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TODESFÄLLE – STAND APRIL 2019

30.03.2019 | Allgemein, Todestage

TODESFÄLLE . Stand April 2019

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 Joseph FLUMMERFELT ist am 1.3.2019 in der Nähe von Indianapolis verstorben

 Geboren am 24. Februar 1937 in Vincennes (Indiana); Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch: http://www.bach-cantatas.com/Bio/Flummerfelt-Joseph.htm

 

Peter HURFORD ist am 3.3.2019 in Saint Albans (UK) verstorben

 

Geboren am 22. November 1930 in Minehead (Somerset); er studierte sowohl Musik als auch Jura am Jesus College, Cambridge, und schloss beide Studiengänge erfolgreich ab. Insbesondere ist er als Organist hervorgetreten. Seine Interpretationen von Werken von Johann Sebastian Bach sind besonders bekannt, er spielte das gesamte Orgelwerk von Bach auf CD ein. 1958-78 war er Organist und Chorleiter an der Abtei von St. Albans. 1963 begründete er das St. Albans International Organ Festival. 1980-82 war er Präsident des Royal College of Organists.

 

George NEIKRUG ist am 8.3.2019 verstorben

 Geboren am 7. März 1919 in New York; er studierte bei Joseph Schuster und Emanuel Feuermann, seine Virtuosität erwarb er jedoch erst bei Demetrius Constantine Dounis, dessen langjähriger Assistent er war. Neikrug spielte unter anderem als Solocellist in den Orchestern von Baltimore, Los Angeles sowie in den Studio-Orchestern von Paramount, Columbia und Universal. Von 1947 bis in die späten 1960er Jahre trat er als Solist mit Dirigenten wie Leonard Bernstein, Václav Neumann, Wolfgang Sawallisch und Leopold Stokowski auf und übernahm verschiedene amerikanische Erstaufführungen wie die der Sonate für Violoncello und Klavier von Dmitri Schostakowitsch 1938 oder die Uraufführung der Solosonate Artur Schnabels (1955) sowie mehrerer Werke von Fred Katz und seines Sohnes Marc Neikrug. 1962 wurde er Fulbright-Professor in Frankfurt am Main, 1963/64 hielt er an der Musikhochschule in Detmold eine Professur für alle Streichinstrumente. Weitere Rufe nach Oberlin/Ohio und Austin/Texas folgten, bevor er 1971 an die Boston University ging. Neikrug ist neben Emanuel Feuermann einer der am meisten von der Violintechnik beeinflussten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Sein außergewöhnlich analytischer Unterricht (für alle Streicher bis hin zu den Kontrabassisten) zielte auf Vermittlung von expressiver Technik, die alle musikalisch relevanten Phänomene berücksichtigt, wobei das Üben selbst zum zentralen Unterrichtsbestandteil wird. Von seinen pädagogischen Fähigkeiten zeugen seine Schüler, die in nordamerikanischen und europäischen Orchestern in Stimmführerpositionen gelangten oder auf Professuren berufen wurden, unter ihnen Dietmar Mantel (HfM Mannheim), Andor Toth (Oberlin College) und Ulrich von Wrochem (Solobratschist Deutsche Oper Berlin, La Scala, Mailand), oder sich als Solisten bzw. Kammermusiker einen Namen machten wie Claudius von Wrochem oder Frances-Marie Uitti.

