TTT: Allegorie zum Musiktheater im 21. Jhdt.
Beim Thema Blinddarm erkennt man abrupt Parallelen zum gegenwärtigen Theater:
Blinddarm: Heilung einer Entzündung verläuft in den meisten Fällen komplikationslos und wenig riskant, trägt seinen Namen, weil dieser Darmabschnitt blind ist. Viele Menschen glauben, dass der Wurmfortsatz keine nennenswerte Funktion hat, er wird oft einfach herausoperiert. Tatsächlich ist er gemeinsam mit dem Ileum hochaktiver Bestandteil des Immunsystems. In seinem Inneren befindet sich lymphatisches Gewebe, das den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern oder entarteten Zellen unterstützt. Zur „Blinddarmentzündung“ gibt es verbreitete Irrtümer: denn oft ist nicht der Bllindddarm selbst entzündet, sondern der bis zu 10 cm lange Wurmfortsatz des Blinddarms. Durch Verstopfungen mit Kotsteinen oder besonders hartem Stuhl entsteht eine erhöhte Bakterienkonzentration.
Allegorie zum Musiktheater im 21. Jhdt.
Es war einmal ein Blinddarm,
genoss der Menschen Achtung,
der hatte einen Wurmfortsatz.
Den liebte er vielmals und gern,
doch endet der in Blindheit,
vergaß sein Seelen-Bestes,
geriet in dunkle Gassen,
sein Tun geriet in Ächtung,
Funktion war ausgebrannt.
Mit Prunkhaus und Beherrschern
verließ er Erden Kreise,
verfiel dem schwachen Geiste
durch Starrsinn und Erdreiste
und falschen Oberhäuptern,
fraß schmatzend die Milliarden,
glaubt sich im Hier und Jetzt zu sein.
Ein ausgebranntes Häuflein
irrlichternd Kultur mordend
haben die Welt geplagt,
Immunsystem der Kunst
gestochen und zerfrast.
Dabei ist das Gewebe aus zarter Poesie,
nicht meuchelnd zu ersticken,
nur vielmals bös zu knicken
Doch gleich ob lang geschädigt,
muss nur Nötigstes ergehen.
Gebt Kunst sensible Prägung,
die Menschen gerade jetzt erreicht,
verabscheut dummes Plündern
und kakophonen Geist.
(Angelehnt an „Es war einmal ein König“ – Aus Goethes Faust (1809)