INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 19. FEBRUAR 2026
DAS OPERNBALL-SUJET VON ARNULF RAINER – BENEFIZ-AUKTION AUF DOROTHEUM.COM ENDET HEUTE
Über diese Aufschläge hinaus hat sich Arnulf Rainer, noch zu Lebzeiten, dazu bereit erklärt, sein Werk »Schwarzer Samt, rote Seide« (2001, Acryl auf Holz, 85 x 65 cm) zur Verfügung zu stellen, das einerseits als Sujet für Plakate und Drucksorten diente, vor allem aber wieder für eine Benefiz-Auktion zur Verfügung gestellt wird, deren Reinerlös zur Gänze an »Österreich hilft Österreich« geht.

Das Werk kann jederzeit im Dorotheum besichtigt werden. Die Online-Auktion startete am 16. Jänner und läuft noch bis 19. Februar 2026, 16 Uhr. Das heißt, heute ist es so weit und das Werk wechselt seinen Besitzer. Gebote können noch unter → dorotheum.com/opernball abgegeben werden; aktuell liegt das letzte Gebot bei 50.000 Euro.
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Die Deutsche Oper am Rhein trauert um Kammersänger und Ehrenmitglied Wolfgang Schmidt

Wolfgang Schmidt erhält die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Oper am Rhein, überreicht von Christoph Meyer und Axel Kober am 5. Februar 2023 nach einer Vorstellung von Richard Wagners „Siegfried“ auf der Bühne des Düsseldorfer Opernhauses (FOTO: Anne Orthen)
Mit großer Trauer hat die Deutsche Oper die Nachricht aufgenommen, dass der Tenor Wolfgang Schmidt nach langer Krankheit verstorben ist.
Wolfgang Schmidt war von 1988 bis 2021 Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein. Hier, an seinem Stammhaus, begann seine Weltkarriere, die ihn als einen der international führenden Heldentenöre an alle großen Opernhäuser führte, darunter die Mailänder Scala, die Staatsoper Wien, die MET in New York, die Royal Opera Covent Garden, die Opernhäuser in Paris, München, Tokio und San Francisco. Allein in Bayreuth gastierte er zwischen 1994 und 2004 achtzehnmal als Siegfried.
Trotz dieses großen internationalen Erfolges ist Wolfgang Schmidt der Deutschen Oper am Rhein als Ensemblemitglied treu geblieben und hat dem Publikum in Düsseldorf und Duisburg viele unvergessliche Abende beschert – in Rollen wie Otello, als Florestan in „Fidelio“, Kalaf in „Turandot“, Max im „Freischütz“ und in allen großen Wagner-Rollen. Er war Siegmund und Siegfried im „Ring“, er war Lohengrin, Tannhäuser, Parsifal, Tristan, Erik und Stolzing. Zu seinem späteren Repertoire gehörten Partien wie Herodes in „Salome“ und Aegisth in „Elektra“; er war eine großartige Hexe in „Hänsel und Gretel“ und fügte seiner langen Wagner-Liste zwei weitere wunderbare Rollen hinzu: Mime in „Siegfried“ und Loge in „Das Rheingold“. 1996 wurde ihm der Titel des Kammersängers verliehen. Am 5. Februar 2023 wurde er zum Ehrenmitglied der Deutschen Oper am Rhein ernannt – eine Auszeichnung, die nicht nur die außerordentliche Lebensleistung des Tenors würdigte, sondern Wolfgang Schmidt auch nach seiner aktiven Zeit als Sänger die besondere Wertschätzung des Hauses und des Ensembles zuteilwerden ließ.
„Wir verlieren einen großen Künstler, ein bedeutendes Ensemblemitglied und einen wunderbaren Kollegen, an den wir uns immer mit großer Dankbarkeit erinnern werden“, so Marwin Wendt, Künstlerischer Leiter der Deutschen Oper am Rhein. Dem Andenken des großen Wagner-Sängers Wolfgang Schmidt wird das Haus die Wiederaufnahmen von „Die Walküre“ am kommenden Sonntag, dem 22. Februar in Duisburg und „Parsifal“ am Samstag, dem 28. Februar in Düsseldorf widmen.
