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FEUERWERK DER POINTEN

03.10.2020 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

Michael Horowitz / Heinz Marecek
FEUERWERK DER POINTEN
Sprüche, Zitate, Lebensweisheiten
176 Seiten, Verlag Ueberreuter, 2020

Zu Beginn gibt es von Michael Horowitz den Nachruf auf den gemeinsamen Freund Werner Schneyder, den er solcherart charakterisiert: „Denken hat ihm Spaß gemacht“. Sie waren ein Trio, Schneyder, der Schauspieler Heinz Marecek und der Journalist, Fotograf, Buchautor Michael Horowitz, sie trafen sich zu Denk-Sessions, sie waren einander unersetzlich. Bis zu jenem März-Tag 2019, als Schneyder plötzlich verstarb.

Im Angedenken an ihn beschlossen Horowitz und Marecek aus der Distanz (Marecek lebt auf Ibiza), die heutzutage so leicht zu überwinden ist, einander jeden morgen digital zu treffen und statt der Skype-Schachpartien (oder zusätzlich) dem anderen täglich ein Zitat, eine Pointe oder einen Aphorismus anzubieten. 365 Tage lang, ohne Pause, „ein Kaleidoskop geistreicher Ideen vom Karussell des Lebens“.

Das liegt nun in Buchform vor, gegliedert in die großen Themen, zu denen Marecek jeweils eine kurze persönliche Einleitung schreibt.
Ein (vom Rezensenten nach eigener Lust) ausgewähltes Beispiel für jedes Thema:

Freundschaft: „Es gibt wenige aufrichtige Freunde – die Nachfrage ist gering“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Liebe und Beziehungen: „Die Frau ist das Kamel, das uns hilft, die Wüste des Lebens zu durchqueren“ (und das stammt nicht etwa von einem Moslem, sondern von David Ben-Gurion)

Erfolg und Geld: „Die Schönheit des Mannes ist sein Erfolg“ (Erich Kästner)

Macht und Politik: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht“ (Abraham Lincoln)

Glück: „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten“ (Aldous Huxley)

Genuß: „Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen“ (Oscar Wilde)

Alter und Weisheit: „Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme“ (Charlie Chaplin)

Was fällt sonst noch auf? Wie oft Oscar Wilde vorkommt (Kunststück, die Aphorismen purzeln nur so aus seinen Stücken), wie vergleichsweise wenig Nestroy (und da sollte Marecek doch Fachmann sein). Aber mit Sicherheit sollte jeder Leser etwas finden, das er seinerseits gerne zitieren wird.

Das ist eigentlich schon ein Buch in Hinblick auf Weihnachten, ein Geschenk, bei dem nichts schiefgehen kann. Wer lacht nicht gern? Wer denkt nicht gerne nach…?

Renate Wagner

 

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