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Joseph Haydn: Messe Nr.14 „Harmoniemesse“ / Symphonie Nr. 101 “Die Uhr“

13.12.2016 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

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Joseph Haydn:
Messe Nr.14 „Harmoniemesse“ / Symphonie Nr. 101 “Die Uhr“

CD Rondeau Produktion

Atmosphärisch dichte Live-Aufnahme aus der Klosterkirche Thalbürgel

In Wien gibt es einige hervorragende Chöre und Ensembles, die sonntäglich für eine herrliche musikalische Untermalung des Gottesdienstes sorgen. Ob in St. Augustin, im Stephansdom oder der Hofmusikkappelle, auch Touristen wissen um den hohen Stellenwert, den die Messen klassischer Komponisten wie Haydn oder Mozart, Schubert, aber auch Caldara, Nicolai oder Britten in der Wiener Aufführungstradition genießen.

So auch in Dresden, wo der erstklassige Kammerchor der Frauenkirche Dresden und das Reussische Kammerorchester auf der neuen Live-Aufnahme aus der Klosterkirche Thalbürgel vom April 2016 ebenso eine stimmungsvolle und spirituell erhabene Wiedergabe des letzten für den Namenstag der Fürstin Esterházy geschriebenen Hochamts von Joseph Haydn garantieren. Die Harmoniemesse des 71-jährigen Meisters ist ja ein überaus spannendes Stück, weil es die endgültige Abwendung barocker Formarchitektur hin zu einem stärkeren Ineinandergreifen von Chor, Solostimmen und Orchester markiert.

Frauenkirchenkantor Matthias Grünert verfügt über eine intensiv aufsingende Solistenschar: Ina Siedlaczek (Sopran), Bettina Ranch (Alt), Tobias Hunger (Tenor), Tobias Berndt (Bass), die sowohl in den Soli als auch besonders in den Ensembles dem Leitmotiv der Messe („Harmonie“) gemäß glänzen. Natürlich klingt diese Art von Musizieren „hausgemachter“ als die großen symphonischen Aufführungen der Harmoniemesse in Riesenkonzertsälen mit Spitzenorchestern, auch der Chor stößt in der dynamischen Ausdrucksbreite nach oben hin an natürliche Grenzen. Und dennoch wird man als Hörer mit der CD ganz und gar glücklich. Die Phrasierung, das Atmen mit der Musik und das Setzen von Akzenten folgen einem organisch musikantischen Ansatz, was auch für die Interpretation der Symphonie Nr. 101, die dieses schöne Album sinnvoll ergänzt, gilt. Die Tonqualität ist zufriedenstellend.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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