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Claudia Rossbacher: STEIRERRAUSCH

24.02.2019 | buch, CD/DVD/BUCH/Apps

Claudia Rossbacher:
STEIRERRAUSCH
Kriminalroman, 284 Seiten, Verlag Gmeiner, 2019

Serienhelden sind die Garanten für steten Verkaufserfolg. Das haben amerikanische Krimiautoren seit Beginn des Genres gewusst, und ihre österreichischen Kollegen setzen nach. Zweites Erfolgsrezept, vor allem vom Verlag Gmeiner betrieben, sind die „Regional“-Krimis. Was die Steiermark betrifft, ist Autorin Claudia Rossbacher (obzwar gebürtige Wienerin) schon seit langem dort angekommen. „Steirerrausch“ ist bereits ihr neunter Krimi um Sandra Mohr vom LKA Steiermark und ihren nicht sehr liebenswürdigen Chef Sascha Bergmann.

Wenn die beiden – natürlich zu nachtschlafener Zeit – in die Südsteiermark zu einem Mordalarm im Bezirk Leibnitz gerufen werden, so erweist sich die Autorin im Milieu der Weinbauern, wo die Geschichte spielt, als besonders kompetent in Sachen Weinbau, wozu man viele Details erfährt. Im übrigen begnügt sie sich nicht damit – was sie könnte – Rivalitäten und Fehden unter den Betroffenen darzustellen, sondern gibt ihrem Buch noch einen besonderen, gewissermaßen „spiritistischen“ Kick.

Es beginnt damit, dass Sandra Mohr auf der Autofahrt im Nebel meint, ein seltsames junges Mädchen sei ihr auf der Straße erschienen. Ihr Mitfahrer hat nichts gesehen… Und das führt zu dem historischen Fall vom „Spuk von Trebian“, zu der steirischen Spiritistin Maria Silbert (1866-1936), die zu ihrer Zeit ein berühmtes Medium war und nach Überzeugung der Einheimischen immer noch „herumgeistert“.

In Rückblenden, durch andere Schrift abgesetzt, werden Episoden zu Maria Silbert erzählt, in der Gegenwart begibt sich Seltsames, aber die Autorin versucht nicht, den Kopf des Lesers wirklich zu vernebeln. Schließlich kann man „Übersinnliches“ ja auch instrumentalisieren, nicht wahr? Und wenn es um Geld und Gut und Antipathien geht, lösen sich Kriminalfälle ja auch manchmal logisch im Kreis der Betroffenen. So bleibt der „Steirerrausch“ trotz seiner Ausflüge in die Esoterik doch noch fest am steirischen Krimiboden.

Renate Wagner

 

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