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Elfriede Ott: AUCH LACHEN KANN MAN LERNEN

17.07.2015 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

BuchCover Ott, Auch Lachen kann man lernen jp

Elfriede Ott: 
AUCH LACHEN KANN MAN LERNEN
Meine jüdischen und anderen Witze
208 Seiten, Amalthea, 2015 

90 ist sie kürzlich geworden, und man muss zugestehen, dass sogar der ORF sich ausführlich dazu eingestellt hat, von den vielen Zeitungsartikeln ganz zu schweigen. Aber einen Publikumsliebling wie Elfriede Ott gibt es nicht alle Tage, vom jungen Mäderl bis zur „alten Dame“, die sie trotz ihres nahezu biblischen Alters noch so gar nicht ist. Wie diese Ikone sich von jungen österreichischen Filmemachern für eine schrille Komödie „entführen“ ließ – das schrie geradezu nach einen neuen Leinwandkarriere.

Doch die Knochen knirschen langsam mit dem Alter, und wenn man auch nicht mehr auf die Bühne oder vor die Kamera geht – was man unverändert tun kann, ist Bücher schreiben. Die Ott hat es immer wieder getan, und nun, zum 90er, kam „Auch Lachen muss man lernen“ heraus. Wenn sie, wie der Untertitel verheißt, „Meine jüdischen anderen Witze“ erzählt, bettet sie diese allerdings auf das wundervollste in eigene Erlebnisse und Begegnungen ein, kurz, es ist ganz und gar auch ein Buch über die Ott.

Sie ist nun den souveränsten Witze-Sammlern, -Kennern und -Erzählern ihrer Zeit Gefährtin gewesen – Gatte Nr. 1, der unvergessliche Ernst Waldbrunn, ein Humorist von Gnaden, der selbst gerne erzählte, wie ihm jemand gesagt habe, jöh, man hätte ihn doch gestern mit seinem Firmling in einem Fiaker gesehen! Das war seine Hochzeit mit der ja doch spürbar, sichtbar jüngeren Ott…

Der nächste Gefährte ihres Lebens, Hans Weigel, war Spezialist für jüdische Witze, auf ihn gehen vermutlich die meisten dieses Genres zurück, die die Ott hier wiedergibt. Aber es gibt auch andere, denn der politische Witz liegt ihr am Herzen, die Theateranekdote natürlich ebenso.

Diese liefert sie gleich aus eigener Anschauung, wenn sie berichtet, wie die „Witze-Könige“ Maxi Böhm und ihr „Lebensmensch“ Fritz Muliar sie karniefelt haben, indem sie ihr schon auf der Bühne noch ausführlich Witze erzählten, kurz bevor der Vorhang aufging und das Stück begann…

Am Ende hat man sich durch das Buch durchgelacht. Wenn man sich auch nur einen Bruchteil der Witze merken könnte, die man hier vorgesetzt bekommt, hätte man in Gesellschaften ausgesorgt und wäre der umschwärmte Unterhalter, wenn man sie nur halbwegs zu erzählen weiß… Vor allem die jüdischen!

Renate Wagner

 

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