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DIETRICH BUXTEHUDE: TRIOSONATEN

05.04.2017 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

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DIETRICH BUXTEHUDE: TRIOSONATEN

La Rêveuse – Mirare CD

Kammermusikalische Schätze aus der Reifezeit des Lübecker Organisten

Der im damaligen Dänemark geborene und in der reichen Hansestadt Lübeck zu Ehren und Renommee gekommene Dietrich Buxtehude hat sich neben einem reichen Schaffen für die Orgel besonders um die deutsche Triosonate verdient gemacht. Ganz dem Stylus phantasticus verpflichtet, strömen die auf der neuen CD des französischen Kammermusikensembles La Rêveuse vorgestellten vier Sonaten in a-moll, g-moll, D-Dur und B-Dur aus dem Manuscript Uppsala nur so über vor scheinbar improvisierter Virtuosität und leidenschaftlichen Kontrasten. Die für Violine, Gambe und Theorbe oder Basso continuo geschriebenen Stücke sind technisch, aber auch musikalisch höchst anspruchsvoll. Kaum vorstellbar, dass diese vertrackt zu spielenden Juwelen auch bei gebildeten Amateuren der Lübecker Oberschicht gewaltigen Anklang fanden. Hausmusik war damals wohl auch  mit hohem Können der Musiker aus Liebhaberei verbunden. Viele Geiger beherrschten ganz selbstverständlich Doppel- Dreier- oder auch Vierergriffe. 

Lübeck war damals ein bedeutendes Musikzentrum, in dem sich Virtuosität mit Spiritualität verbanden. Buxtehude veröffentlichte zwei Sonatensammlungen („Dieterico Buxtehude“). Von den Meisterwerken Arcangelo Corellis unterscheiden sie sich durch dunklere Klangfarben und einen ausgeprägteren  Variationenreichtum. 

Außer der Sonate in g-moll basieren alle auf der neuen CD aufgenommenen Werke auf bislang unveröffentlichten Partituren. Als Ergänzung zu den vier Buxtehude Sonaten haben die fünf Musiker des Ensembles La Rêveuse noch eine Sonate & Suite in D-Dur von Dietrich Becker, eines Hamburger Zeitgenossen Buxtehudes, sowie ein anonymes Solostück für Villa da Gamba aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eingespielt. 

La Rêveuse möchte möglichst vielen Musikfreunden Humanismus, Schönheit und Kultur des 17. und 18. Jahrhunderts nahebringen. Derzeit arbeitet La Rêveuse an einem Marin Marais und Antoine Watteau gewidmeten Buchprojekt mit CD. Ihr Spiel ist farbenreich und plastisch, lebendig und delikat artikuliert und von einem gemeinsamen Atem getragen. Die Klangqualität des neuen Albums ist ebenso herausragend. Wegen des Repertoirewerts und des mitreißenden Spiels der interdisziplinär wirkenden französischen Formation ein unbedingte Empfehlung.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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