Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Kammeroper/ Neue Oper Wien: CURLEW RIVER/ THE PRODIGAL SON. Premiere

25.03.2013 | KRITIKEN, Oper

Wien, Kammeroper/ CURLEW RIVER – THE PRODIGAL SON Pr: 25.3.2013

Die Anzahl der Musikfreunde, welche die besondere Qualität der Musik von Benjamin Britten schätze, wird immer größer, dazu jährt sich der 100. Geburtstag des Komponisten. Die Kammeroper ist nun dem Theater an der Wien anvertraut. Diese Produktion wurde von der „Neuen Oper Wien“ erarbeitet.

Gespielt werden zwei Kirchenparabeln Brittens. Diese etwa einstündigen Werke sollten in einer Kirche aufgeführt werden. Die Mönche, einen Hymnus aus dem Stundengebet singend, ziehen ein, verkleiden sich und spielen eine Parabel/Gleichnis. Darum werden Frauenrollen von Männern dargestellt. Beim Festival Retz wird es so gemacht.

In der Kammeroper ziehen Herren vom Wiener Kammerchor singend ein. Dazu kommen Knaben vom Mozart Knabenchor Wien. Walter Kobera dirigierte engagiert das recht lobenswerte amadeus ensemble. Die Begeisterung der Künstler sprang sehr bald auf das Publikum über. Das Haus hat ja nur eine einfache Bühnentechnik. Christof Cremer entwarf für das erste Werk ein Fährboot mit einem Segel. Im zweiten Stück sind es vor allem große Masken, welche die Bühne beherrschen. Carlos Wagner schuf eine stückgemäße, starke Regie.

Die Solisten waren durchwegs sehr gut ausgewählt. Alexander Kaimbacher war im ersten Teil die wirre Mutter, die ihren entführten Sohn sucht. Dieser erscheint ihr in verklärtem Licht bis zum Wiedersehen in der jenseitigen Welt. Nach der Pause spielt er den Versucher, der den jüngeren Sohn auf Abwege führt. Er war besonders gut bei Stimme, nur ist das Haus klein und er hätte viel weniger Stimmkraft geben müssen. Den Fährmann und dann den verzeihenden Vater sang Peter Edelmann eindrucksvoll. Ebenfalls voll entsprach der angesagte Sebastian Huppmann den Reisenden und dann den harten älteren Sohn, der schließlich doch seinem leichtsinnigen Bruder verzeiht. Sehr hübsch sang Leonid Sushon den Knaben. Der vergnügungssüchtige jüngere Bruder war Gernot Heinrich.

Im Gesamten war es eine würdige Jubiläumsgabe für Britten. Die Begeisterung im Haus war sehr groß, der Beifall entsprechend. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert!

Martin Robert BOTZ

 

Diese Seite drucken