Tod eines Bühnentiers: Wolfgang Schmidt
Wolfgang Schmidt: Stählerne Stimme, musikalischer Präzision und unbändige Bühnenpräsenz. Sein Humor bleibt unvergessen. Ein Nachruf von Sven Friedrich. Nein, ein Belcantist war er nicht. Aber ein Sänger von außergewöhnlicher musikalischer Präzision, mit obertonreicher Stimme und einem lupenreinen hohen C, hoher Textverständlichkeit dank eines vorderen Stimmsitzes und mit marathonmäßigem Durchhaltevermögen. Kurz: ein Wagner-Heldentenor par excellence. Kein Schallplattensänger, sondern ein Bühnentier, dem es unbändige Freude machte, die Zügel schießen zu lassen, auch wenn das beträchtliche Metall in seinem Stimmklang dabei gelegentlich zu Stahl wurde, unverwechselbar mit dem Rachen-R, da er es mit der Zunge nicht rollen konnte.
backstage.classical.de
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Bayerische Staatsoper: Umbesetzungsmeldung RIGOLETTO
Hiermit informieren wir Sie über folgende Umbesetzungen:
In den Vorstellungen von Rigoletto am 7., 11., 14., 17., 19. und 24. März 2026 übernimmt Ariunbaatar Ganbaatar und am 22. März 2026 Dalibor Jenis die Titelpartie anstelle von Igor Golovatenko, der diese aus persönlichen Gründen nicht wahrnehmen kann.

Foto: Bayerische Staatsoper
Ariunbaatar Ganbaatar
Ariunbaatar Ganbaatar, geboren nahe Ulaanbaatar (Mongolei), studierte Gesang an der dortigen Staatlichen Universität der Künste und der Kultur. Von 2014 bis 2018 war er Solist an der Burjatischen Nationaloper in Ulan-Ude (Russland). Seither gastiert er an bedeutenden Opernhäusern, darunter die Deutsche Oper Berlin, das Teatro Regio in Parma, das Teatro dell’Opera in Rom, die Opéra national de Paris, die Opéra national de Lyon, die Ópera de Las Palmas auf Gran Canaria, das Mariinski-Theater in Sankt Petersburg und das Bolschoi-Theater in Moskau. Er sang außerdem in der Cadogan Hall und in Buckingham-Palast in London sowie in der Carnegie Hall in New York. Zu seinen Partien gehören Giorgio Germont (La traviata), Conte di Luna (Il trovatore), Renato (Un ballo in maschera), Rodgrio (Don Carlo), Amonasro (Aida), Jago (Otello), Escamillo (Carmen), Baron Scarpia (Tosca), Alfio (Cavalleria rusticana) und Fürst Jeletzki (Pique Dame) sowie die Titelpartien von Nabucco, Macbeth, Rigoletto und Simon Boccanegra. Beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb 2015 gewann er den 1. Preis und den Grand Prix. Außerdem trägt er mit dem Orden des Dschingis Khan die höchste Auszeichnung seines Heimatlandes. An der Bayerischen Staatsoper debütiert er nun mit der Titelpartie in der Neuproduktion von Rigoletto.
ZU DEN VORSTELLUNGEN
Der Künstlername ist Ariun Ganbaatar
Dalibor Jenis
Dalibor Jenis studierte Gesang am Konservatorium in Bratislava und an der Accademia d’arte lyrica Osimo. 1991 wurde er Ensemblemitglied des Slowakischen Nationaltheaters und sang dort Partien wie Marcello (La bohème) und Wolfram (Tannhäuser) sowie die Titelpartie von Don Giovanni. Zu seinem Repertoire gehören weiterhin Partien wie Valentin (Faust), Giorgio Germont (La traviata), Jago (Otello), Renato (Un ballo in maschera), Tomskij (Pique Dame), Lord Enrico Ashton (Lucia di Lammermoor), Escamillo (Carmen), Guglielmo (Così fan tutte) sowie die Titelpartien von Il barbiere di Siviglia, Macbeth und Rigoletto. Er gastierte u. a. an der Wiener Staatsoper, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Deutschen Oper Berlin, am Teatro dell’Opera in Rom und an der Opéra national de Paris sowie an den Opernhäusern von Los Angeles, Buenos Aires, Tokio, Budapest, Barcelona, Madrid, Prag, Venedig, Zürich, Hamburg und Dresden. An der Bayerischen Staatsoper debütierte er 2001 als Marcello und war hier seitdem als Enrico (Lucia di Lammermoor) sowie in den Titelpartien von Nabucco und Eugen Onegin zu erleben.
