung“ kann keine Rede sein. Das Ensemble „PHACE“ spielt unter der Leitung von Simeon Pironkoff die schrägen Klänge mit viel Hingabe und Meisterschaft. Auf der Bühne ist eine homogene Truppe zu erleben – es wäre verfehlt, einzelne Kräfte besonders hervorzuheben – die Lebendigkeit und Spielfreude ausstrahlt. Das Publikum war begeistert und wartet gespannt auf die Fortsetzungen. 

Johannes Marksteiner

 

 

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