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HAMBURG/ Staatsoper/“opera piccola“: DER RÄUBER HOTZENPLOTZ

12.02.2012 | KRITIKEN, Oper

HAMBURG/Opera piccola: „Räuber Hotzenplotz“ von Andreas N. Tarkmann: Märchenhafte Jugendoper

Von Horst Schinzel

 Einen Kinder- und Jugendchor hat wohl jedes Opernhaus. Die Hamburgische Staatsoper aber geht noch weiter: Im Rahmen des Projekts „Opera Piccola“ erarbeitet sie mit Schülern der örtlichen Schulen seit zehn Jahren Jugendopern. Die wurden bis zum Vorjahr „auf Kampnagel“ aufgeführt – in diesem Februar unter den doch recht beengten Verhältnissen in der „Opera Stabile“

Gespielt wird in diesem Jahr die 2009 als Auftragswerk in Aachen uraufgeführte Jugendoper „Räuber Hotzenplotz“ des vielseitigen Musikers Andreas N. Tarkmann (56). Tarkmann lässt sich auf keinen musikalischen Stil festlegen. Seine Musiksprache ist gemäßigt modern mit starken Anklängen an Pop und andere Musikströmungen unserer Zeit. Das Libretto hat nach dem erfolgreichsten Jugendbuch in unserer Sprache von Otfried Preußler der unter anderem als Drehbuchautor ausgewiesene Jörg Schade verfasst. Für die Hamburger Aufführungen wurde das Musikwerk um gesprochene Dialoge und Chöre erweitert. Inszeniert wurde sie von der vielseitigen und international renommierten Nicola Panzer.

Den Verantwortlichen der Reihe „Opera Piccola“ geht es darum, junge Menschen an die Oper heranzuführen. Bis auf die Rolle des Zauberers Petrosilius Zwackelmann – Chris Lysik, ein Mitglied des Internationalen Opernstudios – sind  alle Darsteller Kinder und Jugendliche. Die alternierenden Darsteller des Räubers Hotzenplotz Aramiris Scherer und Jakob Eitner – sind mit 20 und 17 Jahren die ältesten Mitwirkenden  insgesamt wuseln um die zwei Dutzend Mitwirkenden in zwei Gruppen unter der musikalischen Leitung von Benjamin Gordon durch das bunte Bühnenbild von Ingrid Irene von Wildenrath und in den Kostümen von Kirsten Fischer. Hinzu kommt die recht ungewöhnlich besetzte Combo, von der der Komponist sagt, sie habe Ähnlichkeit mit einer bayerischen Blaskapelle.  Und alle machen ihre Sache großartig – sowohl gesanglich wie darstellerisch.

Irgendwie hat die Aufführung große Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsmärchen. Das gilt auch für das Publikum, in dem viele Kinder ohne Zweifel noch viel zu jung sind, um ein solch doch anspruchsvolles Spiel genießen zu können. Da sollten doch viele Mütter sehr zurückstecken.

Die Aufführungen laufen noch bis zum 26. Februar und  sind sämtlich ausverkauft.

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