 

Michael GIELEN ist am 8.3.2019 in Mondsee verstorben

 Geboren am 20. Juli 1927 in Dresden; er war nach seiner Schwester Carola Stella (geb. 1925) das zweite Kind des österreichischen Theatermanns und späteren Intendanten des Burgtheaters Josef Gielen und der Schauspielerin Rosa Steuermann, der Schwester von Salka Viertel, Eduard Steuermann und Zygmunt Steuermann. Bereits als Elfjähriger studierte Gielen die drei Klavierstücke op. 11 von Arnold Schönberg. Gielens Familie, die 1937 unter dem Druck der Nationalsozialisten von Berlin nach Wien umgezogen war, musste nach dem Anschluss Österreichs 1940 nach Argentinien emigrieren, weil der Vater dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüberstand und Gielens Mutter Rosa, nach nationalsozialistischer Terminologie eine „Jüdin“, gefährdet war, verhaftet und deportiert zu werden. Dort traf Michael Gielen als Dreizehnjähriger auf den Dirigenten Fritz Busch, mit dem er häufig vierhändig Klavier übte. 1942-49 studierte er in Buenos Aires Klavier und Musiktheorie bei Erwin Leuchter. Er begann 1945 zusätzlich für drei Semester ein Philosophiestudium und spielte sodann privat viel Kammermusik mit seinem Schwager Ljerko Spiller und dessen Violinschülern. Gielen studierte Ernst Kreneks Schrift Über neue Musik und komponierte. 1946 entstand als erstes Werk eine Sonate für Klavier und Violine. Seine berufliche Laufbahn begann er als 1947 als Korrepetitor am Teatro Colón, wo sein Vater Chefregisseur war und ihn der Dirigent Erich Kleiber entscheidend prägte. Gielen wurde Pianist im vom Komponisten Juan Carlos Paz gegründeten Ensemble Agrupación Nueva Música der Argentinischen Gesellschaft für Neue Musik, wo er auch Mauricio Kagel kennenlernte. Im Jahr 1949 führte er in einem durch Paz kommentierten Konzert die Klavierwerke Schönbergs auf, 1950 ging Gielen an die Wiener Staatsoper, wo er ebenfalls als Korrepetitor arbeitete und unter anderem auf Herbert von Karajan, Karl Böhm, Clemens Krauss und Dimitri Mitropoulos traf. Ab 1960 wurde Gielen für fünf Jahre Musikdirektor der Königlichen Oper in Stockholm, 1969 Leiter des Belgischen Nationalorchesters in Brüssel und 1973 Chefdirigent der Niederländischen Oper in Amsterdam. Operngeschichte schrieb er als Dirigent der Uraufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper Die Soldaten am 15. Februar 1965 in Köln. 1977-87 war Gielen Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, die unter seiner Leitung (in Zusammenarbeit mit Klaus Zehelein) zu einem der wichtigsten Opernhäuser Europas avancierte, außerdem Leiter der Museumskonzerte in Frankfurt am Main. Gleichzeitig war er 1978-81 Erster Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra in London, dessen Ehrendirigent er seitdem war, und 1980-86 Leiter des Cincinnati Symphony Orchestra. 1986 übernahm er das SWF Sinfonieorchester Baden-Baden, das 1996 in SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg umbenannt wurde, und leitete es bis 1999. 1999-2014 war er ständiger Gastdirigent, seit 2002 Ehrendirigent dieses Orchesters. Regelmäßig arbeitete er mit dem Konzerthausorchester Berlin, zunächst als Erster Gastdirigent, später als Ehrengastdirigent. Die Staatskapelle Berlin dirigierte Michael Gielen das erste Mal 1991 mit einer Premiere von Claude Debussys Pelléas et Melisande in einer legendären Inszenierung von Ruth Berghaus. Er veränderte das Klangverständnis dieses Orchesters für die Musik des 20. Jahrhunderts grundlegend. 1995 wurde Alban Bergs Lulu unter seinem Dirigat bei den Salzburger Festspielen mit einer Regiearbeit von Peter Mussbach zur Inszenierung des Jahres gekürt. 1997 war die Oper eine Erstaufführung an der Staatsoper Unter den Linden und blieb lange Jahre im Spielplan. 1998-2012 folgten in jeder Saison Konzerte mit der Staatskapelle Berlin, in denen er sich mit Werken von Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Alban Berg und anderen Komponisten vorwiegend des 20. Jahrhunderts auseinandersetzte. 2001 führte er die Premiere von Franz Schrekers Der ferne Klang – wiederum mit einer Regiearbeit von Peter Mussbach – zu einem Erfolg. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er sich mit der Premiere von Norma der italienischen Oper zugewandt. In den folgenden Jahren widmete sich Michael Gielen verstärkt diesem Repertoire und sorgte mit seiner entschlackten, unsentimentalen Interpretation für ein neues Klangbild dieser Literatur. Zunächst als Gastdirigent engagiert, später dann Principal Guest Conductor, wurde er in Anerkennung seiner prägenden künstlerischen Arbeit und kollegialen Verbundenheit mit der Staatsoper Unter den Linden zum Ehrenmitglied ernannt.

