Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

Karl Merkatz: EIN SCHAMERL BRAUCHT VIER HAXEN

09.09.2015 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

BuchCover Merkatz jpg

Karl Merkatz:
EIN SCHAMERL BRAUCHT VIER HAXEN
Erinnerungen
Aufgezeichnet von Christoph Frühwirth
256 Seiten, durchgehend bebildert, Amalthea Verlag 2015

Der Titel ist so urwienisch, dass der Nicht-Wiener zweimal hinschauen muss: „Schamerl“? „Haxen“? Aber es geht ja um Karl Merkatz, den echten Wiener, der ein Wiener Neustädter ist (wann hätten solche Kleinigkeiten je etwas ausgemacht)? Am 17. November wird er übrigens 85, da gibt es etwas zu feiern. Seine ungebrochene Aktivität hat er durch seinen jüngsten Film, „Der Blunzenkönig“, erwiesen. Dessen Autor (zuerst ein Monolog, dann ein Drehbuch) Christoph Frühwirth hat nun lange Stunden des Zusammenseins bei den Dreharbeiten dazu benützt, Karl Merkatz nach seinen Erinnerungen zu befragen und diese aufzuzeichnen.

Die Tischlerei-Metapher, dass ein Schemel (Schamerl) vier Beine (Haxen) braucht, begründet sich nicht nur daraus, dass Karl Merkatz ein gelernter Tischler ist. Es lässt sich auch sehr gut als Konzept für das Buch anwenden. Da stützt sich ein Leben bei Merkatz auf vier kräftige Kapitel: die Biographie, die Familie, das Handwerk und schließlich den Glauben. Zu allem gibt es etwas zu erzählen, manchmal kunterdibunter durcheinander, aber eine konzeptionelle Schauspieler-Biographie ist ja nicht beabsichtigt. Die Fans wollen ja, dass Merkatz ihnen erzählt, und das tut er.

Auch andere berichten über ihn, etwa seine Partnerinnen, darunter Inge Maux, die wunderbare Kollegin im „Blunzenkönig“. Und weil Kochbücher ja derzeit so sehr en vogue sind, gibt es sogar noch einen Abschnitt mit Rezepten von kräftiger Hausmanns-Art, Blunzen-Guglhupf (!) inbegriffen, nichts so exotisch, dass man es nicht schlicht und einfach nachkochen kann.

Dazu: Jede Menge Fotos aus vielen Familienalben, jede Menge Schmankerln, Privates, ob seine Australien-Erfahrungen, ob seine Begegnungen mit Kollegen, und wenn es am Ende doch ein Verzeichnis seiner Theater- und Fernsehrollen gibt, findet man auch noch den einen oder anderen Kommentar dazu.

Ein rundes Buch zum Merkatz und zum „Bluzenkönig“, das sich auch zu Weihnachten, anlässlich seines Geburtstags, gut verschenken lassen wird.

Renate Wagner

 

Diese Seite drucken