ZUR VORSTELLUNG
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Staatsoper Unter den Linden Berlin: Ein „Maskenball“ der Stars zu den Festtagen

Copyright: Staatsoper Berlin
Mit Un ballo in maschera entfaltet Verdi ein packendes Spiel der Maskierungen und Identitäten: Riccardo, Renato und Amelia verbergen ihre wahren Gefühle und Absichten, während der Maskenball zur Bühne der Täuschung wird.
Auch das Werk selbst entstand unter Verhüllungen: Im Konflikt mit der Zensur verlegte Verdi, den ursprünglich am schwedischen Königshof angesiedelten Stoff nach Boston – ohne seiner dramatischen Kraft etwas zu nehmen. In mitreißenden Chören, ergreifenden Arien und wirkungsvollen Ensembles bleibt sie ungebrochen spürbar.
Als Premiere zu den Festtagen 2026 verspricht diese Neuinszenierung ein besonderes Ereignis: Regisseur Rafael Villalobos richtet den Blick auf die vielen Facetten von Identität, während Enrique Mazzola erstmals am Pult der Staatskapelle Berlin steht. Eine festliche Eröffnung voller Spannung, Emotion und großer Oper.
Auf der Bühne ist ein exzellentes Sängerensemble zu erleben mit u. a. Anna Netrebko, Ludovic Tézier, Charles Castronovo, Anna Kissjudit und dem Staatsopernchor. Die Premiere feiern wir am 29. März 2026. Weitere Vorstellungen finden am 1., 4., 6. April 2026 statt.
https://www.staatsoper-berlin.de/de/veranstaltungen/un-ballo-in-maschera.21964/#event-123768
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BERN/Chefdirigent Krzysztof Urbański und das Berner Symphonieorchester setzen erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Verlängerung der Zusammenarbeit bis 2032:
Das Berner Symphonieorchester setzt die Zusammenarbeit mit Chefdirigent Krzysztof Urbański um weitere fünf Spielzeiten bis 2032 fort. Damit setzen der Stiftungsrat von Bühnen Bern und der Chefdirigent ein klares Zeichen für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Berner Symphonieorchesters.

Krzysztof Urbański. Foto: Christian Kaufmann
Das Berner Symphonieorchester unter dem Dach von Bühnen Bern kann heute mit Freude eine Verlängerung der Zusammenarbeit seines Chefdirigenten Krzysztof Urbański um weitere fünf Jahre verkünden. Eine entsprechende Vereinbarung konnte beidseitig beschlossen werden. Krzysztof Urbański ist seit der Saison 2025/26 Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters. Zudem ist er Musikdirektor und Künstlerischer Leiter der Warschauer Philharmoniker und seit 2022 Erster Gastdirigent des Orchestra della Svizzera Italiana.
Werner Luginbühl, Stiftungsratspräsident von Bühnen Bern: «Krzysztof Urbański beherrscht als Dirigent alle musikalischen Epochen. Unverkennbar ist sein leidenschaftliches Bekenntnis zur Orchesterqualität: Er wünscht, das grosse Potenzial des Berner Symphonieorchesters voll auszuschöpfen.»
Auch Intendant und Konzertdirektor Florian Scholz betont die zukunftsorientierte Richtung dieser Entscheidung: «Der Weg, den das Orchester mit seinem Chef eingeschlagen hat, führte bereits während der ersten zwei Spielzeiten zu wunderbaren Ergebnissen. Gemeinsam begeben sie sich auf musikalische Höhenflüge, was uns auch die positiven Reaktionen des Berner Publikums beweisen. Nun ist eine langjährige Kontinuität unserer bereits fruchtbaren Zusammenarbeit gewährleistet».
Unter der Leitung von Krzysztof Urbański erweitert das Berner Symphonieorchester auch seine künstlerische und thematische Bandbreite kontinuierlich. Bekannte Werke des spätromantischen Repertoires stehen kombinierten Wieder- und Neuentdeckungen sowie spannenden Werken der klassischen Moderne und der Gegenwart gegenüber. Darüber hinaus wird das Orchester in den kommenden Spielzeiten gemeinsam mit Krzysztof Urbański seine Tourneetätigkeit auf internationaler Ebene weiter ausbauen.
