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HEIDELBERG: DIE LUSTIGE WITWE. Premiere

07.04.2019 | Allgemein, Operette/Musical

Bildergebnis für heidelberg die lustige witwe
Namwon Huh, Yasmin Özkan, Juanita Lascarro, (c) theater heidelberg/Sebastian Bühler

Heidelberg: DIE LUSTIGE WITWE  6.4.2019   Premiere

Intendant Holger Schultze führt Regie  bei der Lustigen Witwe von Franz Lehar in einer rasanten Jugendstil-Inszenierung. Leider ist sie auch aus dem Graben heraus oft sehr laut, und man meint, der Dirigent Dietger Holm könne seine Philharmoniker kaum im Zaum halten. Die vielen schönen Gesänge und Couplets dieses ersten Wurfs des „Silbernen Operettenzeitalters“ (Uraufführung 1905 in Wien) werden aber vielfach mit wienerischem Flair gespielt und besonders das Vilja-Lied wird zu Tränen rührend ausgekostet.

Auf der Drehbühne sind in feurig roten Farbtönen bemalte mehrere kleine Torbögen plaziert, die es von den Beteiligten immer wieder zu durchschreiten gilt (Bb.. Marcel Keller). Der kleine Pavillon ist dagegen ein richtiges doppeltüriges Tor, auch mit Tierornamenten im Jugendstil  versehen, auf dessen Rückseite Valencienne von ihrem Mann ungesehen herausschlüpfen kann. Die weiteren Szenen in der pontevedrinischen Botschaft erledigen sich in der markanten Personenregie Schultzes wie von selbst. An den Seiten sieht man auch Plakate, die z.B für die Einführung des damals aktuellen Frauenwahlrechts werben. Meist in schwarzen Spitzenkleidern erscheint Hanna Glawari, während Valencienne in einem hochgeschlitzen Kleid auftritt, das später auch mit Jugendstilornamenten bedruckt ist. Vielfalt an Jahrhundertwende-Mode gibt es auch bei den Chordamen und Tänzerinnen zu sehen, während sich die Herren in Frack und Bratenrock teilen (Erika Landertinger).

Die Grisetten sind Saskia Heming, Fanny Hoffmann, Marleen Jakob, Doreen Elisabeth Naß, Grace Simmons, Sabrina Stein & Anna Friederike Wolf. Sie tanzen und singen in den animiert schwungvollen Choreografien von Kati Farkas.

Den Mirko Zeta gibt Wilfried Staber mit großer Nonchalance und pointiert mit seinem weichen breiten Baß. die Valencienne ist ganz allerliebst Yasmin Özkan mit schöner Zwitscherstimme. Sie weiß aber, was sie will, nämlich bei ihrem Mirko bleiben. Den Danilo singt Ipca Ramanovic mit seinem prächtig eingestellten handfesten Bariton. Er könnte aber noch mehr auf Textverständlichkeit achten (keine Übertitel). Für Hanna Glawari hat man aus Frankfurt die südamerikanische Sopranistin Juanita Lascarro ‚importiert‘, sie gibt die Witwe mit großer Natürlichkeit, dabei sehr spielbeflissen. Ihre schön rund timbrierte Stimme neigt schon manchmal zu größerem Vibrato. Aber man hört noch die ehemalige Frankfurter Lulu heraus. 

Den Rosillon gibt Namwon Huh mit anfänglichen Höhenschwierigkeiten seines enggeführten Tenors, er stellt den in Valencienne Verliebten aber sehr distinguiert dar. In den Nebenrollen agieren tenoral Christian A. Müller, Adrien Mechler als Cascada und AP Zahner als köstlicher Kromow. Bei den Damen treten Manuela Sonntag als Olga und Jana Krauße als Sylviane auf. Den  Njegus gibt auch äußerst köstlich Steffen Scheumann.                             

 Friedeon Rosén

 

 

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