Gielens Repertoire war weit gefasst – von Bach bis zur Moderne, sinfonischen Literatur wie Oper gleichermaßen. Als Schwerpunkte seines Schaffens waren zu erkennen einerseits die großen Sinfoniker wie Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner und Gustav Mahler, andererseits die Komponisten des 20. Jahrhunderts und hier im Besonderen die Vertreter der Neuen Wiener Schule. In seine Geburtsstadt Dresden kehrte er nur wenige Male zurück: in den 70er Jahren anlässlich der Leitung einer Rosenkavalier-Aufführung, 1992 gastierte er im Austausch der Dresdner Philharmonie mit dem Südwestfunk-Sinfonieorchester sowie 2008 zur Vorstellung seines Buches „Unbedingte Musik“. Ende Oktober 2014 beendete Gielen aus gesundheitlichen Gründen seine Dirigentenkarriere. Er verstarb am 8. März 2019 im Alter von 91 Jahren in seinem Haus am Mondsee im österreichischen Salzkammergut an den Folgen einer Lungenentzündung.

 

Norman MITTELMANN ist am 17.3.2019 in Palm Desert (Kalifornien) verstorben

Geboren am 25. Mai 1932 in Winnipeg (Canada); er war am Curtis Institute of Music in Philadelphia Schüler von Martial Singher, studierte dann an der Music Academy of the West Santa Barbara (Kalifornien) und bei Enzo Mascherini in Florenz, er war auch Schüler von Richard Bonelli und von Lotte Lehmann. Preisträger beim Nationalen Kanadischen Gesangwettbewerb und bei einem Concours der Metropolitan Oper New York. Er debütierte 1955 als Konzertsänger. Bühnendebüt 1958 in Toronto als Marcello in Puccinis »La Bohème«. 1959-60 war er am Opernhaus von Essen engagiert und sang 1960-64 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1965-82 war er am Opernhaus von Zürich engagiert (wo er u. a. 1970 die Titelpartie in der Schweizer Erstaufführung der Oper »Dantons Tod« von G. von Einem sang); seit 1967 dem Opernhaus von Frankfurt a.M., 1969-77 auch der Hamburger Staatsoper verbunden. 1960-76 trat er an der Staatsoper Wien in insgesamt elf Vorstellungen in den Titelpartien der Opern »Fürst Igor« von Borodin und »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, als Germont-père in »La Traviata«, als Carlo in »La forza del destino« und als Scarpia in »Tosca« auf. 1970 sang er an der Mailänder Scala den Mandryka, 1965 an der Covent Garden Oper London den Germont-père und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Gastspiele an den Staatsopern von München und Stuttgart und an der Deutschen Oper Berlin. Er debütierte an der Metropolitan Oper New York 1961 als Heerrufer im »Lohengrin« und trat dort bis 1985 in insgesamt 86 Vorstellungen auf (als Gunther in der »Götterdämmerung«, als Donner im »Rheingold«, als Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Silvio wie auch als Tonio im »Bajazzo«, als Amonasro in »Aida«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Faninal im »Rosenkavalier«, als Oberpriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Carlo in »La forza del destino« und als Schaklowity in »Chowanschtschina«). Er gastierte an der Chicago Opera (1966 als Ruprecht in »L‘Ange de feu« von Prokofjew und mit den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1976 als Schaklowity, 1982 nochmals mit den vier Dämonen), an der Oper von San Francisco (1972 als Nelusco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, 1972 und 1974 als Amonasro, 1973 als Posa im »Don Carlos« und als Germont-père, 1979 als Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli), an der Grand Opéra Paris (1975 als Graf Luna im »Troubadour« und als Carlo in »La forza del destino«), an der Oper von Marseille, am Teatro Massimo Palermo (1975 als Eugen Onegin), am Teatro Comunale Florenz (1972 als Ezio in Verdis »Attila«), beim Maggio Musicale Fiorentino (1971 als Wilhelm Tell von Rossini), am Teatro Colón Buenos Aires (1971 als Mandryka und als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, 1975 als Graf Luna und als Scarpia) und an der Oper von Dallas (1979 als Amonasro). 1956 wirkte er in der Hollywood Bowl in der US-Erstaufführung von Milhauds »David« mit. 1970 sang er an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung von Burkhards »Ein Stern geht auf aus Jakob«. Seine bedeutendsten Partien gehörten dem dramatischen Fachbereich an: der Mephisto in Gounods »Faust« wie in »La damnation de Faust« von Berlioz, der Escamillo in »Carmen«, der Jago in Verdis »Otello«, der Rigoletto, der Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper, der Renato im »Maskenball«, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Amfortas im »Parsifal«.  Nicht weniger erfolgreich als Konzert- und Oratoriensänger.