Chefdirigent Krzysztof Urbański dankte für das Vertrauen: «Ich freue mich, meine Zusammenarbeit als Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters verlängern zu können. Die Zusammenarbeit mit dem Orchester und dem gesamten Team von Bühnen Bern war in den vergangenen Spielzeiten ein grosses Privileg und eine ständige Quelle künstlerischer Inspiration. Ich schätze die starke und vertrauensvolle Beziehung, die sich zu unserem Publikum entwickelt hat, sehr. Diese Verlängerung bestätigt mein Engagement für die künstlerische Vision, die wir gemeinsam gestaltet haben und so auch über die nächsten Jahre weiter entwickeln können und dem Publikum ein noch vielfältigeres und breiteres Repertoire vorstellen zu dürfen.»
Unter der künstlerischen Leitung von Krzysztof Urbański wurden die Positionen «Artist in Residence» und «Composer in Residence» neu ins Leben gerufen.
Neben der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit internationalen Topsolist*innen wie Jean-Yves Thibaudet, Sol Gabetta oder Nemanja Radulović wird Krzysztof Urbański in Bern auch die monografischen Zyklen fortsetzen. Nach dem Beethoven-Marathon, bei dem der kanadische Ausnahmekünstler Jan Lisiecki alle fünf Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven an zwei aufeinanderfolgenden Abenden spielte, folgt in dieser Saison Pianistin Anna Vinnitskaya mit den kompletten Klavierkonzerten von Rachmaninow.
Das nächste Mal ist Krzysztof Urbański beim 7. Symphoniekonzert Klang-Alchemie des Berner Symphonieorchesters zu erleben. Dafür kehrt ebenfalls die vielfach preisgekrönte spanische Geigerin María Dueñas nach Bern zurück. Unter der Leitung von Chefdirigent Urbański interpretiert sie Karol Szymanowskis erstes Violinkonzert. Ebenfalls auf dem Programm stehen eine Interpretation des kompositorischen Werks von Mieczysław Weinberg, die Symphonie Nr. 3 sowie Guillaume Connessons Maslenitsa. Die beiden Konzerte mit dem Berner Symphonieorchester finden am 19. und 20. Februar jeweils um 19:30 Uhr im Casino Bern statt.
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Die klangvolle Reise von Harish Shankar – Ein Nomade am Dirigentenpult
Dirigenten, INTERVIEWS
Wer Harish Shankar in seiner Wohnung in der Flensburger Altstadt besucht, begegnet keinem distanzierten Generalmusikdirektor, sondern einem Gastgeber, der die Welt in seinem Teeglas mit an den Tisch bringt. Schon seine Frage, wie es mir gehe, klingt nicht wie eine Höflichkeitsfloskel. Sein aufmerksames Zuhören lässt die förmliche Distanz, die sein altehrwürdiger Titel vermuten ließe, sofort schmelzen – ich fühlte mich ermutigt, persönliche Gedanken zu teilen, und seine Aufmerksamkeit löste in mir eine spürbare Entspannung aus. Wir sind schnell beim „Du“.

Harish Shankar dirigiert das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester (Foto: Henrik Matzen)
Der Dampf, der vom Tee aufsteigt, erfüllt den Raum wie eine leise Einladung: hier darf man innehalten, zuhören, wahrnehmen. Harish ist ein Sammler von Orten und Klängen. Geboren in Malaysia, aufgewachsen zwischen den Palmen seiner Heimat und den weiten Landschaften Neuseelands, führt seine Lebensreise wie eine verschlungene Partitur durch die Kontinente. Ob ein prägendes Studienjahr in Deutschland, eine erste feste Stelle in den Höhen von Peru oder ein Masterstudium im geschichtsträchtigen Weimar – Shankar hat überall Eindrücke aufgesogen. Über Stationen als „Junior Fellow of Conducting“ in Großbritannien, als Hausdirigent des Malaysian Philharmonie Orchestra und Positionen als Chordirektor oder Erster Kapellmeister an verschiedenen deutschen Opernhäusern hat ihn sein Weg nun in den hohen Norden geführt. Seit August 2024 hält er am Schleswig-Holsteinischen Landestheater den Taktstock in der Hand. Ein Nomade, der angekommen ist, ohne seine Wanderlust zu verlieren…
Dirigenten, INTERVIEWS
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