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EL AMOR BRUJO: Esencias de la musica de MANUEL DE FALLA

28.06.2017 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

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EL AMOR BRUJO: Esencias de la musica de MANUEL DE FALLA – AliaVox CD

EUSKAL BAROKKENSEMBLE; Enrike Solinis – Mitreissender Liebeszauber

Omnia vincit Amor“ VERGIL

Vor allem dank der herausragenden Flamencosängerin María José Pérez ist die neue CD der innovativen spanischen Barockmusiker Euskal Barokkensemble ereignishaft. Zum 140. Geburtstag vom Manuel de Falla sollte sich der Hörer die Quintessenz des El Amor Brujo, der de Falla maßgeblich für seine Ballettmusik inspiriert hat, erfühlen. Manuel de Falla hat sich zeitlebens intensiv um die Wiederbelebung der Tradition des cante jondo (andalusischer Gesang) bemüht und verdient gemacht. El Amor Brujo: Eine Geschichte von Magie und Liebe, die mit dem Wohlgeruch des ahazar (der Blüte der Bitterorangen) verbunden ist: „Eine verliebte, aber nicht gleichermaßen wiedergeliebte Gitana wendet ihre Zauberkunst und Hexerei an, um das Herz des Undankbaren zu erweichen. Sie erreicht ihr Ziel bei Tagesanbruch, nach einer Nacht voller Zaubersprüche, Beschwörungen, geheimnisvoll geraunter Verse und mehr oder weniger ritueller Tänze, als das Morgenrot den Geliebten weckt, der bewusstlos vor sich hingedämmert hatte und die Glocken überschwänglich ihren Triumph verkünden.“

Und wahrlich, was Enrike Solinis als künstlerischer Leiter (er selber spielt auch Gitarre und Laute) seinem passionierten Ensemble (Miren Zeberio Barockvioline, Pablo Martín Caminero Kontrabass, Vicente Parrilla Piccoloflöte, Elies Hernandis Zugposaune, Stelios Petrakis Lyra, David Chupete, Daniel Garay, Paquito Gonzáles und Ziya Tabassian Schlagzeug) an sehnsuchtsvollen Lauten, Temperament und sinnlich aufgeladener Klangmagie abluchst, ist zum Steinerweichen schön. Cantaora Mará José Pérez singt, spricht, flüstert, schreit, umschmeichelt mit ihrer rauchig-kräftigen Stimme die alten Melodien der Gitanos, begleitet von den orientalisch exotischen Klängen der Lyra, der Laute und persischer Schlaginstrumente. Auf der CD finden sich nur 15 Minuten Musik von Manuel de Falla (Canción del Amor Dolido, Danza Rítual del Fuego, Circulo Mágico, Pantomima, Canción del Fuego Fatuo, Danza del Juego del Amor, Campanas del Amanecer).  Ergänzt wird programmatisch mit Kompositionen von Joaquin Rodrigo (Allegro und Andante aus dem Concierto de Aranjuez), Domenico Scarlatti (Sonaten K32 und K141), Dimitrie Cantemir (Escena Bestengiar) und Francisco Tárrega (Capricho Árabe). Wie Enrike Solinis beabsichtigt, wird damit absichtlich einem ästhetischen Anachronismus gehuldigt. Die CD wird mit einem traditionellen Schnitterlied („Todo lo cria la tierra“) eingeleitet. Die Scarlatti-Stücke sollen an die Bewunderung de Fallas für den neapolitanischen Komponisten und an Wanda Landowska erinnern, die Inspiratorin seines Konzerts für Cembalo und Orchester. 

Die Aufnahmequalität ist phänomenal. Das Experiment geglückt. Das Booklet informiert in sieben Sprachen ausführlich über Idee und Inhalt des Albums. I love it!

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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