3.4.2026- Tiroler Festspiele Erl Ostern 2026- Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach (1685-1750) Passio secundum Johannem BWV 245 – Festspielhaus Erl.
„O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße!“
Am Karfreitag war das große geistliche Werk, die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, die einzige vollständig erhaltene authentische Passion des legendären Komponisten, zutiefst ergreifend im Festspielhaus Erl zu erleben.
Das geniale Meisterwerk, das für seine dramatische Intensität und tiefgründige theologische Reflexion bekannt ist, zählt zu den eindringlichsten Vertonungen der Passionsgeschichte und wurde am Karfreitag, dem 7.April 1724, in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführt.
Passio secundum Johannem BWV 245
Parte prima
I Verrat und Gefangennahme
II Verleugnung
Parte seconda
III Verhör und Geißelung
IV Kreuzigung und Tod
V Grablegung

Tobias Wögerer. Copyright: Scheffold-Media
Das exzellente Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter der souveränen, stringent konzentrierten, musikalischen Leitung von Tobias Wögerer gewährleistete ein intensives Eintauchen in die ergreifende Passionsgeschichte Jesu Christi.
Feine Differenzierungen, wohldosierte Gefühlsausbrüche sowie ausgearbeitete, gut durchdachte Homogenität bestimmten die Verwirklichung eines hochemotionalisierenden Klangerlebnisses.
Continuo:
Violoncello, Viola da Gamba: Antonio Mostacci
Laute: Hans Brüderl
Fagott: Fabio Valente
Orgel: Jobst Schneiderat
Eine zentrale Rolle wird in dieser Passion dem Chor zugedacht. Beeindruckende, aufwühlende und zutiefst emotionale Chorpassagen tragen dieses eindringliche Werk. Der ausgezeichnete Chor der Tiroler Festspiele Erl (Einstudierung: Olga Yanum) fesselte mit souveräner Homogenität, mitreißendem Gesamtklang und intensiver Ausdruckskraft.
Die exzeptionellen Gesangssolisten komplettierten den faszinierenden Eindruck dieser Johannes-Passion in Erl.
Als Evangelist sprang kurzfristig Christopher Willoughby für den erkrankten João Terleira ein. Mit gut geführtem, lyrischem Tenor, klarer Diktion und souveräner Werkidentifikation gewährleistete er eine überzeugende, interpretatorische Leistung.
Jacques Imbrailo berührte mit seinem weichen, wohlklingenden Timbre und Authentizität als Jesus.
Edward Grints pastoser Bass passte ausgezeichnet zu seiner Aufgabe als Pilatus.
Karola Sophia Schmid brillierte mit zartem, fokussiertem, tragfähigem Sopran in ihren souverän dargebotenen Arien ebenso wie Jasmin Etminan mit ihrer qualitätsvollen Altstimme.
Sehr gut ergänzten die Chorsolisten:
Maryia Kozyrava (Ancilla), Vasili Lipski (Servus) und Aliaksandr Kanavalau (Petrus).

Schlussapplaus. Copyright: Scheffold-Media
Eine wahrhaft unter die Haut gehende Johannes-Passion in Erl, die noch lange nachklingen wird!
Marisa Altmann-Althausen

