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LECH/Arlberg: Lech/Arlberg: LECH CLASSIC FESTIVAL – “Romantische Spurensuche“ (6.8.)

Lech/Arlberg: LECH CLASSIC FESTIVAL –  “Romantische Spurensuche“ – 6.8.2022

 Erneut werden in Lech die enorme Vielfalt und große Spannbreite des musikalischen Repertoires mit hervorragenden, enthusiastisch aufspielenden MusikerInnen dargeboten.

Als Einleitung ist der „Rákóczy-Marsch“ von Hector Berlioz zu hören, die inoffizielle Hymne Ungarns. Fröhlich beschwingt führt das eigens für das Festival gegründete Ensemble unter dem außergewöhnlich kompetent agierenden Tetsuro Ban mit Leichtfüßigkeit und temperamentvollem Spiel in den musikalischen Abend.

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Die jugendlich-frische Belle Ting konzentriert bei Max Bruch. Foto: Dietmar Biasio-Hurnaus/Lech Zürs Tourismus

Danach erlebt das Publikum die junge Geigerin Belle Ting, die als hochbegabte Studentin der Musikuniversität Wien bereits zahlreiche Wettbewerbe gewinnen konnte. Im entzückenden weißen Kleid wirkt sie so bezaubernd-lieblich, wie auch die Klangfarben ihres Spieles von Max Bruchs Konzert für Violine und Orchester in G-Moll erklingen. Ihre Interpretation gelingt hell und fein, getragen von Streichernoblesse aus dem Orchester. Im Allegro moderato-Adagio wechseln intensive Orchesterausbrüche mit Paukenwirbel temperamentvoll mit leiser, gefühlvoller, fast zärtlich klingender Violine. Unter dem zusammenführenden Dirigat von Tetsuro Ban, der wieder mit umsichtiger Leitung und eleganter Beweglichkeit punktet, kann die erbauend-schöne Musik zum Fließen gebracht werden. Im Finale.Allegro energico ist neben bemerkbarer Spielfreude auch schnelles, flinkes Spiel der talentierten Violinistin aus Kanada hervorzuheben.

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Enormer Hörgenuss von Dalibor Karvay. Foto: Dietmar Biasio-Hurnaus/Lech Zürs Tourismus

Nach der Pause sorgt der stets phänomenale Auftritt des Geigenvirtuosen Dalibor Karvay für einen Glanzpunkt des Festivals. Er bietet Brahms Konzert für Violine und Orchester in D-Dur auf allerhöchstem Niveau und mit Präzisionsreichtum auf. Der Slowake nutzt mit großer Freude und umfassendem Elan, aus dem großen Orchester-Tutti – als 1. Konzertmeister der Wiener Symphoniker – auszubrechen und als herausragender Solist Verantwortung zu übernehmen. Man merkt ihm aber jederzeit an, dass er mit Herz und Seele ebenso Orchestermusiker ist, wenn er mit Streicherkollegen – unter dem äußerst kompetenten Fedor Rudin – zur intensiven Interaktion und eindringlichem Spiel eintritt. Mit unglaublich feinfühligen Nuancen verzaubert der meisterliche Violinist im Allegro non troppo zu Passagen mit Sinfonien-Reichtum und es gelingt eine erhabene Interpretation. Im Adagio leiten die Bläser gekonnt – wie bei einem sanften, morgendlichen Erwachen – ein und Karvay korrespondiert erneut – von Souveränität getragen – im blinden Verständnis mit Tetsuro Ban und den Musikerkollegen, die auch das Satzende traumhaft ausklingen lassen. Im Allegro giocoso, ma non troppo vivace gefällt der Solist als energiegeladener Violinist, der feierlich agiert, während das Orchester bombastisch spielt und mit imposantem Donner das Ende des Stücks markiert.

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Geigenvirtuosität von Dalibor Karvay auf allerhöchstem Level unter der Kompetenz von Tatsuro Ban. Foto: Dietmar Biasio-Hurnaus/Lech Zürs Tourismus

Der minutenlange Applaus des hingerissenen Publikums verlangt nach einer Zugabe, die gerne gebracht wird: Bachs 2. Partita in D-Moll. Die gespielte Sarabande überzeugt wieder restlos und der Konzertabend mit diesem großen Künstler geht viel zu schnell vorbei.

Susanne Lukas

 

 

 

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