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WIEN: Ehrbar Saal: Ein Wiener Operetten-Salon? Ja, es gibt ihn noch  

Ehrbar Saal: Ein Wiener Operetten-Salon? Ja, es gibt ihn noch                   (22.3.2026)

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Copyright: Ehrbar-Saal

Vorbei ist in Wien ist die Zeit beglückender traditioneller Operetten-Inszenierungen. Der letzte Rest: Otto Schenks legendäre „Fledermaus“ in der Staatsoper. Neue Produktionen, neue Denkungsarten? Gescheitert ist die Stadt Wien im vorjährigen Johann Strauss-Jahr mit ihrer „In Strauss und Braus“-Initiative. Da fehlt so einiges an Liebe und Witz in der Stadt. Und vor allem auch bei den sehr unterschiedlichen Theatermachern, welche als eher scheiternde Kreativhilfe hierher geholt werden.

Da fällt schon auf: Zu einem Operetten-Salon mit Künstlergesprächen wird gebeten. Im Ehrbar Saal. Die Internationale Franz Lehár Gesellschaft und Wolfgang Dosch, Operetten-Coach der Musikuniversität im Reinhardt-Seminar, machen sich die Mühe. Studierende sind mit dabei (nicht nur aus Asien …). Doch unterhaltsam berichten Diva Ildikó Raimondi und die vielseitige Soubrette Helga Papouschek von ihren Bundestheater-Tagen und ihren Karrieren. Und dazwischen erfreuen Schlager aus den Jahren der Goldenen wie Blechernen Operette: Am Programm stehen neben Strauss und Lehár etwa die Nachzügler Robert Stolz, Carl Lafite. Mit weit einfallsreicherer, kunstvollerer Musik als zur Zeit im so aufwendig beworbenen „Maria Theresia“-Musical zu hören ist – doch  kein Platz ist mehr für sie auf den Wiener Bühnen reserviert.

Meinhard Rüdenauer

 

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