Schallplatten: Morgan-Records (Nelusco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer aus San Francisco), Gala (Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli).

 

Elemér BÁN ist am 19.3.2019 in Debrecen verstorben

 Geboren am 8. Oktober 1917 in Hadjunánás (Ungarn); Biographie des ungarischen Tenors auf Ungarisch: http://mek.oszk.hu/02100/02139/html/sz02/152.html

 

Sergei BALASHOV ist am 19.3.2019 in Moskau verstorben

Biographie des 1971 geborenen russischen Tenors auf Englisch: https://www.bolshoirussia.com/company/opera/tenor/Sergei_Balashov/

 

Hans-Günther NÖCKER ist am 20.3.2019 verstorben

 Geboren am 22. Januar 1927 in Hagen (Westfalen); Studium bei Carl Momberg in Braunschweig, bei Hans-Hermann Nissen und bei Willi Domgraf-Fassbaender in München. Debüt 1952 am Stadttheater von Münster (Westfalen) als Alfio in »Cavalleria rusticana«. Er ging von dort für die Spielzeit 1953-54 an das Stadttheater von Gießen und war 1954-65 an der Stuttgarter Staatsoper engagiert, wo er 1957 in der Uraufführung von Carl Orffs »Comoedia de Christi Resurrectione«, 1959 in der von »Oedipus der Tyrann« vom gleichen Komponisten mitwirkte. Er wurde 1962 an die Bayerische Staatsoper in München berufen, wo er am 27.11.1963 an der Uraufführung von Werner Egks »Die Verlobung in San Domingo« (in der Rolle des Hoango), 1969 an der Uraufführung der Oper »Aucassin und Nicolette« von Günter Bialas, 1978 an der Uraufführung von A. Reimanns Oper »Lear« (in der Rolle des Gloster) und 1986 an der Uraufführung von V.D. Kirchners »Belshazar« teilnahm, und an der er länger als 40 Jahre engagiert blieb. Er wirkte bei den Festspielen von Bayreuth 1958-60 als Hans Schwarz in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1959 als Melot in »Tristan und Isolde«, 1959-60 als einer der Edlen im »Lohengrin« und 1984 als Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg« mit. Beim Edinburgh Festival gastierte er 1958 mit dem Ensemble der Stuttgarter Staatsoper als Melot in »Tristan und Isolde« und 1975 mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin als Dr. Schön in A. Bergs »Lulu«. In den Jahren 1959-82 trat er in insgesamt 115 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Graf im »Capriccio« von R. Strauss, als Chorführer in »Oedipus der Tyrann«, als Escamillo in »Carmen«, als Graf Luna wie als Kardinal von Lothringen im »Palestrina« von H. Pfitzner, als Don Pizarro im »Fidelio«, als Fliegender Holländer, als Telramund im »Lohengrin«, als Klingsor im »Parsifal«, als Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg, als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, als Orest in »Elektra« von R. Strauss, als Gunther in der »Götterdämmerung« und als Sprecher in der »Zauberflöte« auf. An der Mailänder Scala gastierte er 1967 als Jochanaan, 1987 (mit dem Ensemble der Bayrischen Staatsoper) als Goldhändler in »Cardillac« von P. Hindemith, 1988 (wieder mit dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper) als Morbio in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss und 1990 