Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

HOHENEMS/ Markus Sittikus-Saal: SCHUBERTIADE 2022

HOHENEMS/Markus-Sittikus-Saal: SCHUBERTIADE 2022

vom 28.4.- 4.5. 2022

Das Vorarlberger Städtchen Hohenems, biographisch mit Franz Schubert in keinster Weise verbunden, ist dank des unermüdlichen, nahezu schon fanatisch zu nennenden Einsatzes seines künstlerischen Leiters Gerd Nachbauer in den letzten Jahrzehnten zum Zentrum des wohl bedeutendsten Schubert-Festivals der Welt geworden.

Mittlerweile findet es, übers ganze Jahr verteilt, zu vier „geblockten“, verlängerten Wochenenden-Terminen statt. Die erste heurige Tranche ging soeben in Hohenems zu Ende.

Zwei Zyklen bestimmen das diesjährige Programm: die Aufführung sämtlicher von Schubert selbst in Druck gegebenen Lieder (ca.ein Drittel des Gesamtwerkes) – in der von ihm bestimmten (nicht chronologischen) Reihenfolge. Und die Präsentation sämtlicher seiner Streichquartette.

Den Auftakt machte das wunderbare Apollon Musagète Quartett mit den Werken Deutsch-Verzeichnis 68 und 74 (und dem unvergleichlichen Oktett). Es folgte das nicht minder brillante Quatuor Modigliani mit D18 und D46 (sowie dem atemberaubenden Streichquintett in C-Dur).

ho1
Christoph Pregardien (mit Klavierbegleiter Julius Drake. Foto: Schubertiade

Den Liederzyklus begann der bewährte Christoph Prégardien mit seiner nach wie vor kultivierten und einschmeichelnden Stimme (Schwanengesang, Schumann-Liederkreis nach Heine).

Fortgesetzt wurde er durch die Irin Tara Erraught (u.a. mit Liedern nach Gedichten von Goethe).

ho2
Tara Erraught mit Klavierbegleiter James Baillieu. Foto: Schubertiade

Sie hat einen sehr gut geführten und auch sehr warmen Mezzosopran, ihre Wortdeutlichkeit ließ aber sehr zu wünschen übrig. Vielleicht würde da ein Sprachcoach das nächste Mal helfen.

breki
Kit Armstrong. Copyright: Schubertiade Hohenems

Von den Klavierabenden wäre der des ehemaligen US-Taiwanesischen (aber noch immer minderjährig aussehenden) Wunderkinds Kit Armstrong (Vier Impromptus, verbunden mit Kompositionen von William Byrd) hervorzuheben) sowie der des Schweizer Virtuosen Francesco Piementosi (Sonate A-Dur, Sechs Moments Musicaux).

Eine besondere, zusätzliche (nicht-musikalische) Sternstunde bildete der Vortrag des greisen Schubert-Papstes Alfred Brendel zum Thema: „ Naivität und Ironie: Goethes musikalische Bedürfnisse“. Wie immer immens belesen und immens erkenntnisreich. Danke, Maestro !

bred
Alfred Brendel. Copyright: Schubertiade Hohenems

Die nächste „Saison“ der Schubertiade findet vom 18. bis 26. Juni im idyllischen Bregenzerwälder Dörfchen Schwarzenberg statt. Wir sind in gespannter Erwartung !

Robert Quitta, Hohenems

 

Diese Seite drucken