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Clarinet goes to town

05.12.2016 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

CD  Clarinet

Clarinet goes to town
Emma Johnson

Nimbus Records CD

“Best of” Arrangements für Klarinette, Klavier und Streichquartett

Dir Klarinette kann man überallhin mitnehmen, in jedes Land, jeden Stil, jede Epoche. „Clarinet goes to town“ als das neueste Programmalbum der britischen Solistin Emma Johnson ist also nach dem Willen der Erfinder eine Kompilation kleiner Stücke von Brasilien bis China, von klassisch bis Jazz. Die Bearbeitungen der Stücke für Klarinette, Klavier, Streichquartett (Carducci String Quartet) und Schlagzeug von George Gershwin („Walking the Dog“), Alec Templeton („Bach goes to town“), Zequinha de Abreu („Tico-Tico no Fubá“), Scott Joplin („Maple Leaf Rag“), Vittorio Monti („Czardás“) bis hin zu Claude Debussy („Golliwogg’s Cakewalk“), Serge Rachmaninoff („Vocalise“), Antonin Dvořák („Indian Lament“), Frédéric Chopin („Nocturne Op. 37, Nr.1“) und Johannes Brahms („Wiegenlied Op. 49 Nr. 4“) stammen von Emma Johnson und ihren Mitstreitern John Lenehan (Klavier) und Paul Clarvis (Schlagzeug).

Das Problem dieses an sich schön und überaus kultiviert gespielten Albums ist, dass es zu viel will. Leonard Bernstein ist mit ‚Riffs from ‚Prelude, Fugue and Riffs‘ vertreten, weil gezeigt werden soll, wie Jazz klassische Komponisten beeinflusst hat: Als britische Künstlerin meint Johnson auf Edgar Elgar („Canto Popolare“) und William Lloyd Webber („Frensham Pond“) nicht verzichten zu dürfen. Aber auch Stücke, die Benny Goodman mit Teddy Wilson und Gene Krupa oftmals aufgeführt hat (Phil Boutelje/Dick Winfree „China Boy“, Turner Layton/Henry Creamer „After you have gone“, Busse/Mueller/Johnson „Wang Wang Blues“), sind vertreten.

Von allem ein bisschen, nichts wirklich ausformuliert. Das ist für meine Ohren ein, je nachdem allzu wilder, oder je länger die CD dauert, langweiliges Pasticcio, das nur durch die Klammer der Bearbeitungen zusammengehalten wird. Das klingt dementsprechend nett und unverbindlich, mal mehr, mal weniger überzeugend und kaum je passioniert, zu brav und auf puren Wohlklang bedacht sind auch die Arrangements geraten. Emma Johnson ist auf ihrem Instrument top, auf dieser CD kann sie ihre Trümpfe aber nicht voll zur Geltung bringen.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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