als Beckmesser. Häufige Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin (u.a. am 23.10.1972 in der Uraufführung der Oper »Elisabeth Tudor« von Fortner und am 25.9.1984 in der Uraufführung von A. Reimanns »Gespenstersonate«), an den Opernhäusern von Köln, Hamburg, Frankfurt a.M. und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1965 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires. Bei den Festspielen von Schwetzingen gastierte er 1966 in »Armide« von Gluck. Dort wirkte er auch 1991 in der Uraufführung der Oper »Enrico« von Manfred Trojahn und 1994 in der der Oper »Sansibar« von Eckehard Mayer mit. Im Ausland trat er beim Maggio Musicale von Florenz, an den Opernhäusern von Brüssel, Palermo, Venedig (1983 als Klingsor) und an der Covent Garden Oper London auf. 1984 sang er bei den Festspielen von Salzburg in einer konzertanten Aufführung von Fr. Schrekers »Die Gezeichneten« den Michelotto Cibo. 1990 sang er in München in C. Orffs »Trionfo di Afrodite«, 1992 den Dörfling in H.W. Henzes »Prinz von Homburg«. Noch bis 2003 trat er an der Münchner Staatsoper auf, u.a. als Baron Douphol in »La Traviata« und als Hermann Ortel in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Auf der Bühne im heldischen wie im Charakterfach, im Konzertsaal in einem umfassenden Repertoire aufgetreten. 2003 verabschiedete er sich als Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut« von seinem Münchner Publikum.

Schallplatten: BASF (»Trionfi« von Carl Orff), DGG (»Oedipus der Tyrann« von C. Orff; »Lear« von A. Reimann, München 1978; Mozart-Quartette), Eurodisc (»Götterdämmerung«), EMI (Gunther im Nibelungenring), Orfeo (»Die Verlobung in San Domingo«, Mitschnitt der Uraufführung von 1963; »Palestrina« von H. Pfitzner; Albert in »Werther« von Massenet), CPO (»Enrico« von M. Trojahn); Castle-Video (»Tannhäuser«).

 

Carlo FRANCI ist am 22.3.2019 in Città della Pieve verstorben


Foto: Wolfgang Runkel/Frankfurt

40 Jahre lang (1974-2014) war der am 18. Juli 1927 in Buenos Aires als Kind italienischer Eltern geborene Dirigent der Oper Frankfurt verbunden und hat mit seinen Interpretationen die Geschichte des Hauses geprägt. Franci hat an allen großen Opernhäusern Italiens gearbeitet, Orchester wie das London Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker sowie das Salzburger Mozarteum Orchester geleitet und zahlreiche Opernvorstellungen u.a. in Berlin, Hamburg, München, Wien (1969-88), Madrid, Barcelona, Zürich, Tokio, Rio de Janeiro und Pretoria dirigiert. ln Pretoria war er 1990-97 Chefdirigent des Transvaal Philharmonic Orchestra. An der Metropolitan Opera in New York stand er 1969-72 bei insgesamt 69 Vorstellungen am Pult und gastierte auch in anderen amerikanischen Städten wie Boston, Cleveland, Detroit und Dallas. Zahlreiche von Carlo Francis eigenen Kompositionen wurden u.a. an der Mailänder Scala, der Accademia di Santa Cecilia und im italienischen Rundfunk (RM) aufgeführt. Carlo Franci gab regelmäßig Meisterkurse u.a. in Südafrika, wo er auch eine Schule für Dirigenten gegründet hatte.

