Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

KLEINER WIENER MUSEUMSFÜHRER

10.04.2016 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

BuchCover  Museumsführer

Thomas Trescher /Luiza Puiu
KLEINER WIENER MUSEUMSFÜHRER
256 Seiten, Verlag Pustet, 2016 

Wiener Museen – natürlich! Das Kunsthistorische, die Albertina, das Belvedere und viele viele mehr von Weltruf. Nichts davon wird man in dem „Kleinen Wiener Museumsführer“ finden, der schon von seinem Format her (klein, rechteckig, breit) originell ist. Und erst vom Angebot her!

Selbst der an seiner Stadt glühend interessierte Wiener, der immerhin stolz zu sagen wüsste, dass er von einem „Schnapsmuseum“ zumindest schon gehört hat, wird vielleicht nicht wissen, dass es ein „Endoskopie-Museum“ gibt. Oder ein Ziegel-Museum! Kurz, man kann hier auf Entdeckungsreisen gehen, wenn auch das eine oder andere schon im Bewusstsein ist, wenn man nachdenkt – schließlich betreut die Nationalbibliothek das Globenmuseum mit, das Uhren-Museum steht unter der Obhut des Wien Museums.

Grundsätzlich handelt es sich bei diesen „Geschichten“, und das sind sie, um Feuilletons von Autor Thomas Trescher, geschmückt mit Fotos von Luiza Puiu – all das so liebevoll gemacht wie jene Menschen liebevoll agieren, von denen berichtet wird.

Denn tatsächlich stecken hinter vielen dieser kleinen „Privatmuseen“, von denen man dann auch Adresse und Telefonnummern erfährt (falls es nicht, wie das Boxmuseum, „nur für Mitglieder“ zugänglich ist) einfach die Schicksale der Menschen, die sie führen. Es sind die Geschichten von oft skurrilen Spezialinteressen und die Geschichte der Sammler und Betreiber, die so viel Ambition, Wissen und Zeit in ihre „Hobbies“ stecken.

So gleich zu Beginn beim Automaten- und Enkelkindermuseum – das hat jener Ferry Ebert begründet, der einst die Stadt Wien mit an die 150.000 Automaten bestückt hat, an denen man sich schnell ein Pez oder einen Kaugummi oder, bei Bedarf, auch rasch ein Kondom besorgen konnte… (Manche dieser „Blechkästen“ hängen übrigens noch heute als kaputte „Leichen“ bei den Straßenbahnstationen.)

Und bei der Fülle von Angeboten – von Drogisten über Motorräder zu Rauchfangkehrern und Zauberkästen (Schneekugeln nicht zu vergessen!) -, kann man sich vorstellen, dass auch jeder Leser etwas findet, das ihn besonders reizt. Und dass manches der hier angeführten Museen künftig ein paar Besucher mehr zu begrüßen hat, die sich mit dem Buch in der Hand auf die Suche nach unbekannten Welten begeben.

Renate Wagner

 

Diese Seite drucken