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Sommerkrimis: EINGESPRITZT / GEFAHR IM ANZUG

31.07.2015 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

Dennig, Eingespritzt jpg   BuchCover Matzner, Gefahr im Anzug

Constanze Dennig:
EINGESPRITZT
Alma Liebeskinds 2. Fall
Ein Wien Krimi
288 Seiten,
Amalthea Verlag, 2015 

Gabriele Matzner
GEFAHR IM ANZUG
Fast ein Wien-Krimi
256 Seiten,
Amalthea Verlag, 2015 

Sommerzeit ist Krimi-Zeit, Bücher, die im Liegestuhl angenehm in der Hand liegen, werden bevorzugt. Zwei davon bietet der Amalthea Verlag, wobei man im Fall von „Eingespritzt“ von Autorin Constanze Dennig eine Bekannte trifft: Psychiaterin Alma Liebeskind, die schon einmal Krimi-Heldin war und wieder it ihrer 83jährigen Mutter, die ihr die „Ordi“ schmeißt und dauernd in ihrem Leben herumfummelt, und mit Liebhaber „Michelangelo“ im Schlepptau auftritt.

„Eingespritzt“ wurde laut Titel Schlangengift (eine ziemlich schaurige Schlange ziert auch den Umschlag des Buches), dieses Tierchen treibt sich angeblich noch in den Rohren des AKH herum, was eine schlimme Idee ist, es geht um verschleppte Leichen, und das Ende ist dann zwar hoch überraschend, aber so grauslich, ja unappetitlich, dass man meinen möchte: Nichts für schwache Nerven.

Eine Leiche, die in einem fiktiven afrikanischen Land gleich bei der österreichischen Botschaft angeschwemmt wird und den neuen Botschaftsangehörigen Ferdinand verstört, ist der Ausgangspunkt die für Satire, die Gabriele Matzner mit „Gefahr im Anzug“ geschrieben hat.

So, wie Constanze Dennig selbst Fachärztin für Psychiatrie ist, weiß auch Frau Matzner, ehemalige Kreisky-Mitarbeiterin und hochrangig in vielen österreichischen Botschaften tätig, wovon sie schreibt: Der Krimi, der irgendwann mit Waffenhandel, mit schwarzen Zauberern und angeblich mit Terrorismus zu tun hat, wo auch die Mutter des Helden auftaucht (wenn auch nicht so penetrant wie bei der Kollegin) und bei aller Skurrilität dann doch etwas sanfter ausgeht, ist eigentlich als Satire auf die offensichtlich gar nicht so fiktiven Zustände in den Botschaften fern der Zivilisation gedacht. Na, wenn da ein einheimischer Geschäftsmann (bitte, phonetisch zu lesen) „Oba Kaguta“ heißt, weiß man, wie viel es geschlagen hat.

Kurz, zwei Krimis, die einem nicht gerade vor Spannung die Schuhe ausziehen, aber in der jeweiligen Milieuschilderung äußerst kompetent und witzig ausgefallen sind.

Renate Wagner

 

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