 

Anatolijus ŠENDEROVAS ist am 25.3.2019 verstorben

Biographie des am 21. August 1945 in Uljanovsk (Russland) geborenen litauischen Komponisten auf Deutsch: https://www.nachschlage.net/search/kdg/Anatolijus+Senderovas/535.html

 

Joshua HECHT ist am 29.3.2019 in Sydney verstorben


Als Scarpia mit Jean Fenn

Geboren am 4. März 1928 in New York City; er entstammte einer russisch-jüdischen, nach Nordamerika ausgewanderten Familie. Er studierte Anglistik und englische Literatur, wurde dann im Gesangsfach Schüler von Lili Wexberg sowie von Eve Hecht (seiner späteren Gattin) in New York und von Walter Cataldi Tassoni in Rom. Bühnendebüt an der Oper von Baltimore 1953 als Comte Des Grieux in Massenets »Manon«. Im Verlauf seiner erfolgreichen Karriere sang er an allen amerikanischen Opernhäusern von Rang, in Baltimore, Boston, Chicago, Cincinnati, Houston, Miami, Philadelphia, Pittsburgh, San Antonio, San Diego, Seattle und New Orleans. Er trat 1955-60, 1967-70 und 1979 an der City Opera New York, 1961-65, 1969 und 1976 an der Oper von San Francisco auf. An der New Yorker Metropolitan Oper sang er nur 1965 zweimal den Fliegenden Holländer. An der City Opera New York wirkte er u.a. 1956 in der Uraufführung von »Susannah« von Carlisle Floyd und 1958 in der Uraufführung von »The Good Soldier Schweik« von R. Kurka mit. Auslandsgastspiele führten ihn an die Wiener Volksoper, an die Opern von Neapel und Palermo, an die Nationaloper Bukarest, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, nach Johannesburg, Graz, Dublin und Vancouver. Er beherrschte die großen dramatischen Baritonpartien aus der gesamten Opernliteratur, wobei man auch sein bedeutendes darstellerisches Talent immer wieder hervorhob. Im Einzelnen sind zu nennen: der Wanderer im »Siegfried«, der Amfortas im »Parsifal«, der Rigoletto, der Jago in Verdis »Otello«, der Scarpia in »Tosca«, den er 1979 sehr erfolgreich an der City Opera New York sang und der Tevje in dem Musical »Anatevka« von Bock. 1980 sang er am Theater von Gelsenkirchen den Titelhelden in der Oper »Einstein« von Paul Dessau. 1982 trat er am Theater von Bremen, wo er oftmals gastierte, als Prospero in »Der Sturm« von Frank Martin auf, 1990 als Borromeo in »Palestrina« von Hans Pfitzner und als König Philipp in Verdis »Don Carlos«. Am 16.6.1986 wirkte er an der Oper von Frankfurt a.M. in der Uraufführung der Oper »Stephen Climax« von Hans Zender mit. 1994 Gastspiel an der Australian Opera Sydney als Schigolch in »Lulu« von A. Berg. Auch als Oratorien- und Liedersänger hatte er bedeutende Erfolge. Seit 1974 hatte er seinen Wohnsitz in Rom. 1986-92 unterrichtete er in Frankfurt am Main. Später eröffnete er ein Gesangsstudio in New York. 1995 wurde er Vocal Coach der Australian Opera Sydney.

Schallplatten: MGM, Columbia, On Stage (Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, Philadelphia 1966, mit Renata Tebaldi und Franco Corelli).

 

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