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NEW YORK/ WIEN/ „Die Met im Kino“: LE NOZZE DI FIGARO

18.10.2014 | KRITIKEN, Oper

WIEN/ Cineplexx-Kino: 18.10.2014   MET/Kino   „Le Nozze di Figaro“

Die Neuproduktion an der MET bereitete viel Freude. Regisseur Richard Eyre verlegte die Handlung in die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts, mit viel Fingerspitzengefühl gelang es ihm, logische und historische Pannen, die man bei anderen zeitversetzten Werken in Kauf nehmen muss, zu verhindern. Rob Howell (Bühnenbild und Kostüme) schuf den passenden Rahmen für das Verwirrspiel im gräflichen Hause. Ein spielfreudiges Ensemble sorgte für einen heiteren und beschwingten Opernabend. Selten wird man eine qualitativ gleichwertige, gut aufeinander eingespielte Sängerriege vorfinden. Amanda Majeski war eine ausgezeichnete Gräfin, ihre angenehme, kräftige Stimme war die Überraschung in dieser Aufführung. Peter Mattei sang den Grafen Almaviva ganz hervorragend, er spielte mit viel Routine den Charmeur. Marlis Petersen war als Susanna eine Klasse für sich, Aussehen, Spiel und Stimme passten ideal zur Rolle. Ildar Abdrazakov sang den Figaro mit Bravour, auch hier konnte man sich keinen Besseren vorstellen. Zuletzt ist natürlich auch Isabel Leonard als Cherubino zu nennen, auch sie war für diese Partie eine Idealbesetzung, gleichermaßen ein Genuss für Aug und Ohr.

James Levine, der Meister in allen Gassen, sorgte mit viel Umsicht für einen Mozartklang der Sonderklasse. Das Orchester erfüllte ihm jeden Wunsch und war im Verbund mit den Protagonisten ein Garant für einen Kunstgenuss der Sonderklasse. Erstaunlich, dass das an sich treue Opernkinopublikum nicht vollzählig  diese Live-Übertragung miterleben wollte.     

 Johannes Marksteiner

 

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