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CD Pittsburgh Symphony Orchestra / Manfred Honeck: Beethoven, Strauss

29.09.2018 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

CD
Pittsburgh Symphony Orchestra / Manfred Honeck:
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 3, Op. 55 „Eroica“
Richard Strauss (1864-1949) Horn Concerto No. 1, Op. 11
Label: Fresh

Manfred Honeck und das Pittsburgh Symphony Orchestra: Das ist ist eine Liebesgeschichte, die man hört, wenn man ihre CDs einlegt. Die sich aber auch an Fakten beweist: Der Österreicher Honeck, geboren 1958 in Vorarlberg, der als Bratschist bei den Wiener Philhamonikern begann und eine breite Karriere als Operndirigent und mit verschiedensten Orchesterformationen durchlief, ist seit der Saison 2008/09 Music Director beim Pittsburgh Symphony Orchestra, eine Arbeit, für die er seine Operntätigkeit ruhig gestellt hat. Wenn man seinen Vertrag gerade erst wieder bis Ende der Saison 2021/22 verlängert hat, bedeutet dies ganz offensichtlich, dass man kein Ende dieser so fruchtbaren Zusammenarbeit sehen möchte.

Honeck wird also auch 2020 dafür verantwortlich sein, das 125-Jahr-Jubiläum seines Orchesters zu feiern, das 1895 gegründet wurde und nach dem Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg immerhin Otto Klemperer als Chef am Pult sah. Vorgänger von Honeck als musikalische Chefs waren André Previn, Lorin Maazel und Mariss Jansons. So haben sich die Pittsburgher neben die großen amerikanischen Orchester aus New York, Boston, Cleveland, Chicago, Philadelphia, Los Angeles u.a. gestellt und dokumentieren ihre Arbeit nun schon regelmäßig mit CD-Live-Mitschnitten ihrer Konzerte, die sie in der berühmten Heinz Hall geben („Heinz“ wie Ketchup, warum nicht, wenn ein Nahrungsmittelkonzern Kultur so großzügig sponsert).

Die neueste CD legt eine Kombination aus Beethoven und Strauss vor, eine der bekanntesten Beethoven-Symphonien und das erste Horn-Konzert von Richard Strauss, das gar nicht so oft im Konzertsaal erklingt, weil es wenige so große Hornisten gibt wie jenen Oscar Franz (1843-1886) aus Dresden, dem der Komponist es gewidmet hat. Nicht zu vergessen, dass sein eigener Vater, Franz Joseph Strauss (1822-1905), auch einer der berühmten Hornisten seiner Epoche war und das Ohr des Sohnes für die Möglichkeiten dieses Instruments geschärft hat…

Die „Dritte“, die „Eroica“, zuerst, diese faszinierende Mischung aus Leichtigkeit und Dramatik, die Beethoven zuerst Napoleon widmen wollte (und Wien kann dank der Uraufführung am 9. Juni 1804 im Palais Lobkowitz den staunenden Besuchern bis heute dort den „Eroica“-Saal zeigen). Hörbar wird bei Honeck und den Pittsburghern eine erstaunliche Leichtigkeit, Elastizität, Stimmungsintensität, alles perfekt ausbalanciert in einem herrlichen Klang, wozu sich ja nicht alle Interpreten heute verstehen, wo selbst das Pathos nicht „dick“ oder vordergründig verschmiert wird. Die Dynamik in der Interaktion, die man dem Dirigenten und dem Orchester schon lange bewundernd zuschreibt, beweist sich auch hier in einer beglückenden Aufnahme.

Das etwas mehr als viertelstündige Horn-Konzert wird von William Caballero interpretiert, der als erster Hornist im Orchester der Pittsburgher sitzt, aber auch als Solist einen großen Ruf genießt. Zu Recht: So wie eine menschliche Stimme Stärke und Emotion des Ausdrucks changiert, kann das hier auch das Instrument – und irgendwie würde man noch gerne viel, viel mehr davon hören…

Renate Wagner

P.S. Manfred Honeck wird am 5. und 6. Dezember 2018 im Musikverein am Pult der Wiener Symphoniker stehen und ein Programm mit Haydn, Mozart und Strauss (eine von Honeck arrangierte Elektra-Suite) dirigieren.

 

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