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R.E.D. 2

09.09.2013 | Allgemein, FILM/TV, KRITIKEN

FilmPlakat RED 2

Ab 12. September 2013 in den österreichischen Kinos
R.E.D. 2
USA /  2013 
Regie: Dean Parisot
Mit: Bruce Willis, Anthony Hopkins, Helen Mirren, John Malkovich, Catherine Zeta-Jones, Mary-Louise Parker u.a.

Da ist er wieder, Frank Moses, ehemaliger CIA-Agent, in Gestalt des seit einiger Zeit mit Vorliebe kahlköpfigen Bruce Willis. Er erweckt den Anschein, als wollte er nur mit Freundin Sarah turteln – Mary-Louise Parker ist zwar spürbar Jahrzehnte jünger als er, aber nicht peinlich teenager-jung, und sie ist geradezu ärgerlich unternehmungslustig für einen Mann, der vorgibt, seinen Job nicht zu vermissen. Dieser Job? Ja, in erster Linie „Leute umbringen“, aber das ist mit dem nötigen Humor zu betrachten.

Denn  R.E.D. 2 (=„Retired and Extremely Dangerous“ und bezieht sich bereits zum zweiten Mal auf die älteren Herrschaften, um die es geht) ist so locker wie der erste Teil – der offenbar genügend Leute ins Kino gebracht hat, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Kein Wunder, bei dieser Besetzung!

Da taucht gleich, mit seinem ewigen sardonischen Grinsen, Marvin Boggs in Gestalt von John Malkovich auf und will Moses in den Job zurückholen. Nein, dieser will nicht. Da stirbt Boggs – keine Angst, das kann man verraten, er ist nicht tot, obwohl wir sein Begräbnis erleben. Und dann geht’s wirklich los. Im Kalten Krieg gab es ein Unternehmen namens „Nightshade”, und die damals in Moskau deponierte Superbombe ist noch immer da. Wer nun wen hetzt, ist eigentlich unwichtig, jedenfalls ist das Trio Willis / Malkovich / Parker sehr komisch „on the Run“ und begegnet dabei immer Kollegen, die sich sehen lassen können.

Nur Morgan Freeman ist vom letzten Film nicht mehr dabei, wohl aber die unbezahlbare, ihren komischen Part spürbar genießende, herrliche Helen Mirren als britische (wie anders?) Auftragsmörderin (und sie darf immer noch mit Brian Fox, ihrem Ehemaligen vom KGB, flirten). Und die Neulinge können sich auch sehen lassen. Catherine Zeta-Jones hat sich eine zweite Karriere mit attraktiven Nebenrollen aufgebaut, und eine KGB-Agentin, die es in jeder Hinsicht auf Moses abgesehen hat, steht ihr wunderbar.

David Thewlis ist der erste verrückte Wissenschaftler, dem man in dem Film begegnet, aber das Tüpfelchen auf dem „I“ stellt dann Anthony Hopkins dar als der zweite Verrückte, der Arme, den man nach Jahrzehnten des Weggesperrtseins aus dem Gefängnis befreit und der noch ein paar Überraschungen im Ärmel hat –  großer Star, großer Schauspieler, große Rolle. Er setzt ein irres Lächeln auf, das zu besagen scheint: „Und für so was wird man noch bezahlt?“

Als Parodie auf James-Bond- und andere „internationale“ Agentenfilme wechseln dauernd die Schauplätze, Moskau und London sind besonders stark vertreten, in der iranischen Botschaft wüten unsere Helden gleichfalls (da setzt man die Klos in Gang, und wenn nach den Installateuren gerufen wird, ist man schon da) – und wenn es ums Entschärfen einer Atombombe geht, wird der allgemeine Unsinn brüllend komisch (in Paraphrase zu dem oft da gewesenen: Schneide ich den roten oder den blauen Draht durch?).

Der zweite Teil der Oldies, die gar nicht „retired“ sind und sich auch nicht so fühlen, wurde von Dean Parisot mit der richtigen lockeren Hand erzählt. Im Grunde ist das noch komischer als die „Expendables“ von Stallone. Einen dritten Teil würde man sich jederzeit ansehen – das sind Schauspieler, die noch um ihrer selbst willen jeder allein einen Film tragen. Was ist das im Vergleich zu den flachen, nichtssagenden jungen „Helden“, die heute ununterscheidbar die Leinwand bevölkern und schon vergessen sind, bevor man das Kino verlässt? Das wird der Garde Willis / Hopkins / Mirren / Malkovich / Zeta-Jones nie passieren…

Renate Wagner  

 

 

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