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MANNHEIM: DER FREISCHÜTZ

16.10.2014 | KRITIKEN, Oper

Mannheim/ Nationaltheater: DER FREISCHÜTZ am  16.10.2014

 Die 17. und letzte Auffühung in der Armin-Holz Regie kann als gediegen musikalisch-gelungen bezeichnet werden, da sich auch einige neue Gesangskräfte gut einpassten. Dabei ging aber der Inszenierung wirklich die Athmosphäre des „Freischütz“ ab: Zu ’stakkatiert‘ die einzelnen Szenen, immer wieder unterbrochen durch das Auffahren neuer geometrischer Teile oder Requisite durch Bühnenarbeiter. Zudem krankte die Aufführung daran, dass die Chöre  bis auf den Jägerchor nicht szenisch als Handlungsträger integriert waren, sondern nur oratorisch in den Seitenlogen links und rechts sangen. Dafür wurde die Figur des Samiel (Klaus Schreiber) aufgewertet, der viele Sprüche und Sprachgeräusche zu produzieren hatte.

 Auch die Brautjungfern wurden zu einer reduziert, die alle 4 Strophen zu singen hatte: Violetta Hellwig mit anmutig distinguiertem Sopran. John In Eichen gab einen sonoren balsamischen Eremiten. Der Caspar wurde sehr ausdrucksvoll markant und textbetont von Thomas Jesatko gegeben. Raymond Ayers war ein schönstimmiger Ottokar, dem man sein Vertrauen auf den Eremiten abnahm. Als Kuno und Kilian ergänzten Sebastian Pilgrim und Joachim Goltz. Die Damenseite war mit Eunju Kwon und Cornelia Ptassek sehr positiv vertreten. Sie nutzten den großen Bühnenfreirraum für qusi (Eigen)choreographien. Die Koreanerin sang in gewagtem Outfit lieblich und mit prononciertem Deutsch Ännchen, als Agathe bestach Ptassek durch ihre elegante Phrasenkultur. Der Max Michael Baba  steuerte seinen schweren schönstimmigen, oft melancholisch wirkenden Tenor bei.
Joseph Trafton hielt Bühne und Orchester gut zusammen und animierte besonders die Hörner zu kraftvoll harmonischem Spiel.

Friedeon Rosén

 

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