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Martin Amanshauser: ES IST UNANGENEHM IM SONNENSYSTEM

24.02.2019 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

Martin Amanshauser:
ES IST UNANGENEHM IM SONNENSYSTEM
176 Seiten, Verlag Kremayr & Scheriau, 2019

Man kann auf verschiedene Art auf die Welt blicken. Martin Amanshauser, Sohn eines berühmten Vaters, der fest in der österreichischen Literatur steht, seinerseits 50jähriger Journalist und Autor, hat uns zuletzt an den Erlebnissen seiner Amerika-Reise teilnehmen lassen. Im übrigen scheint er, wann immer ihm etwas einfällt, seine Eindrücke niederzulegen, nicht in Prosa und eigentlich auch nicht wirklich in Gedichtform, am besten nennt man es „freie Rhythmik“.

Und frei, im Sinn von durcheinander gewirbelt, ist auch, was man da lesen kann – und man wundert sich, was so zu Thema wird, auch die doch eher banale Tatsache, dass der eigene Koffer einmal am Flughafen von Barcelona als Erster am Förderband erschien… Man liest von der sehr individuellen Überlegung, dass der Autor nie eine Kneipe eröffnen wollte, bis zum Online-Planen des eigenen Begräbnisses, er grübelt über das „50 werden“ und stellt uns die Schildkröte Rasmus vor, und manchmal, ja, da weiß man tatsächlich nicht, wovon er redet (Kafkas Callshop?).

Dass der Leser immer wieder auf die Schaufel genommen wird, ist evident, darum wundert man sich nicht, dass er Ringelnatz und Morgenstern in einem Gedicht zusammen treffen lässt, denn das sind sicher geistige Urväter, und ein „jandlversuch“ ist ihm spirituell auch nicht fremd.

Einmal heißt es: Du kennst meine Meinung. Diesbezüglich ist man sich nicht ganz sicher, aber schließlich heißt das Buch ja „Es ist unangenehm im Sonnensystem“, und diese Erkenntnis wird in mehr oder minder originellen Varianten gedreht und gewendet, gedreht und gewendet, gedreht und gewendet…

Renate Wagner

 

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